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China als Vorreiter: Gibt es bald eine digitale Währung?

Die chinesische High-Tech-Stadt Shenzhen hat zur Probe eine digitale Währung eingeführt. Damit möchte China testen, wie eine bargeldlose Gesellschaft aussähe. Auch in der EU wird ein solches Modell diskutiert.

50.000 Bürger haben in der chinesischen Stadt Shenzhen insgesamt zehn Millionen Yuan (rund 1,26 Millionen Euro) in digitaler Form erhalten. Damit möchte China testen, wie sich die Finanzwelt der Zukunft gestalten könnte. Dass die Wahl auf Shenzhen fiel, ist nicht verwunderlich. Die Stadt ist Chinas Technologiezentrum und der Sitz von namhaften Unternehmen wie Tencent und Huawai. 

Vier große Banken nehmen teil

Das Projekt startete Anfang Oktober. Bereits im Voraus hatten sich knapp zwei Millionen Interessierte beworben, die per Losverfahren ausgewählt wurden. Die 50.000 Tester erhielten 200 digitale Yuan, genannt Renminbi (entspricht 25 Euro). Diese sollen die Probanden zwischen dem 12. und 16. Oktober in den knapp 3.400 teilnehmenden Geschäften im Stadtteil Louhu ausgeben. Voraussetzung für die Nutzung ist die Währungsapp der Regierung. Insgesamt nehmen die vier größten staatlichen Banken an dem Projekt teil. 

China prescht vor

Mit seinem Projekt ist China der Vorreiter einer digitalen Währung. Das Ziel ist dabei, zur High-Tech-Nation überhaupt zu werden. Bereits jetzt nutzen viele Chinesen beim Kaufen das Smartphone, oder zahlen über Dienste wie Alipay und Wechat. Die Umstellung auf ein bargeldloses Währungssystem dürfte ihnen keine Probleme bereiten. 

Der E-Yuan als Konkurrenz zu anderen Währungen

Schon seit 2014 arbeitet China an der Entwicklung einer bargeldlosen Währung, seit 2019 noch intensiver als zuvor. Den Grund dafür vermuten Experten in der Verkündung von Facebook. Das will bald ebenfalls eine eigene Digitalwährung einführen, genannt Libra. Die chinesische Regierung befürchtet dadurch eine unkontrollierbare Kapitalflucht in dieses Zahlungsmittel. 

Außerdem möchte China mit dem digitalen Renminbi die eigene Währung stärken und auf dem Weltmarkt etablieren. Bisher werden bei internationalen Transaktionen laut der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) überwiegend US-Dollar oder Euro genutzt. 

Hanns-Günther Hilpert, Asienexperte bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP), äußerte sich beim Handelsblatt über die Ziele Chinas: „Die chinesische Regierung verfolgt mit dem digitalen Renminbi drei Ziele: mehr Kontrolle über die Finanzströme, einen Propagandaerfolg als Erfinder der ersten Digitalwährung der Welt und die Stärkung der chinesischen Währung als internationales Zahlungsmittel.“

Eine digitale Währung in der EU

Laut einer Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Dachorganisation der weltweiten Notenbanken, setzen sich jetzt schon 80 Prozent der Notenbanken mit dem Thema Digitalwährung auseinander. Jeder Fünfte vermutet, dass sich digitale Währungssysteme in den nächsten Jahren etablieren. 

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlichte kürzlich einen Bericht über die Vor- und Nachteile. Bis Mitte 2021 möchte sie sich entscheiden, ob sie auch in der EU ein digitales Währungsprojekt startet.

Anne Kläs

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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