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Deutsche Start-ups im internationalen Vergleich

Der Bundesverband Deutscher Start-ups fordert von der Bundesregierung, Mitarbeiterbeteiligungen für Start-ups zu erleichtern. Das geht aus einer vom Verband durchgeführten Studie hervor.

Das Thema Mitarbeiterbeteiligung besitzt eine große Wichtigkeit für das Ökosystem der Start-ups. Das bestätigen die 1.900 Gründerinnen und Gründer sowie Investoren, die an der Studie teilnahmen. Diese wurde vom Bundesverband Deutscher Start-ups in Kooperation mit der Boston Consulting Group, BCG Digital Ventures, der Internet Economy Foundation (IE.F) und Hengeler Mueller durchgeführt.

Das denken die Befragten über Mitarbeiterbeteiligung

84 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass Mitarbeiterbeteiligung aus Sicht des Lobbyverbandes unverzichtbar sei. 77 Prozent empfinden sie als Anerkennung ihrer Leistungen und sehen darin eine große Wertschätzung. Sie trägt außerdem dazu bei, sich stärker mit dem Start-up zu identifizieren. Das finden 66 Prozent.

59 Prozent behaupten, Mitarbeiterbeteiligungen führten zu finanziellen Vorteilen. Dazu kommt, dass die Gewinne aus solchen Mitarbeiterbeteiligungen das Start-up-Ökosystem von alleine antreiben und aufrechterhalten. Denn 38 Prozent haben aus diesen Erlösen bereits ein eigenes Start-up gegründet oder das Geld in ihre bestehende Firma investiert.

Die Kritik an der deutschen Start-up-Welt

Verglichen mit der internationalen Start-up-Szene schneidet Deutschland in Bezug auf Mitarbeiterbeteiligung schlecht ab. Mehr noch: Deutsche Start-ups können so zukünftig nicht wettbewerbsfähig sein. Das sehen 49 Prozent so. Nur drei Prozent der Befragten meinen, die Rahmenbedingungen in Deutschland seien besser als im europäischen Ausland. 48 Prozent enthielten sich einer Aussage. Die schlechten Rahmenbedingungen zeigen bereits jetzt Konsequenzen.

37 Prozent geben an, in ein etabliertes Unternehmen wechseln zu wollen, sollte sich bald nichts ändern. 26 Prozent ziehen sogar den Wechsel in ein ausländisches Start-up in Betracht. Darunter sehen 18 Prozent eine große Chance, im Ausland Talente zu finden. 23 Prozent verzichten wegen der schlechten Bedingungen auf Investitionen in Deutschland. Damit qualifizierte Fachkräfte nicht ins Ausland weglaufen, muss die Regierung dringend etwas tun. Dazu macht der Bundesverband Deutscher Start-ups einige Vorschläge.

Forderungen an die Politik

Mitarbeiterbeteiligung als Gesellschafter einer GmbH

Der Verband fordert, eine eigene Anteilsklasse im GmbH-Recht einzurichten, die nur auf Start-ups und Mitarbeiterbeteiligung ausgelegt ist. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden so als Gesellschafter an einer GmbH beteiligt werden. Wichtig wäre dabei, dass sie die Anteile schnell, einfach, kostengünstig und digital erhalten könnten und dass sie übertragbar sind. Außerdem sollten gewisse Informations- und Beteiligungsrechte festlegt werden.

Steuerregelungen

In Bezug auf die Besteuerung empfiehlt der Verband, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren geldwerten Vorteil erst dann besteuern sollen, wenn sie Geld aus den Anteilen erhalten. Zurzeit fällt die Steuer bereits im Moment der Ausgabe der Unternehmensanteile an. Zudem sollen die geldwerten Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen einheitlich als Kapitalerträge versteuert werden. Der Verband fordert des Weiteren, Freibeträge für Reinvestitionen von Beteiligungserlösen zu ermöglichen. Die Erlöse sollen dabei steuerfrei sein, wenn Gründer oder Investoren diese Geldeinnahmen wiederum in Start-ups investieren.

Forderung nach einem transparenteren Bewertungsverfahren

Zuletzt plädiert der Lobbyverband für ein transparenteres Bewertungsverfahren für Start-ups und Mitarbeiteranteile. Denn aktuell ist eine Bewertung von Start-ups für steuerliche Zwecke kompliziert. Aufgrund unvorhersehbarer Bewertungen können Steuerforderungen hoch ausfallen – das sind unkalkulierbare Risiken bei der Gewährung und Übertragung von den Mitarbeiteranteilen. Das geforderte Modell soll sich an internationalen Bewertungsverfahren orientieren und neutral, einfach und kostengünstig sein.

Anne Kläs

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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