Setze dich mit uns in Verbindung

News

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Die Stimmung steigt

Die geringe Zahl der Corona-Neuinfektionen, die dadurch ermöglichten Lockerungen bei den Eindämmungsmaßnahmen sowie die kräftigen wirtschaftspolitischen Impulse treiben die Stimmung der deutschen Mittelständler zu Sommerbeginn rasant nach oben.

Nach dem Lockdown hellt sich die Stimmung in der Wirtschaft allgemein auf und die Unternehmen arbeiten sich langsam aus dem tiefen Konjunkturtal heraus. Dennoch bleiben viele weiterhin skeptisch.

Die Stimmung in mittelständischen Betrieben

Das mittelständische Geschäftsklima hat sich mittlerweile erholt. Mit einem Plus von 13,8 Zählern im Juni gelingt der zweite Rekordanstieg in Folge. Dennoch bleiben mittelständische Unternehmen mit jetzt -20,7 Saldenpunkten noch immer deutlich hinter ihrem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie zurück.

Getragen wird der aktuelle Anstieg vor allem von der Hoffnung auf wieder bessere Zeiten: Die Geschäftserwartungen steigen um 20,7 Zähler auf -15,0 Saldenpunkte. Die Geschäftslageurteile erholen sich hingegen eher zaghaft und klettern im Juni um 6,5 Zähler auf -26,7 Saldenpunkte.

Entwicklung in großen Unternehmen

Auch die Großunternehmen gehen davon aus, das Allergröbste inzwischen hinter sich gelassen zu haben. Ihr Geschäftsklima steigt im Juni ebenfalls den zweiten Monat nacheinander historisch kräftig (+15,6 Zähler auf -26,3 Saldenpunkte) und sogar noch etwas stärker als im Mittelstand.

Während die Verbesserung der Lageurteile dabei auf Seiten der Großunternehmen merklich bescheidener ausfällt (+4,2 Zähler auf -49,0 Saldenpunkte), springen ihre Geschäftserwartungen noch viel deutlicher als bei den Mittelständlern nach oben und erreichen mit einem Schlag den höchsten Stand seit anderthalb Jahren (+27,8 Zähler auf -3,3 Saldenpunkte).

Diese Explosion an Optimismus ist zwar erfreulich. Angesichts der dynamischen Pandemieentwicklung in vielen Ländern außerhalb Europas müssen gerade die international engagierten Unternehmen aber auch mit Rückschlägen rechnen, zumal Risiken wie die US-Handelskonflikte und die Unwägbarkeiten des Brexit noch nicht ausgeräumt sind.

Exportorientierte Großindustrie

Die weiter schwierige Lage gerade der exportorientierten Großindustrie lässt sich daran ablesen, dass deren Geschäftsklima trotz eines deutlichen, allerdings ausschließlich erwartungsgetriebenen Anstiegs noch immer das schlechteste unter allen im KfW-ifo-Mittelstandsbarometer erfassten Unternehmenssegmenten bleibt (+13,5 Zähler auf -38,4 Saldenpunkte).

Verarbeitendes Gewerbe

Ähnlich sieht es bei den mittelständischen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes aus, wenngleich sich deren Geschäftsklima im Vergleich zu den großen Industrieunternehmen schon seit Ausbruch der Krise nicht auf ganz so tiefem Niveau bewegt (+12,7 Zähler auf -28,4 Saldenpunkte).

Positive Tendenzen für wenige Wirtschaftsbereiche

In allen anderen Wirtschaftsbereichen klettert die Stimmung im Juni ebenfalls nach oben. Ins Auge stechen dabei die mittelständischen Bauunternehmen, die bislang als einzige wieder von einem leicht positiven Geschäftsklima berichten (+4,9 Zähler auf 1,7 Saldenpunkte).

Zumindest wieder nahe der Nulllinie, die für das langfristige Durchschnittsniveau steht, liegt im Juni das Geschäftsklima im mittelständischen Einzelhandel. Nach Wiedereröffnung der Läden steigt es mit +21,0 Zählern ein weiteres Mal so stark wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich und erreicht aktuell -1,2 Saldenpunkte.

Zukunftsprognosen

„Der Tiefpunkt der Rezession, in die die Corona-Pandemie Deutschland, Europa und die Welt unvermittelt gestoßen hat, liegt mit dem zweiten Quartal inzwischen hinter uns. Die Juniergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers unterstreichen, dass sich die Unternehmen Stück für Stück aus dem tiefen Konjunkturtal herausarbeiten“, kommentiert Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Der Weg nach oben ist ein schmaler Pfad

Für die Wirtschaftsleistung von April bis Juni hierzulande sei von einer prozentualen Schrumpfung in knapp zweistelliger Größenordnung auszugehen. „Die Wirtschaft hat nun den Weg zurück nach oben eingeschlagen. Dieser folgt jedoch einem schmalen Pfad, auf dem man sich trotz massiver wirtschaftspolitischer Sicherungsmaßnahmen jederzeit vor Absturzgefahren in Acht nehmen muss.“, so Köhler-Geib weiter.

Der lokale Anstieg von Neuinfektionen führe eindringlich vor Augen, wie gefährlich das Virus nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland noch immer ist. Es bleibe zu hoffen, dass solche lokalen Virusausbrüche mit lokalen Quarantäne- und Lockdown-Maßnahmen rechtzeitig eingedämmt werden, bevor sie sich verbreiten können. „Wachsamkeit und Disziplin bei der Einhaltung der Hygieneregeln sind weiter dringend nötig, um einen erneuten wirtschaftlichen Rückschlag infolge einer zweiten Infektionswelle zu vermeiden.“

Quelle: KfW. Das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist unter diesem Link abrufbar.

Anne Kläs

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

Klicke, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr in News

Nach oben