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Bayer fordert US-Niveau: Pharma-Chef warnt vor teureren Medikamenten in Europa

„Ohne höhere Preise ist Forschung nicht finanzierbar“

„Wir müssen uns in Europa stärker an amerikanischen Preisen orientieren“, sagte Oelrich im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. In den USA kosten viele Medikamente ein Vielfaches der Preise in Europa – teils rund dreimal so viel wie im OECD-Durchschnitt. Anders als in Europa gibt es dort keine staatliche Preisregulierung.

Aus Sicht des Bayer-Managers ist dieser Abstand nicht haltbar: „Wenn wir überall Preise wie in europäischen Ländern nehmen würden, könnten wir unsere Forschung nicht finanzieren.“ Andernfalls drohe, dass innovative Arzneien hierzulande später oder gar nicht eingeführt würden.

Konflikt mit Trumps Preisagenda

Die Forderung steht im Spannungsfeld zur Politik von US-Präsident Donald Trump. Er will erreichen, dass Medikamente in den USA künftig zu Preisen vergleichbarer Industrieländer verkauft werden. Mehrere Pharmakonzerne haben bereits Preiszugeständnisse signalisiert – Bayer bislang nicht.

Oelrich betont, dass es noch keine Vereinbarung mit der US-Regierung gebe. Gleichzeitig ist der US-Markt für den Konzern strategisch zentral: Bayer gehört dort bisher nicht einmal zu den 20 größten Pharmaanbietern. „Wir wollen auch in den USA dort stehen, wo wir global stehen – unter den Top 20“, so Oelrich.

Milliardenhoffnungen aus der Pipeline

Das Wachstum soll vor allem aus einer Handvoll Schlüsselprodukte kommen. An der Spitze steht das Prostatakrebsmittel Nubeqa, das in den ersten neun Monaten 2025 bereits 1,7 Milliarden Euro Umsatz erzielte. Hinzu kommen vier weitere Kandidaten mit Blockbuster-Potenzial:

  • Kerendia (Herz- und Nierenmedikament)
  • Beyonttra (Herz-Kreislauf)
  • Lynkuet (Therapie in den Wechseljahren)
  • Asundexian (neuer Gerinnungshemmer)

Auf der JP-Morgan-Healthcare-Konferenz in San Francisco sprach Oelrich zuletzt von der „besten Pipeline seit Langem“. Die Aktie reagierte mit Kursgewinnen.

Kritik: Vorwand für höhere Margen?

Pharmakritiker sehen die Argumentation skeptisch. Die Drohung, Medikamente ohne höhere Preise nicht einzuführen, sei ein bekanntes Druckmittel, um Margen auszuweiten. Dass Forschungskosten allein höhere Preise rechtfertigten, werde bezweifelt – zumal viele Entwicklungen staatlich mitfinanziert würden.

Für Oelrich ist die Botschaft dennoch klar: Europa müsse sich entscheiden, ob es bereit sei, Innovationen angemessen zu vergüten. Andernfalls drohe der Kontinent im globalen Wettbewerb um neue Medikamente ins Hintertreffen zu geraten.

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Chefredakteur des GEWINNERmagazins, PR-Experte und Gesicht hinter den Content und Blog-Strategien von internationalen Konzernen und erfolgreichen Unternehmern aus ganz Deutschland. Mehr unter rubenschaefer.de

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