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Ende einer Ära: Goldman Sachs stößt Apple Card ab

JP Morgan stärkt seine Stellung im Kreditkartensektor

JPMorgan Chase wird künftig als Herausgeber der Apple Card auftreten und damit Goldman Sachs ablösen. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen sollen nach Abschluss der Vereinbarung Guthaben von über 20 Milliarden US-Dollar auf die Infrastruktur von Chase übertragen werden. Für JP Morgan ist dies ein weiterer Baustein zur Festigung seiner Marktposition im lukrativen Kreditkartengeschäft. Am technischen Unterbau ändert sich wenig: Das Zahlungsnetzwerk der Apple Card bleibt weiterhin bei Mastercard.

Goldman zieht sich weiter aus dem Privatkundengeschäft zurück

Für Goldman Sachs ist der Deal ein konsequenter Schritt im Rückzug aus dem Privatkundensegment. Konzernchef David Solomon erklärte, mit dieser Transaktion werde die strategische Neuausrichtung des Geschäftsbereichs im Wesentlichen abgeschlossen. Finanzielle Auswirkungen sind bereits absehbar: Für das vierte Quartal 2025 erwartet Goldman einen Gewinnanstieg von rund 46 Cent je Aktie.

Bilanzielle Effekte und Rückstellungen

Der Gewinnimpuls resultiert vor allem aus der Auflösung von Rückstellungen für Kreditausfälle in Höhe von 2,48 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig rechnet Goldman mit Belastungen der Nettoerlöse von 2,26 Milliarden US-Dollar sowie zusätzlichen Kosten von 38 Millionen US-Dollar. Auch JP Morgan bereitet sich auf bilanzielle Effekte vor und plant, im vierten Quartal 2025 Rückstellungen für Kreditverluste von rund 2,2 Milliarden US-Dollar zu bilden.

Abschluss erst nach regulatorischer Zustimmung

Die Vereinbarung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aufsichtsbehörden. Mit einem Abschluss wird erst in etwa zwei Jahren gerechnet. Damit bleibt genügend Zeit für die operative Integration des Kartenprogramms in die Systeme von Chase.

Apple Card: Ein Projekt mit Ambitionen und Grenzen

Goldman Sachs und Apple hatten ihre Partnerschaft bereits 2023 offiziell beendet. Die 2019 gestartete Apple Card war mit dem Anspruch angetreten, den Kreditkartenmarkt neu zu denken – unter anderem mit Gebührenfreiheit und Cashback-Programmen. Interne Probleme und hohe Kosten im Privatkundengeschäft führten jedoch dazu, dass Goldman seine Strategie grundlegend überarbeitete. Mit der Übergabe an JP Morgan findet dieses Experiment nun seinen formalen Abschluss.

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