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Ein Rekordjahr für Europas Start-ups: Deutschland kommt bei Investitionen auf Platz zwei

Obwohl die Prognosen für die Start-up-Szene bis zum Sommer eher schlecht aussahen, können die Gründer das Ruder zum Ende des Jahres noch herumreißen. Das gab der schwedische Wagniskapitalgeber Atomico in seinem jährlichen Lagebericht bekannt.

Trotz der Krise fließen dieses Jahr voraussichtlich 2,5 Milliarden Dollar mehr in europäische Start-ups als 2019. Die Start-up-Szene würde damit einen Investitionsrekord von 41 Milliarden US-Dollar erreichen. Diese Zahlen prognostizierte der schwedische Wagniskapitalgeber Atomico in seinem Lagebericht 2020. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Lageberichts hatte der europäische Tech-Sektor knapp 35 Milliarden US-Dollar an Wagniskapital. 

Eine positive Wandlung

Dabei sah die Situation im Frühjahr diesen Jahres sehr viel ernüchternder aus. Die Umsatzeinbrüche und Investitionsstopps sorgten für negative Prognosen. Allerdings erholte sich die Lage schnell und seit dem Spätsommer stiegen die Investments in europäische Tech-Unternehmen sukzessive an. Allein im September erreichten sie rund fünf Milliarden Dollar. Das ist der höchste Monatswert, der in der Geschichte erzielt wurde. 

Die großen Profiteure sind hierbei besonders die Softwareanbieter. In den Sektor fließen allein schon sieben Milliarden Dollar. Nur Fintechs übertrumpfen diesen Wert noch mit 9,4 Milliarden Dollar. Einen wichtigen Beitrag zu der positiven Lage haben auch die hohen Finanzierungsrunden beigetragen, darunter vom schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna (850 Millionen) sowie dem britischen N26-Konkurrenten Revolut (500 Millionen). Weniger profitabel war das Jahr jedoch für Start-ups aus den Bereichen Tourismus und Mobilität. 

Die Digitalisierung als Antreiber der Start-up-Szene

Atomico-Partner und Studienautor Tom Wehmeier schreibt vor allem der Digitalisierung eine große Rolle zu. Nur so konnte sich die Start-up-Szene schnell erholen. Dem Business Insider erklärte er: „Im Verlauf des Jahres wurde immer deutlicher, dass Tech-Unternehmen die Netto-Nutznießer der veränderten Verhaltensmuster von Verbrauchern und Unternehmen sein werden.“ Das habe laut ihm auch das eigene Vertrauen auf beiden Seiten gestärkt. Gründer würden dadurch ermutigt, mehr nach Wachstumskapital zu suchen und Geldgeber seien wieder dazu bereit, mehr zu investieren. 

Was die deutschen Start-ups betrifft, so konnten sie bisher 5,4 Milliarden Dollar an Kapital erlangen. Das ist ein Minus von 22 Prozent zu 2019. Und doch konnten die deutschen Gründer im europäischen Ranking punkten. Sie erreichen Platz zwei der größten Start-up-Nationen mit 5.375 Milliarden US-Dollar (nach Summe der Investments). Platz eins erreicht Großbritannien mit 12,5 Milliarden Dollar. Dabei zählen Berlin und München zu den Top fünf der Start-up-Hubs (gemessen am Kapitaleinfluss). Als Vorbild geht das Start-up N26 hervor mit einer geschätzten Bewertung von rund 3,5 Milliarden Dollar.  

Zum Lagebericht von Atomico

Der Wagniskapitalgeber Atomico hat dieses Jahr zum sechsten Mal den Lagebericht veröffentlicht. Dabei zählt der Bericht zu den detailliertesten der europäischen Start-ups. Mitbeteiligt waren außerdem die Anwaltskanzlei Orric sowie das finnische Netzwerk Slush. Die Daten stammen von Auswertungen öffentlicher Quellen und einer Umfrage von knapp 3.000 Teilnehmern.

Zum vollständigen Bericht gelangt ihr hier.

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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