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Alphabet schlägt Apple: Wie Google still und leise zur dominanten KI-Aktie aufstieg

Alphabet überholt Apple an der Börse
Seit September hat Alphabet seinen Börsenwert in einer Größenordnung gesteigert, die dem Wert mehrerer Dax-Schwergewichte entspricht. Damals überschritt der Konzern erstmals die Marke von drei Billionen Dollar. Seither legte die Marktkapitalisierung um rund 738 Milliarden Euro zu. Mit den jüngsten Kursgewinnen zog Alphabet nun am iPhone-Konzern Apple vorbei und ist erstmals seit rund sieben Jahren wieder wertvoller als der Rivale aus Cupertino.
Aktuell bringt Alphabet rund 3,89 Billionen US-Dollar auf die Waage und liegt damit etwa 30 Milliarden Dollar vor Apple. Der Aktienkurs stieg im vergangenen Jahr um knapp 50 Prozent – deutlich stärker als bei Nvidia, dem derzeit wertvollsten Unternehmen der Welt, das im selben Zeitraum auf ein Plus von rund 20 Prozent kam.
Vom KI-Sorgenkind zum Profiteur
Die Rally ist bemerkenswert, weil Alphabet lange Zeit als potenzieller Verlierer des KI-Trends galt. An den Märkten herrschte die Sorge, dass Sprachmodelle wie ChatGPT die klassische Google-Suche verdrängen könnten. Weniger Suchanfragen hätten geringere Werbeeinnahmen bedeutet – ein zentrales Risiko für das Geschäftsmodell.
Diese Befürchtungen haben sich bislang nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Die Werbeerlöse bei Google und der Videoplattform YouTube sind zuletzt deutlich gestiegen. Besonders dynamisch entwickelt sich zudem die Cloud-Sparte, die zuletzt ein Quartalswachstum von rund 90 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar verzeichnete. Das operative Geschäft läuft damit deutlich besser, als viele Skeptiker erwartet hatten.
Gemini, Cloud und Waymo treiben die Fantasie
Ein wesentlicher Kurstreiber ist Alphabets eigene KI-Offensive. Mit der neuen Version des KI-Modells Gemini, die im November vorgestellt wurde, sorgte der Konzern für viel Aufmerksamkeit. Beobachter halten das System in Teilen für leistungsfähiger als ChatGPT von OpenAI und trauen Alphabet zu, im KI-Wettlauf weiter Boden gutzumachen.
Zugleich wird KI gezielt in bestehende Geschäftsbereiche integriert. In der Cloud-Sparte verbessert sie Effizienz und Margen, bei der Robotaxi-Tochter Waymo soll sie den Weg zur kommerziellen Skalierung ebnen. Anleger honorieren offenbar, dass Alphabet KI nicht als Selbstzweck einsetzt, sondern konsequent zur Stärkung seines Kerngeschäfts nutzt.
Hohe Investitionen, aber starke Finanzbasis
Der KI-Ausbau ist teuer. Die Investitionsausgaben von Alphabet beliefen sich im vergangenen Jahr Schätzungen zufolge auf rund 90 Milliarden Dollar, vor allem für Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Seit 2023 haben sich diese Ausgaben nahezu verdreifacht.
Dennoch bleibt die finanzielle Basis solide. Analysten rechnen damit, dass nach den hohen Investitionen rund 65 Milliarden Dollar an freien Mitteln übrig bleiben. Gleichzeitig sinkt die Nettoverschuldung kontinuierlich. Für 2026 wird sie auf etwa 70 Milliarden Dollar geschätzt, nach rund 99 Milliarden Dollar im Jahr 2022. Damit kann sich Alphabet die milliardenschweren Wetten auf KI leisten – ein klarer Vorteil gegenüber vielen Wettbewerbern.
Analysten bleiben überwiegend optimistisch
Nach der starken Kursentwicklung sind kurzfristige Gewinnmitnahmen möglich. Trotzdem überwiegt bei Analysten der Optimismus. Laut Daten von Marketscreener empfehlen 44 von 67 Analysten die Aktie zum Kauf, Verkaufsempfehlungen gibt es keine. Das durchschnittliche Kursziel liegt nur leicht über dem aktuellen Niveau, einzelne Analysten halten jedoch Kurse von über 430 Dollar für möglich.
Auch die Bewertung gilt als moderat. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 31,5 ist Alphabet günstiger bewertet als der Nasdaq insgesamt sowie als Apple. Hinzu kommt, dass Alphabet im Gegensatz zu Apple weiterhin stark von KI-Fantasien profitiert. Während Apple mit Absatzproblemen, insbesondere in China, zu kämpfen hat, sehen Investoren bei Alphabet zusätzliche Wachstumstreiber.
Lohnt sich der Einstieg noch?
Alphabet hat sich vom vermeintlichen KI-Nachzügler zum zentralen Profiteur der Entwicklung gewandelt. Starke operative Zahlen, eine überzeugende KI-Strategie und eine robuste Bilanz bilden das Fundament der Rally. Kurzfristig ist das Aufwärtspotenzial begrenzt, langfristig bleibt die Aktie für viele Anleger jedoch ein zentraler Baustein im KI-Universum – mit Chancen, die Apple derzeit kaum bieten kann.
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