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Alphabet erhöht KI-Investitionen auf bis zu 185 Milliarden Dollar – Aktie unter Druck

Rekord-Capex: 175 bis 185 Milliarden Dollar
Alphabet plant, die Investitionsausgaben 2026 auf 175 bis 185 Milliarden Dollar zu erhöhen – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Der Großteil soll in neue Chips, Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur fließen. Ziel ist es, die wachsende Nachfrage nach KI-Diensten – insbesondere rund um Google DeepMind – zu bedienen.
Damit positioniert sich Alphabet an der Spitze der Branche. Selbst Microsoft und Amazon investieren zwar aggressiv, liegen aber unter diesem Niveau.
Die Aktie fiel nachbörslich um bis zu drei Prozent.
Operativ läuft es rund
Die Skepsis der Märkte steht im Kontrast zu den Geschäftszahlen:
- Quartalsumsatz: 113,8 Milliarden Dollar (+18 %)
- Nettogewinn: 34,5 Milliarden Dollar (+30 %)
- Jahresumsatz 2025: erstmals über 400 Milliarden Dollar
Auch das Kerngeschäft mit Werbung bleibt stabil. Der Werbeumsatz stieg um 13,5 Prozent auf 82,28 Milliarden Dollar. Eine Kannibalisierung der Suche durch KI-Chatbots wie ChatGPT ist bislang nicht erkennbar.
Die KI-Plattform Gemini zählt mittlerweile über 750 Millionen monatlich aktive Nutzer. Gleichzeitig sanken die Kosten pro Anfrage um 78 Prozent im Jahresverlauf – ein Indiz für operative Effizienzgewinne.
Cloud-Sparte wächst schneller als Azure
Besonders dynamisch entwickelte sich Google Cloud:
- Umsatz: 17,66 Milliarden Dollar (+48 %)
- Auftragsbestand: 240 Milliarden Dollar (mehr als verdoppelt)
Damit wuchs Google Cloud schneller als Microsoft Azure, das zuletzt auf 39 Prozent kam.
Die Cloud-Sparte ist zentral für die Monetarisierung der KI-Investitionen – und damit der strategische Hebel für Pichais Offensive.
Inflationsdruck im KI-Wettlauf
Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer Überhitzung.
Die massive Nachfrage nach Hochleistungs-Chips, Energie und Rechenzentrumsinfrastruktur treibt die Preise. Es entsteht eine Art „KI-Sonderinflation“, die die Kostenbasis der gesamten Branche erhöht.
Investoren stellen daher eine zentrale Frage:
Sind die künftigen Erträge groß genug, um diese historischen Vorleistungen zu rechtfertigen?
Licht und Schatten bei den Nebenbereichen
Während das Kerngeschäft stabil bleibt, gibt es auch Belastungen:
- YouTube verfehlte leicht die Erwartungen
- Die Sparte „Other Bets“ weitete ihren Verlust auf 3,61 Milliarden Dollar aus
Waymo meldete zwar 15 Millionen Fahrten im Jahr 2025 und eine Bewertung von 126 Milliarden Dollar nach einer 16-Milliarden-Dollar-Finanzierungsrunde – doch profitabel ist das Geschäft noch nicht.
Strategische Wette mit hohem Einsatz
Pichai setzt klar auf Skalierung: Wer die Infrastruktur kontrolliert, kontrolliert die KI-Zukunft.
Doch das Risiko ist offensichtlich. Die Kapitalintensität des Geschäfts steigt dramatisch – und der Kapitalmarkt reagiert zunehmend sensibel auf jede Ausweitung der Investitionen.
Alphabet verdoppelt seine Wette. Ob daraus ein struktureller Vorsprung oder eine Phase schmerzhafter Kapitalbindung entsteht, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
Die Zahlen sind stark. Die Vision ist ambitioniert.
Die Geduld der Investoren hingegen ist begrenzt.
Chefredakteur des GEWINNERmagazins, PR-Experte und Gesicht hinter den Content und Blog-Strategien von internationalen Konzernen und erfolgreichen Unternehmern aus ganz Deutschland. Mehr unter rubenschaefer.de










