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Meinung

Dirk Kreuter: „Homeoffice im Vertrieb ist vollkommener Bullshit!“

Dirk Kreuter ist Verkaufstrainer und europaweit bekannt. Heute beschäftigt er sich mit dem Thema Homeoffice im Vertrieb und verrät uns, warum diese beiden Aspekte niemals vereinbar sein werden.

Ist Homeoffice Top oder Flop? Darauf gibt Dirk Kreuter die Antwort: „Homeoffice ist absoluter Bullshit! Besonders für bestimmte Berufsbranchen, wie den Vertrieb!“ Natürlich hat niemand mit Corona gerechnet. Die unerwartete Situation hat uns dazu gezwungen, zu reagieren. Resultat: Die Mitarbeiter wurden ins Homeoffice geschickt. Doch in den meisten Berufsbranchen ist das der komplette Reinfall. Und wenn jetzt noch der deutsche Staat kommt und einen festen Homeoffice-Tag einführen will, dann laufen die guten Unternehmer weg ins Ausland! Zu Recht, konstatiert Dirk Kreuter: „Der deutsche Staat schießt sich ein weiteres Eigentor!“ Warum? Dafür gibt es mehrere Gründe.

„Die guten Unternehmer laufen uns weg ins Ausland!“

Homeoffice als Kindererziehung?

Manuela Schwesig, die Familienministerin, hat die romantische Vorstellung, Homeoffice ermögliche vielen Paaren, sich die Kinderbetreuung aufzuteilen und mit der Arbeit zu verknüpfen. Aber Kinder und Vertrieb sind unvereinbar, wenn Eltern ungestört arbeiten müssen. Führt die Mutter vielleicht gerade ein Verkaufsgespräch, dann platzen plärrende Kinder mit brennenden Fragen wie „Was essen wir heute?“ im Zehn-Minuten-Takt in den Raum.

Abgesehen vom Aspekt Kinder, wie steht es um die Arbeitsatmosphäre im Homeoffice? Gewiss kennen Sie den Film „The Wolf of Wallstreet“. In einem riesigen Großraumbüro tätigen über 1000 Broker Aktienverkäufe. Eine wahnsinnige Stimmung herrscht dort, eine mitreißende Dynamik, ein immenser Austausch an Ideen und grenzenloser Kreativität und eine Riesenmotivation – und jetzt kommen wir im Homeoffice, sitzen vielleicht sogar in unserem Schlafzimmer, mit Jogginghose und ungekämmt. Das schreit doch geradezu nach Produktivität und Energie!

Homeoffice – fatal für den Vertrieb

Ein Berufszweig, den Homeoffice besonders hart trifft, ist der Vertrieb. Jeder Unternehmer, der seinen Verkäufern erlaubt, von daheim zu verkaufen, ist vollkommen irre. Verkauf lebt von Gruppendynamik. Da feiern sich die Kollegen gegenseitig, wenn jemand einen coolen Deal gemacht hat und pushen sich. „Wölfe jagen im Rudel und Verkäufer jagen auch im Rudel“, so Dirk Kreuter.

Auch Rituale spielen im Vertrieb eine immense Rolle. Bei Verkaufsabschluss rennt der Mitarbeiter in die Mitte des Raumes, drückt den fetten, roten Buzzer und wird beklatscht, weil er richtig abgeliefert hat. Haben Sie auch so einen Buzzer im Homeoffice? Wahrscheinlich nicht. Aber genau so funktioniert der Vertrieb. Dirk Kreuter bringt es auf den Punkt: „Jeder, der mir etwas anderes erzählen will, soll sich den Atem sparen!“

„Wölfe jagen im Rudel und Verkäufer jagen auch im Rudel!“

Qualitätskontrolle und Homeoffice

Auf der Unternehmerseite wiederum ist Homeoffice deshalb so unattraktiv, weil keine Qualitätskontrolle stattfindet. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist auch wichtig. Ist der Mitarbeiter im Homeoffice, kann der Chef nicht im Geringsten nachvollziehen, was da eigentlich wirklich passiert. Im Büro sieht man jedoch genau, wann Mitarbeiter kommen, wann sie gehen und wie sie arbeiten.

Und hat überhaupt einmal wer daran gedacht, dass im Homeoffice Karrierechancen flöten gehen? Chefs suchen sich ihre Toptalente bestimmt nicht aus dem Homeoffice aus, nein. Sie wollen sehen, wie engagiert Mitarbeiter sind, wie gut sie arbeiten und ob sie kreative Ideen beisteuern. Als Führungskraft will man genau solche leistungsbereiten Menschen!

Fazit:

„Nicht jeder kann mit Freiheit umgehen, nicht jeder kann sich organisieren. Und diese Menschen sind im Homeoffice vollkommen verloren. Sie brauchen feste Rituale, einen Vorgesetzten, der ihnen Orientierung gibt. Im Homeoffice sind längst nicht alle so produktiv wie im Büro.“

Anne Kläs

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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