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Interviews

Donato Muro: Der Full-Service-Sicherheitsexperte für Risikoprojekte 

Donato Muro ist Naturwissenschaftler, Ingenieur, Jurist und angehender Arbeitspsychologe. Damit bietet er Unternehmen, die sich mit dem Thema Sicherheit beschäftigen (müssen), ein wertvolles Gesamtpaket. Im Interview hat er uns erklärt, was seine Kunden von seiner Expertise erwarten können und warum sich Unternehmer nicht erst mit Arbeitssicherheit beschäftigen sollten, wenn es schon (fast) zu spät ist.

Unternehmer kommen früher oder später zwangsweise mit dem Thema Arbeits- und Brandschutz in Berührung. Bei Firmen, die mit Chemikalien oder anderen Gefahrstoffen arbeiten, kommen der Explosionsschutz und Umweltfaktoren noch dazu. Spätestens, wenn die Berufsgenossenschaft oder das Gewerbeamt vor der Tür stehen oder es schlimmstenfalls bereits einen Arbeitsunfall gegeben hat, sind Unternehmer auf der Suche nach einem Sicherheitsexperten, erklärt Donato Muro. Viele Sicherheitsingenieure decken dabei jedoch nur eine Sparte ab. Für die Bereiche Explosionsschutz, Brandschutz und die gesamte Umwelt-Sparte müssen weitere Fachkräfte engagiert werden. Bei Donato Muros Kunden ist das anders: Der Düsseldorfer ist selbstständiger Sicherheitsingenieur mit sage und schreibe drei Masterabschlüssen. Der 36-Jährige Donato Muro hat Kompetenzen in den Bereichen Sicherheits- und Brandschutzingenieurwesen und in der Chemie. Zudem ist er studierter Jurist und angehender Arbeitspsychologe. Mit seiner Expertise steht Donato Muro seinen Kunden allumfassend zur Seite.

Zu den Kunden des Inhabers mehrerer Firmen zählen vor allem Konzerne in der Industrie – also Unternehmen, bei denen Arbeitsschutz über ergonomische Schreibtischstühle hinausgeht. „Wir machen aus großen Problemen kleine Probleme und aus kleinen Problemen keine Probleme“, sagt Donato Muro über die ganz besondere Expertise, die er und sein Team aus Ingenieuren ihren Kunden bieten können. Sein Anspruch: Nicht nur für sichere Arbeitsplätze sorgen, sondern auch möglichst umfassende Maßnahmen treffen, wenn es doch mal zu einem Zwischenfall kommt. Wie genau er dabei vorgeht, hat uns Donato Muro im Interview verraten.

Donato Muro (links) mit Niklas Rahlmeyer. Muro ist Unternehmer aus Leidenschaft, so hat er sich bereits 2017 in die Selbstständigkeit begeben.

Donato Muro im Interview!

Herzlich willkommen im GEWINNERmagazin, Donato Muro! Mit deinen 36 Jahren bist du wahrlich ein Überflieger. Du kannst einen Lebenslauf vorweisen, der sicher auch viele gut zahlende Arbeitgeber begeistern würde. Wie kam es dazu, dass du dich dennoch selbstständig gemacht hast?

Vor meiner Selbstständigkeit habe ich in einem Ingenieurbüro und in der internen Revision eines renommierten Konzerns gearbeitet. Aber die Arbeit als Angestellter hat mich einfach nicht zufrieden gestellt. 2017 habe ich mich daher selbständig gemacht. Mittlerweile beschäftige ich einige Mitarbeiter in mehreren GmbHs, in denen wir schwerpunktmäßig Risikoprojekte abwickeln. Doch so rosig war es nicht immer: Nach einem ersten Großkundenauftrag gleich zu Beginn meiner Selbstständigkeit musste ich eine Weile lang um Aufträge kämpfen.

Arbeitsschutz ist für alle Unternehmen ein Thema

Heute ist das anders. Wie läuft eure Akquise mittlerweile ab? 

Es gibt gesetzliche Pflichten beim Thema Arbeitsschutz. Wir verkaufen unseren Kunden also etwas, das sie ohnehin brauchen. Unternehmen benötigen eine Gefährdungsbeurteilung und müssen Maßnahmen zum Mitarbeiterschutz treffen. Arbeit darf nicht krank machen. In Büros sind es im Wesentlichen ergonomische und psychische Faktoren. Wir konzentrieren uns allerdings auf die Industrie, wie beispielsweise die Petrochemie oder Chemie. Inzwischen zählen auch bekannte Konzerne sowie Grundversorger zu unseren Kunden. Da sind die Gefährdungen noch mal größer als in einem normalen Büro. Wir kommen in die Betriebe und machen aus großen Problemen kleine Probleme, beziehungsweise aus kleinen Problemen keine Probleme – das wissen unsere Kunden. Akquise ist bei uns also kaum mehr ein Thema.

Donato Muro, was sind üblicherweise eure Kunden? Wer fragt euch an für Konzepte und Beratungen?

Unsere Zielgruppe ist hauptsächlich die Großindustrie. Aber wir sind da offen. Wir betreuen auch mittelständische Firmen, vor allem größere Handwerksbetriebe mit rund 50 Mitarbeitern und Unternehmen im produzierenden Gewerbe, die in der chemischen Industrie Fuß fassen wollen. Sie müssen nachweisen, dass sie neben ihrem eigentlichen Job auch im Arbeitsschutz fit sind und nicht dazu beitragen, dass es aufgrund von fahrlässigem Verhalten zu einer Explosion kommen kann. Dafür benötigen sie Zertifikate. Wir unterstützen sie dabei.

Donato Muro

Donato Muro weiß um die Skepsis zur Vorsorge im Arbeitsschutz: „Unternehmen versuchen, Geld zu sparen und sehen den Mehrwert im Arbeitsschutz in der Regel nicht.“

Wie Donato Muro juristisches und technisches Wissen bündelt

Ihr bietet Unternehmen ein breites Spektrum im Bereich Sicherheit an. Was genau sind in den Betrieben eure Aufgaben, die über den normalen Arbeitsschutz hinausgehen?

Wir sind beliebte Ansprechpartner, wenn es um die Themen Chemie und kontaminierte Bereiche geht. Als kontaminierte Bereiche gelten zum Beispiel Baustellen in verseuchten Umgebungen. Dort können versehentlich Chemikalien ausgelaufen sein. Die Mitarbeiter müssen dann einen schweren Atemschutz tragen. Dabei gibt es allerdings Tragezeitbegrenzungen und die Mitarbeiter müssen einen Kurs absolviert haben, bevor sie so einen Schutz tragen können. Auch, wenn irgendwo im Betrieb Asbest gefunden wird, kommen die Firmen gern auf uns zu. Außerdem sorgen wir grob gesagt dafür, dass es zu keinen Bränden kommt und wir identifizieren, wo in einer chemischen Anlage eine Explosion ausgelöst werden könnte. Abgerundet wird unser Angebot vom Umweltschutz. Am Ende des Tages hängt alles von den gesetzlichen Regelungen ab. Wir versuchen, vor Ort eine technische Lösung zu schaffen.

„Ich finde das super spannend, da ich so meine Expertise als Ingenieur und Jurist gleichzeitig einbringen kann.“

Wie genau können sich die Leser eure Arbeit in den Betrieben vorstellen? Geht ihr hin und erstellt ein Konzept oder seid ihr als „Überwacher“ vor Ort?

Wir machen tatsächlich beides. Das Konzept ist wichtig, weil es nicht vom Zufall abhängen kann, wie gearbeitet wird. Das wird vorher auf Papier gebracht. Wer hochgefährliche Arbeiten verrichtet, muss überwacht und koordiniert werden. Das machen wir auch vor Ort. Diese Überwachung mögen die Betriebe natürlich nicht. Aber der Gesetzgeber zwingt die Großfirmen praktisch dazu.

Darum sollten Unternehmer laut Donato Muro vorsorgen

Du hast gerade angesprochen, dass die Unternehmen durch die Bezirksregierung oder andere Stellen dazu verpflichtet werden, sich einen Sicherheitsberater an Bord zu holen. Gibt es gute Gründe, warum man auch schon davor auf euch zukommen sollte? 

Es gibt auch Betriebe, die uns schon vorher anfragen. Aber machen wir uns nichts vor: Unternehmen versuchen, Geld zu sparen und sehen den Mehrwert im Arbeitsschutz in der Regel nicht. Eine Vorsorge würde natürlich Sinn ergeben. Je mehr schon vorher auf Arbeitsschutz geachtet wird, desto weniger Bußgelder und Verletztengelder kommen auf die Unternehmen zu, wenn es einen Unfall gegeben hat. Unter Umständen bleiben den Beteiligten dann sogar Gerichtsverfahren erspart.

Donato Muro

Donato Muro, hier zu sehen mit seinem Kollegen Osamah Khawaja, studiert aktuell Arbeitspsychologie, um die Mitarbeiter noch besser erreichen zu können.

Donato Muro, in Deutschland bieten ja einige Sicherheitsingenieure ihre Leistungen an. Was genau zeichnet dich und deine Expertise aus? Warum sollten sich Firmen für dich und dein Team entscheiden?

Ganz einfach: Wir sind ein echtes Ingenieurbüro. Wer bei uns einen Ingenieur bestellt, bekommt auch einen Ingenieur. Einige Dienstleister denken, dass den Job nicht unbedingt ein Ingenieur machen muss. Ich sehe das anders. Ein Ingenieur kann mit technischen Problemen noch einmal ganz anders umgehen. Außerdem können wir alle Randthemen, die zum Arbeitsschutz gehören, aus einer Hand anbieten. Bei anderen Anbietern muss dann ein weiterer Experte beauftragt werden. Wir können die Sparte HSE (Health, Safety, Environment) hingegen vollständig abdecken.

Umweltschutz: Auch in Betrieben auf dem Vormarsch?

Ist das Thema Umweltschutz etwas, das die Firmen in letzter Zeit verstärkt beschäftigt?

Da hat sich eigentlich nicht viel geändert: Die Unternehmen machen nicht mehr, als nötig. Aber die Umweltschutzgesetze ändern sich, genau wie im Arbeitsschutz, regelmäßig. Chemieparkbetreiber fragen sich dadurch natürlich immer wieder, wie sie es schaffen können, sich an die neuen Vorschriften zu halten. Es gab zuletzt eine große Änderung zu Schadstoffen in der Luft, vor zwei Jahren zu wassergefährdenden Stoffen. Das kann schon mal dazu führen, dass wir zusätzlich gebucht werden – auch, wenn Firmen eine eigene HSE-Abteilung haben. Sie haben häufig keine Zeit, mit sich den Neuerungen zu beschäftigen und vergeben es dann extern.

Donato Muro: Ein Sicherheitsingenieur sollte auch Psychologe sein

Ich habe gelesen, dass es vor 20 Jahren noch sehr viel mehr Arbeitsunfälle gab. Durch den technischen Fortschritt sind die Zahlen stetig gesunken, bleiben nun aber seit einigen Jahren unverändert. Die technischen Möglichkeiten sind wohl weitgehend ausgeschöpft. Worauf kommt es jetzt an, um den Arbeitsschutz noch weiter zu verbessern? 

Die technischen Maßnahmen sind zu 99 Prozent ausgereizt, das ist richtig. Die 1 Prozent bleiben bestehen, weil unsichere Maschinen auf den Markt kommen, die nie hätten verkauft werden dürfen. Der Human Factor ist hier ganz wichtig. Das heißt, wir versuchen, den Arbeitsplatz für den Menschen zu gestalten und nicht umgekehrt. Wenn in einer Werkstatt eine falsche Schraube benutzt wird, kann es sein, dass sich ein Teil löst. Der Arbeitsplatz sollte also so gestaltet sein, dass Mitarbeiter erst gar keine Fehler machen können. Die Schraubenbox wird zum Beispiel beschriftet und beinhaltet die richtigen Schrauben. 

Es steht ein System dahinter. Auf der anderen Seite müssen wir das Mindset der Leute ändern. Das ist auch der Grund, warum ich aktuell noch Arbeitspsychologie studiere.

„Ich habe erkannt, dass wir die Menschen erreichen und dass sie die Maßnahmen akzeptieren müssen.“

Dabei geht es stark um Arbeitspsychologie. Viele Menschen wollen keine Veränderung. Das Ziel ist es, den Mitarbeitern zu verstehen zu geben, dass wir nur möchten, dass sie abends gesund nach Hause gehen.

Donato Muro

Osamah Khawaja und Donato Muro befinden sich bei ihrem Beratungsangebot im mittleren Preissegement, denn laut Muro sollte Arbeitsschutz bezahlbar bleiben.

Notfallpläne sind verbindlich

Wie sieht es mit Notfallplänen aus? Wenn gerade etwas passiert ist, weiß man im Chaos oftmals nicht, wie man sich verhalten soll.

Wir üben Evakuierungen und stellen Pläne in Übereinstimmung mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz zusammen. Das machen wir vor allem für die kleineren Betriebe. Bei einem Konzern, der Chemikalien lagert oder handelt, gibt es besondere Verordnungen. So ein Notfallplan wird von uns gemeinsam mit jemandem vom Betrieb erstellt. Wir geben die richtigen Ansätze und Formulierungen. Wenn der Notfall eintritt, kann und muss sich dann jeder an diesen Plan halten. Auch dann, wenn die Angst mitschwingt.

Donato Muro über die Zukunft im Arbeitsschutz

Wagen wir einen Blick in die Glaskugel: Was glaubst du, wird in Sachen Arbeitsschutz noch auf die Unternehmen zukommen? Und welche Rolle willst du dabei spielen, um sie dabei zu begleiten, mit diesen Anforderungen umzugehen und sie so zu lösen, dass es nachvollziehbar und kostengünstig bleibt?

Ich bin da völlig auf der Seite der Arbeitgeber: Arbeitsschutz muss bezahlbar bleiben. Deshalb sind wir zum Beispiel auch nicht so teuer, wie man vielleicht denken mag. Wir befinden uns im mittleren Preissegment. Die Herausforderungen werden auch künftig Sprachbarrieren und fehlende Qualifikationen der Mitarbeiter sein, die wir auf den Baustellen beobachten. Gleichzeitig werden die Anforderungen des Gesetzgebers immer größer. Ich kann nur raten, sich darüber bereits jetzt Gedanken zu machen, um später nicht aus der Not heraus agieren zu müssen. Wir bereiten vor und wissen, was kommen wird und was getan werden muss. Dazu bieten wir neben einem Onboarding für neue Mitarbeiter auch Lehrgänge und Schulungen an. Diese können zu einem Großteil nicht nur in Präsenz, sondern mittlerweile auch zeit- und kostensparend über unsere Online-Akademie auf Sicherheitsingenieur.NRW absolviert werden. 

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Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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