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Badenoch kündigt radikalen Kurswechsel in Nordsee-Politik an

Die britische Oppositionsführerin Kemi Badenoch will sämtliche verbleibenden Öl- und Gasreserven aus der Nordsee erschließen. Vor einem Öl- und Gasforum in Aberdeen kündigte sie an, die North Sea Transition Authority in eine North Sea Authority umzubenennen und deren Mandat auf die „maximale Förderung von Öl und Gas“ zu beschränken. Umweltauflagen sollen gestrichen werden.
Badenoch sprach von einem „Akt der wirtschaftlichen Abrüstung“, sollte Großbritannien seine Vorkommen ungenutzt lassen, während Nachbarn wie Norwegen dieselben Lagerstätten weiterhin erschließen. „Es ist absurd, dass wir Ressourcen im Boden lassen, die unsere Wettbewerber nutzen“, erklärte sie.
Die Kehrtwende markiert einen deutlichen Bruch mit der konservativen Regierung von 2019, die das Netto-Null-Ziel bis 2050 gesetzlich verankert und die UN-Klimakonferenz in Glasgow ausgerichtet hatte. Badenoch bezeichnete dieses Ziel zuletzt als „weltfremd“. Stattdessen setzt sie auf Energie-Souveränität und niedrigere Preise – ein Signal an Wähler, die unter steigenden Rechnungen leiden.
Das Kontrastprogramm zur Labour-Regierung könnte schärfer kaum ausfallen. Energieminister Ed Miliband will neue Lizenzen für Öl und Gas stoppen und die Stromversorgung bis 2030 vollständig dekarbonisieren. Dafür sind Investitionen in Offshore-Wind, Carbon Capture und eine Modernisierung des Netzes vorgesehen.
Die Öl- und Gasindustrie warnt seit Jahren, dass steuerliche Belastungen und strenge Auflagen den Produktionsrückgang beschleunigen. Fördermengen erreichten ihren Höhepunkt vor über 20 Jahren, doch Badenoch macht die Energiekrise seit Russlands Krieg in der Ukraine zum zentralen Argument für mehr Bohrungen.
Ihre Positionierung ist auch parteipolitisch motiviert. Die Tories liegen in Umfragen hinter Labour und Reform UK. Badenoch versucht mit marktwirtschaftlich-konservativen Positionen, das Profil der Partei zu schärfen und ihre eigene Führungsrolle zu stabilisieren.
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