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Dax zwischen Absturzangst und Zinshoffnung

Die Zinsen entscheiden über die Richtung

Die US-Zinsmärkte haben zuletzt für Entspannung gesorgt: Zehnjährige Staatsanleihen fielen wieder unter 4 Prozent. Dazu beendet die Fed ab 1. Dezember ihr Quantitative Tightening – ein wichtiger psychologischer Faktor.

Kommt am 10. Dezember die erwartete Zinssenkung um 25 Basispunkte, kombiniert mit einer neutraleren Bilanzpolitik, könnte das eine positive Überraschung für die Märkte auslösen.

Chipwerte als möglicher Rally-Auslöser

Besonders stark wirkt aktuell der Philadelphia Semiconductor Index (SOX). Nach neuen Rekorden im September/Oktober läuft seit Anfang November nur eine milde Rücksetzung. Ein einziger kräftiger Tag über 6.800–7.000 Punkte könnte reichen, um Nvidia, AMD, Broadcom, TSMC, Intel und ASML erneut anzutreiben – und damit auch Nasdaq und Dax.

Dax-Favoriten: Licht und Schatten

SAP: Warnsignal statt Erholung

SAP ist unter das April-Tief gefallen und nähert sich 200 Euro. Gründe:
– schwache Konkurrenzsignale (Oracle, Salesforce)
– ein Kartellverfahren
– Unsicherheit über mögliche Übernahmen
Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht.

Rheinmetall: Topbildung nach Kursschock

Nach einem 30-Prozent-Absturz durch mögliche Ukraine-Verhandlungen stabilisiert sich der Kurs leicht. Der Bewertungsaufschlag war jedoch überzogen:
– KGV über 60 war nicht haltbar
– erwarteter Gewinn 2026: ca. 40 € pro Aktie
– fairere Bewertung: ca. 1.200 € bis Ende 2026
Die Aktie könnte länger seitwärts laufen.

Deutsche Börse: Allfunds-Übernahme bringt Schwung

Der mögliche 5,3-Mrd.-Euro-Kauf stärkt das Fondsservicegeschäft. Der Sprung über 200 Euro könnte das Ende der siebenmonatigen Korrektur markieren. Das Kartellverfahren belastet, dürfte aber wirtschaftlich überschaubar bleiben.

Beiersdorf: Größte Korrektur seit der Finanzkrise

Der Kursrückgang beträgt 40 Prozent – nah an den 50 Prozent der Finanzkrise. Gründe:
– schwächelnde Konsumbranche
– Probleme bei Preisdurchsetzung
– traditionell hohe Bewertung
Zwischen 80 und 90 Euro gab es viele historische Trendwenden; dazu kommt Wachstumspotenzial im Anti-Aging-Markt und vier Milliarden Euro Nettoliquidität.

Kritische Kurszonen: 23.500 bis 23.000 Punkte

Vor der Fed-Sitzung wird es wenig Richtungsentscheide geben. Entscheidend:

über 23.500 Punkten → Hoffnungszone stabil
23.500–23.000 Punkte → neutral, aber wackelig
unter 23.000 Punkten → Gefahr im Verzug

Rutscht der Dax unter 23.000, drohen schnelle Bewegungen – wie der „Zollcrash“ im April, der direkt bis 20.000 führte.

Eine Erleichterungsrally nach der Zinssenkung ist möglich. Aber: Spätestens im traditionell schwachen Januar könnte der Test der 23.000-Punkte-Marke erneut anstehen.

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