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Was man beim E-Recruiting als Bewerber und Unternehmen beachten sollte
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Ratgeber

Was man beim E-Recruiting als Bewerber und Unternehmen beachten sollte

Man kann über die digitale Transformation in den Unternehmen denken, was man will – die Personalabteilungen vieler Unternehmen können mit gutem Recht von sich behaupten, Pioniere der Digitalisierung zu sein.

Sie waren es, die als Erste ihren Geschäftsprozess – den der Personalbeschaffung – digitalisiert und damit ganz auf das Internet umgestellt zu haben. Der Erfolg gibt ihnen recht. Denn nur noch knapp 10 Prozent der Unternehmen bevorzugen Bewerbungen auf dem guten alten Postweg. Der Rest setzt durch E-Recruiting auf die digitale HR-Transformation und damit auf Fokussierung, reibungslose Abläufe, Barrierefreiheit und vor allem Schnelligkeit. Sowohl, was Stellenausschreibungen und die direkte Kontaktaufnahme mit potenziellen Kandidaten betrifft, als auch, wenn es um das Handling der eingetroffenen Bewerbungen und um eine möglichst zeitnahe Antwort geht. 

Was genau versteht man unter E-Recruiting?

Beim E-Recruiting handelt es sich um einen Oberbegriff aus dem Personalmarketing. Unter diesem Begriff werden sämtliche Personalbeschaffungsmaßnahmen eines Unternehmens zusammengefasst, die mithilfe des Internets, der elektronischen Medien sowie von spezialisierten Personalsystemen vollzogen werden. Ganz gleich, welche Wege mit E-Recruiting genau beschritten werden – das Ziel eines solchen Prozesses ist es immer, geeignete Kandidaten zu finden und als Mitarbeiter für das eigene Unternehmen zu gewinnen. 

E-Recruiting: Welche Kanäle und Instrumente gibt es? 

Wollte ein Unternehmen nicht gerade die Dienste eines Headhunters in Anspruch nehmen, so standen ihm noch vor gar nicht so langer Zeit hauptsächlich Stellenanzeigen in den einschlägigen Medien als Mittel der aktiven Personalakquisition zur Verfügung. Heute spielen diese zwar immer noch eine gewisse Rolle. Allerdings nutzen mittlerweile immer mehr Unternehmen die vielen neuen digitalen Kanäle für E-Recruiting. Die wichtigsten von ihnen beim E-Recruiting sind: 

Die Firmenhomepage 

Eine gelungene Firmenhomepage dient nicht nur der Präsentation als attraktiver Arbeitgeber. Sie ist Teil des unverzichtbaren Employer Brandings, das sich aus vielen Faktoren zusammensetzt und das Image des Unternehmens nach Außen prägt. Ein im HR-Sinne gelungener Websiteauftritt stellt bevorzugt auch eigene Recruiting-Bereiche zur Verfügung, über die die Interessenten möglichst schnell und reibungslos die wichtigsten Informationen abrufen und ihre Bewerbung einreichen können. Auf dem Markt gibt es spezialisierte Tools, die den gesamten Recruitingprozess unterstützen. 

Imagefördernde Unternehmenskommunikation für das E-Recruiting

Zum Employer Branding gehören auch alle Äußerungen, die das Unternehmen in der Öffentlichkeit macht. Und alle Nachrichten, die darüber ausgetauscht werden. Daher sollte insbesondere die Unternehmenskommunikation in der PR potenzielle Bewerber im Blick behalten und wichtige Werte wie z.B. Arbeitsatmosphäre, Innovationsfreudigkeit, Nachhaltigkeit, Entfaltungs- und Karrieremöglichkeiten, soziale Leistungen, Work-Life-Balance oder Arbeitsplatzsicherheit immer wieder betonen und herausstellen. 

Jobbörsen

Spezialisierte Jobbörsen wie StepStone oder Monster erleichtern es den Unternehmen, an die begehrten Kandidaten zu kommen und mit ihnen durch E-Recruiting in Kontakt zu treten. Vor allem die Möglichkeit, dort als Bewerber bereits ein Bewerberprofil samt ergänzenden Dokumenten zu hinterlegen, unterstützt die Unternehmen bei der Vorauswahl geeigneter Kandidaten sehr. Dabei spielt die Suchfunktion hier eine zentrale Rolle, da sich so die Suchkriterien von vornherein eingrenzen lassen. 

Soziale Medien

Berufszentrierte Netzwerke bzw. Plattformen wie zum Beispiel Xing oder LinkedIn dienen nicht nur der Netzwerkbildung und dem gegenseitigen Austausch. Sie werden zunehmend auch als Kontaktstellen im E-Recruiting genutzt, an denen Personalabteilungen direkt auf geeignete Kandidaten zugehen und sie direkt ansprechen können. 

Vorteile von E-Recruiting

Die Vorteile des E-Recruitings gegenüber dem klassischen Weg über Anzeigen liegen auf der Hand. Die Vermeidung von Medienbrüchen führt nicht nur zur Schnelligkeit des gesamten Prozesses. Sie hilft auch, Fehler auf beiden Seiten des Bewerbungsprozesses zu vermeiden. Eine nahtlose digitale Übernahme in das eigene Recruitingsystem und die Zuhilfenahme von Recruiting-Tools samt künstlicher Intelligenz tun ihr Übriges. Überdies fördert die elektronische Mitarbeiterbeschaffung die so wichtige Diversität in den Unternehmen. Denn E-Recruiting sorgt für eine höhere Objektivität des Auswahlprozesses und für geringere Diskriminierung.  

Mensch oder Maschine?

Bei dem hohen Grad an Digitalisierung stellt sich die Frage, wer denn eigentlich über eine Neueinstellung im E-Recruiting entscheidet. Ist es der Mensch, oder sind es bereits Maschinen bzw. lernende KI-Systeme? Die Antwort lautet: beides! Wie oben bereits erwähnt, werden die Entscheidungsprozesse – wo immer es Sinn ergibt – technologisch unterstützt. Nicht zuletzt zählt dazu immer öfter die künstliche Intelligenz. Deren Algorithmen können sehr genau auf die Anforderungen der Unternehmen und der jeweiligen Unternehmensbereiche eingestellt werden. Das letzte Wort haben allerdings in den meisten Fällen die Menschen. In Unternehmen mit einer funktionierenden Unternehmenskultur sind es nicht mehr nur die Personalabteilungen. Vielmehr werden durch die Möglichkeiten der Telekonferenz-Software wie zum Beispiel Microsoft Teams oder Zoom immer öfter die Teamkollegen selbst mit in den Entscheidungsprozess einbezogen, indem sie Interviews mit ausgewählten Kandidaten führen und so ihre Präferenzen äußern können. 

Fazit 

Längst vorbei sind Zeiten, als die potenziellen Kandidaten eine anonyme, trübe Masse waren, in die man sozusagen die Angel mit der Stellenanzeige hineinwerfen musste, damit mehr oder wenige geeignete Bewerber anbeißen konnten. Heute lassen sich Nachwuchskräfte und High Potentials hauptsächlich im Internet finden und durch E-Recruiting auch gezielt ansprechen. Ganz gleich, ob auf Online-Jobbörsen oder in beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn.

Darüber hinaus nutzen die meisten Unternehmen die exzellenten und unbegrenzten Möglichkeiten, sich potenziellen Mitarbeitern als moderne Arbeitgeber mit Zukunft präsentieren zu können. Technologische, selbstlernende Tools unterstützen den Bewerbungsprozess, sodass er inzwischen zu weiten Teilen digital abläuft. Dies ist auch der Grund für dessen Erfolg in einem Markt, der immer stärker umkämpft ist und der wie kein anderer über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen entscheidet.

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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