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agile Organisation
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Ratgeber

Agile Organisation: Einen Wettbewerbsvorteil in digitalen Märkten schaffen

Der Begriff „Agility“ ist derzeit in aller Munde – wer online nach „agile Organisation“ sucht, erhält rund 100 Millionen Treffer und wird auf zahlreiche inspirierende Geschichten bekannter Pioniere stoßen. 

Ist eine agile Organisation nur ein Hype oder gibt es auch echte Vorteile? Ist Agilität nur ein vorübergehender Trend in den IT-Abteilungen oder eine echte Chance, die die Aufmerksamkeit der Führungsebene verdient? Und wenn agile Organisationen tatsächlich im Vorteil sind, was ist dann das Rezept für ihren Erfolg?

Agile Organisation: Globale Transformation statt lokaler Experimente

Organisationen, deren Transformation zum agilen Arbeiten erfolgreich verlaufen ist, setzen in aller Regel auf Agilität in großem Maßstab. Sie schaffen unternehmensweite Werte und erhalten sie, anstatt das Thema Agilität lediglich als Experiment auf Teamebene in einzelnen Abteilungen zu betrachten. Das bedeutet, dass man sich das gesamte Unternehmen als ein Netzwerk hochleistungsfähiger Teams vorstellt: Also eine Agile Organisation. Von denen jedes klare, geschäftsorientierte End-to-End-Ergebnisse anstrebt und über alle erforderlichen Fähigkeiten verfügt, um diese Ergebnisse auch zu erzielen, wie zum Beispiel:

  • ein Einzelhändler, der die Umsätze und Erträge von Produktkategorien analysiert
  • ein Bergbauunternehmen, das Produktions- und Sicherheitsprozesse überprüft
  • ein Öl- und Gasunternehmen, das Bohrungen plant
  • ein Maschinenbauunternehmen, das das gesamte Produktmanagement von der Forschung und Entwicklung bis zur Markteinführung übernimmt
  • ein Telekommunikationsunternehmen, das seine Produkte radikal vereinfacht

Die einzelnen Teams in einer agilen Organisation agieren hierbei wie miteinander verbundene Mini-Unternehmen, die darauf bedacht sind, Werte zu schaffen, anstatt lediglich funktionale Aufgaben zu erfüllen.

Ein agiles Betriebsmodell

Doch wirklich agile Organisationen gehen über die bloße Schaffung zusätzlicher agiler Teams und Praktiken auf Teamebene hinaus. Auch das breitere Betriebsmodell, sozusagen das Bindegewebe, das die einzelnen Teams umgibt, muss in einer agilen Organisation umgestaltet werden. Unternehmen, deren agile Transformation sehr erfolgreich war, haben dies durch den Aufbau eines effektiven, stabilen Rückgrats erreicht. Dies bedeutet, dass das gesamte Betriebsmodell in Bezug auf Strategie, Strukturen, Prozesse, Mitarbeiter und Technologie optimiert werden muss. Und zwar indem flache und fließende Strukturen angestrebt werden, die auf leistungsstarken funktionsübergreifenden Teams aufbauen. Außerdem gilt es eine Kultur zu schaffen, die psychologische Sicherheit ermöglicht, und Technologie-Stacks entkoppelt.

Der rasante Wandel in der digitalen Welt zwingt die Unternehmen geradezu dazu, eine agile Organisation zu entwickeln. So können sie sich an den raschen Wandel auf dem Markt anzupassen. Es geht darum, schnell und flexibel zu sein. Darüberhinaus die richtige Unternehmenskultur zu schaffen, den Kunden an die erste Stelle zu setzen und gleichzeitig profitabel zu bleiben.

Das agile Unternehmenskonzept

Agile Ansätze für Projekte werden bereits seit über einem Jahrzehnt angewandt, hauptsächlich von Softwareentwicklungsteams. Der agile Ansatz zeichnet sich durch die Verwendung kurzer, aber regelmäßiger Zyklen aus, die den Benutzern Ergebnisse liefern. Dies ermöglicht leichtere, flexiblere Prozesse.

Agiler Ansatz für die strategische Planung

Kontinuierliche kleine inkrementelle Änderungen und regelmäßige Bewertungen verringern das Umsetzungsrisiko. Sie erleichtern es, unrentable Projekte zu stoppen, bevor sie große Verluste verursachen. Die Flexibilität, Projekte in einem frühen Stadium zu überarbeiten und neu zu priorisieren, ist hierbei unerlässlich.

Nachdem sich die Vorteile innerhalb der IT-Abteilungen gezeigt haben, begannen immer mehr Organisationen damit, agile Methoden auf Unternehmensebene einzuführen und im gesamten Unternehmen umzusetzen. So entstanden mehr und mehr agile Organisationen.

Die erfolgreichsten agilen Teams werden diejenigen sein, die sich die Zeit nehmen, um zu verstehen, wie ein disziplinierter agiler Prozess aussieht. Um die besten Geschäftsergebnisse zu erzielen, müssen traditionelle Techniken, Disziplin und Flexibilität kombiniert werden. So schafft man einen transparenten, zuverlässigen und flexiblen Ansatz.

Eine Einstellung wie „wir planen nicht, wir sind agil“ wird aller Wahrscheinlichkeit nach dazu führen, dass ein Projekt seine Richtung verliert und letztendlich scheitert. Ein gewisses Maß an Formalität und Planung ist unabdingbar. Wenn eine agile Organisation jegliche Projektdisziplin aufgibt, ist es unwahrscheinlich, dass sie eine schnellere Markteinführung, geringere Kosten, ein niedrigeres Risiko und größere Flexibilität erreicht.

Vereinfachung ist der Schlüssel für agile Organisation

Viele agile Organisationen haben übermäßig komplexe Strukturen mit zu vielen Ebenen, die das Geschäft verkomplizieren. Darüberhinaus eine Kultur, die von Angst vor Misserfolg und Widerstand gegen Veränderungen geprägt ist. Um das Beste aus agilen Methoden herauszuholen und die Vorteile voll auszuschöpfen, ist eine agile Kultur in der gesamten agilen Organisation erforderlich.

Das bedeutet, dass das Management einen umfassenden Plan benötigt, um die Erwartungen des Unternehmens zu erfüllen, den Widerstand gegen Veränderungen zu verringern, die Motivation zu fördern und die für agiles Handeln erforderlichen Fähigkeiten und Verhaltensweisen zu unterstützen.

Ein Unternehmen der Zukunft ist eines, das die sich verändernde Dynamik zwischen dem Unternehmen, seinen Mitarbeitern und Kunden versteht und mit dem ständigen Wandel umgehen kann. Dies erreicht es, indem es flexible, agile und dezentralisierte Umgebungen schafft, die autonom arbeiten können, aber auf eine gemeinsame, klare Vision hinsteuern. Die digital erweiterte und stark vernetzte Welt, in der wir heute leben, schafft neue Herausforderungen und Möglichkeiten für die Gestaltung einer effektiven Zusammenarbeit und Kommunikation für diese neue Art des Arbeitens.

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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