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Dresden setzt auf nachhaltige Wasserversorgung für Halbleiterindustrie
Nachhaltige Wasserversorgung als Wachstumsmotor
Die Halbleiterindustrie in Dresden steht vor einem bedeutenden Entwicklungsschritt: Ab 2030 soll ein neues Flusswasserwerk an der Elbe die Brauchwasserversorgung der Branche sicherstellen. Mit der Beauftragung des Unternehmens Hochtief als Generalübernehmer für Planung, Genehmigung und Bau wird ein wichtiger Grundstein gelegt. Die Investitionssumme beläuft sich auf über 300 Millionen Euro, wobei das Land Sachsen 100 Millionen Euro und die Stadt Dresden 50 Millionen Euro übernehmen.
Impuls für die Halbleiterproduktion
Frank Bösenberg, Geschäftsführer des Branchenverbands Silicon Saxony, betont die Notwendigkeit einer zuverlässigen Wasser- und Energieinfrastruktur für die Halbleiterproduktion. Das neue Flusswasserwerk wird als entscheidender Impuls für das Wachstum der Halbleiterindustrie in der Region angesehen. In der kommenden Woche will Silicon Saxony genauere Zahlen zur Entwicklung präsentieren. „Die Zeichen stehen auf Wachstum“, so Bösenberg optimistisch.
Strategische Investitionen in die Zukunft
Ein Blick auf die aktuellen Projekte zeigt, dass die Branche in Dresden floriert. Am 2. Juli eröffnet Infineon sein neues Werk, drei Monate früher als ursprünglich geplant. Zudem wird im Norden der Stadt ein Chipwerk von ESMC, eine Kooperation des taiwanesischen Unternehmens TSMC mit Bosch, Infineon und NXP Semiconductor, errichtet. Diese Investition beläuft sich auf beeindruckende zehn Milliarden Euro, während Infineon rund fünf Milliarden Euro in seine neue Fertigungsstätte investiert.
Versorgungssicherheit und Ressourcenschutz
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sieht das Flusswasserwerk als Schlüsselprojekt zur Stärkung von Dresdens Position als Zentrum der europäischen Mikroelektronik. Durch die Entkopplung von Brauch- und Trinkwasserversorgung wird nicht nur die wertvolle Ressource Wasser geschont, sondern auch die Versorgungssicherheit für die Industrie und die Bevölkerung gewährleistet.
Sachsen als Vorreiter der europäischen Technologien
Der sächsische EU-Abgeordnete Oliver Schenk (CDU) hebt hervor, dass Sachsen eine zentrale Rolle in der europäischen Halbleiterlandschaft spielt. Die Region zeigt, wie Technologieführerschaft in Europa aussehen kann. Um diese Stärke weiter auszubauen, ist es entscheidend, Sachsen als wichtigen Baustein der europäischen Technologiesouveränität zu etablieren.
Zukünftige Kapazitätserweiterungen
Um die Wasserversorgung sowohl für die Bevölkerung als auch für die Industrie zukunftssicher zu gestalten, plant Sachsenenergie eine schrittweise Trennung der Trinkwasserversorgung von der Industriewasserversorgung. Das neue Wasserwerk im Stadtteil Übigau wird ab Ende 2030 über zwei unterirdische Leitungen die Chiphersteller im Dresdner Norden versorgen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird eine Kapazitätserweiterung im Wasserwerk Hosterwitz den steigenden Bedarf der Branche decken.
Umweltfreundliche Wasserentnahme
Die geplante Anlage wird in der Lage sein, täglich bis zu 67.000 Kubikmeter Wasser bereitzustellen. Dabei fließen 80 bis 90 Prozent des genutzten Wassers gereinigt über die Stadtentwässerung in die Elbe zurück. Selbst bei Niedrigwasser sollen weniger als 0,23 Prozent des Wassers entnommen werden, das täglich pro Sekunde durch Dresden fließt.
Internationales Interesse
Sachsenenergie-Vorstand Frank Brinkmann berichtet, dass der Bau des Flusswasserwerkes auch international auf Interesse stößt. Die bisherigen Erfahrungen werden bereits von anderen Regionen in Deutschland und Europa nachgefragt, mit Anfragen aus den Niederlanden und Frankreich. Damit könnte das Projekt als Modell für andere Industriestandorte dienen und die Wettbewerbsfähigkeit der Region weiter stärken.
Chefredakteur des GEWINNERmagazins, PR-Experte und Gesicht hinter den Content und Blog-Strategien von internationalen Konzernen und erfolgreichen Unternehmern aus ganz Deutschland. Mehr unter rubenschaefer.de










