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Guardian Technologies im Interview
© Jack Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov

Interviews

Jack Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov von Guardian Technologies: Mit diesem Produkt revolutionieren sie den Brandschutzmarkt

Jack Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov sind die Gründer von Guardian Technologies, einem Hersteller für High-Tech Brandlöschsysteme. Ihr innovatives Produkt ist eine platzsparende, günstige und rückstandsfrei löschende Alternative zu herkömmlichen Brandlöschsystemen. Wie genau ihr eigens entwickeltes System funktioniert und wieso es den Brandschutzmarkt revolutionieren wird, erklären sie uns im Interview.

Jährlich sterben allein in Deutschland mehr als 300 Personen an den Folgen eines Brandes, mehrere Zehntausend werden mitunter schwer verletzt. Um dem entgegenzuwirken, sind professionelle Brandlöschsysteme in den meisten großen Gebäuden verpflichtend – zum Leid vieler Unternehmen und Bauträger. Denn die bisher gängigen Produkte in diesem Gebiet haben einige Schwachstellen: Kommt beispielsweise eine Sprinkleranlage einmal zum Einsatz, entstehen bei der Löschung oft immense Schäden durch Wasser. Das verursacht Versicherungen jährlich Schadensfälle in Milliardenhöhe. Ganz zu schweigen von den schwerwiegenden Produktionsausfällen für Unternehmen, denen aufgrund wochenlanger Sanierungsarbeiten die Hände gebunden sind. Darüber hinaus sind die aktuell am Markt verfügbaren Produkte alles andere als schön anzusehen und benötigen sehr viel Platz. Und natürlich bringen sie einen sehr hohen Installationsaufwand und entsprechende Kosten mit sich. All das sind Probleme, die Jack Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov von Guardian Technologies mit ihrer Erfindung umgehen.

Als Gründer von Guardian Technologies haben sie ein Brandlöschsystem entwickelt, das kompakt und nachträglich installierbar ist. Unnötige Sachschäden werden mit Hilfe des kameragesteuerten Brandlöschsystems umgangen, das Brände frühzeitig erkennt und gezielt löscht. Außerdem wird ein Löschmittel genutzt, das den Brand nahezu rückstandsfrei bekämpft. Durch die enorm schnelle Reaktionszeit des Systems sollen Brandkatastrophen im Keim erstickt, Menschenleben gerettet und Schäden in Milliardenhöhe vermieden werden.

 

Jack Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov von Guardian Technologies im Interview!

Willkommen im GEWINNERmagazin, Jack und Stanislav. Wieso braucht der Brandschutzmarkt ein neuartiges System wie eures?

Jack: Es gibt diverse Studien über die immensen Verletzungen, die Personen durch Brände erleiden und die Sachschäden, die jährlich durch Brände entstehen – das sind allein in Deutschland sechsstellige Fallzahlen. Mit unserem Produkt möchten wir den Brandschutzmarkt revolutionieren und diese Fallzahlen auf Null bringen. Es geht natürlich in allererster Linie darum, Menschenleben zu retten, wo es nur geht. Durch unser System sollen Gebäudebrände überhaupt nicht mehr entstehen können.

Natürlich gibt es bereits einige große Anbieter am Markt, aber die machen alle dasselbe. Und jetzt kommen wir mit einer neuen Lösung um die Ecke. Und diese wird auch benötigt, das wissen wir aus erster Hand. Viele Bauherren haben uns berichtet, dass sie versucht haben, Baurichtlinien zu umgehen und Brandschutzlücken auszunutzen, damit sie um die Verwendung einer klassischen Brandschutzanlage herumkommen. Das rührt einerseits daher, dass diese eben sehr teuer sind und andererseits verzögert sich auch der Bau von Gebäuden, weil die Installation dieser Systeme so aufwendig ist. Wir haben genau diese Probleme ins Visier genommen und mit unserem Produkt eine sehr gute Alternative geschaffen.

Jack Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov von Guardian Technologies

Jack Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov, die Gründer von Guardian Technologies.

Modernste Technologie um Menschenleben zu retten

Wie funktioniert euer System denn genau?

Jack: Wir haben ein sehr kompaktes System geschaffen, das durch KI gesteuert wird. Es wird von dem Produkt zwei Varianten geben: Eine „Home“ und eine „Professional“-Variante. Diese sind dann jeweils für unterschiedliche Leistungen ausgelegt. Das System erkennt, ob eine Flamme gewollt ist, beispielsweise die Flamme einer Kerze oder ob es sich um einen ungewollten Brand handelt. Wird ein ungewollter Brand erkannt, wird seine Position bestimmt und er wird gezielt gelöscht. Als Beispiel: Zündest du ein Feuerzeug in einem Raum an, in dem keine Flammen auftreten dürfen, dann dauert es nur sechs Sekunden, bis der Brand detektiert, verifiziert und dann auch gelöscht ist. Das gilt sowohl für kleine als auch sehr große Brände. Darüber hinaus benötigt das System im Durchschnitt weniger als 100 Milliliter zum Löschen, wohingegen eine Sprinkleranlage mehrere Hundert Liter freisetzt.

 

So kamen die Unternehmer in die Brandschutzbranche

Nun gibt es nicht viele junge Unternehmer, die im Brandschutzmarkt tätig sind. Wie kam es dazu, dass ihr auf diese Branche aufmerksam geworden seid?

Jack: Als ich vor einigen Jahren noch in der Lehre zum Mechatroniker war, kam ich eines Abends nach Hause und in meiner Straße waren überall Rettungswagen und Feuerwehrautos. Es gab einen Brand, der mehrere Gebäude erfasst hatte. Man liest ganz oft über Brände, aber so einen selbst mitzuerleben, hat mir die Augen geöffnet. Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Die Feuerwehrmänner haben letztendlich mehrere Stunden gebraucht, um den Brand zu löschen und die Gebäude waren völlig zerstört. Einerseits natürlich durch den Brandschaden, aber auch durch den erheblichen Löschschaden.

Nach diesem Vorfall habe ich mich damit beschäftigt, welche Optionen es denn überhaupt gibt, mit denen man sich im Falle eines Brandes schützen kann. Da gab es dann automatisierte Systeme, wie die Sprinkleranlage oder die Brandmeldeanlage. Allerdings sind diese unfassbar kompliziert in der Planung, wahnsinnig teuer und sie verursachen einen riesen Schaden, wenn sie mal angehen. Dann ist nicht nur der Brandschaden das Übel, sondern auch der Löschschaden. Mein erster Gedanke war: „Es kann nicht sein, dass das der Stand der Technik ist.“ Und damit hat alles begonnen.

Guardian Technologies sorgt für Sicherheit in Sachen Brandschutz

Als „kompakt, gezielt und rückstandsfrei“ beschreiben die Gründer ihr innovatives Brandschutzsystem.

Von den ersten Entwürfen zu einem vielversprechenden System

Wie ging es dann weiter?

Die ersten Zeichnungen für das System habe ich im Januar 2016, wenige Tage nach dem Brand, gemacht. Ich habe mir dann nach und nach das nötige Equipment besorgt, um einen Prototypen zu fertigen. Die Teile wurden mit der Zeit immer komplexer und ich habe durch mein Maschinenbaustudium auch neue Technologien und Verfahren kennengelernt. Und damit kam es dann zum Einstieg in den 3D-Druck und auch zu der Entstehung meines zweites Unternehmen „STEREOLYX“. Mit Hilfe des 3D-Drucks konnten wir Teile herstellen, die viel kleiner und auch effizienter waren, als zuvor. Das war ein wichtiger Knackpunkt; denn damit wurde uns eine große Entwicklungshürde genommen. Wir konnten durch den 3D-Drucker umsetzen, was in der herkömmlichen Fertigung nicht möglich ist.

Danach ging alles sehr schnell: Ich habe mich Tag und Nacht mit der Programmierung der Systeme beschäftigt. Ich komme ja aus der Mechatronik, aber was die Programmierung angeht, hatte ich vorher kaum Erfahrung. Das habe ich mir alles selbst beigebracht, aber gleichzeitig auch gemerkt, dass ich noch zusätzliche Hilfe in diesem Bereich brauche. Im Rahmen meines anderen Unternehmens, das im 3D-Druck tätig ist, wurde ich als Sponsor für Formula Student zu einem Event eingeladen und habe dort Stan kennengelernt. Wir haben uns sofort blendend verstanden und daraufhin zusammengetan. Er hatte zu der Zeit Physical Engineering studiert und an Forschungsprojekten im Bereich der KI gearbeitet. Durch die Erfahrungen aus der Bildverarbeitung konnten wir relativ schnell ein Konzept für die fehlende Feuererkennung erstellen. Darüber hinaus haben wir schnell gemerkt, dass wir uns in den Kompetenzen sehr gut ergänzen und das Gesamtkonzept hinter dem System solide ist.

 

Wie Guardian Technologies entstand

Und dann habt ihr das Projekt gemeinsam in Angriff genommen?

Ja, das war dann der Anfang unserer Zusammenarbeit. Gemeinsam haben wir überlegt, wie unser System aussehen soll. Letztlich haben wir drei Eigenschaften festgelegt: An erster Stelle steht natürlich, dass es Brände so schnell wie möglich erkennt. Idealerweise in dem Moment, in dem ein Brand auftritt, der nicht aufzutreten hat. Die zweite wichtige Eigenschaft ist, dass der Löschschaden so gering wie möglich ist. Und zuletzt sollte das System so konzipiert sein, dass es nachträglich ohne großen Aufwand installiert werden kann und möglichst kompakt ist, damit es nicht das Design des Raums stört.

Jack Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov setzen neue Maßstäbe im Brandschutz

Bisherige am Markt verfügbare Brandschutzanlagen sind in vielerlei Hinsicht problematisch: hoher Platzbedarf, komplexer Installationsaufwand und hohe Anschaffungs- und Installationskosten.

Guardian Technologies revolutioniert die Brandschutzbranche

Ihr habt also ein System entwickelt, das Feuer erkennen kann. Wie funktioniert das System?

Stan: Genau, am Anfang mussten wir erstmal klären, wie das System funktionieren soll. Es stellte sich eben die Frage, wie es möglich ist, mit einer Kamera ein Feuer zu erkennen. Da kam dann die KI und die Bildverarbeitung ins Spiel. Durch unser Fachwissen und die Erfahrung der letzten Jahre entwickelten wir unsere eigene optische Hardware, um Feuerquellen mit hoher Sensitivität zu erkennen. Das System gibt es in dieser Art noch nicht auf dem Markt. Klassisch werden Wärmebildkameras genutzt, die haben aber nicht die Möglichkeit, die 180-Grad-Aufnahmen zu machen, die wir möchten. Und sobald man Wärmebildkameras mit hoher Auflösung verbauen möchte, zahlt man schon mal um die 50.000 Euro. Unser Ziel war es, ein System zu schaffen, das eine Verbindung zwischen geringen Kosten und hoher Auflösung schafft. Wir haben viele Ideen ausprobiert und haben heute ein Produkt, das technologisch herausragend ist.

Das klingt sehr vielversprechend. Welche Schritte plant ihr jetzt?

Jack: Aktuell bewegen wir uns in mehrere Richtungen gleichzeitig. Seit der Gründung konnten wir neue Mitarbeiter einstellen und eine erste Version des Systems fertigstellen. Mit dieser Version gehen wir jetzt in die Feldtests, in die Imagefilmproduktion und wenden uns auch an potenzielle Kunden und Projektpartner. Wir sehen schon ein sehr starkes Interesse aus dem verwaltungstechnischen Bereich und sind mit ersten Kunden im Gespräch. Wir rechnen damit, dass voraussichtlich in einem Jahr erste Pilotprojekte starten und das System danach in die Massenfertigung gehen kann.

Weniger Brandschäden durch Guardian Technologies

Jack Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov haben es sich zur Mission gemacht, durch Brände verursachte Gebäudeschäden und den damit zusammenhängenden Verlust von Personen zukünftig so weit wie möglich zu vermeiden.

Jack und Stanislav von Guardian Technologies können mit Expertise überzeugen

Ihr habt schon erklärt, dass ihr eine Art Kamera nutzt, um Brände zu erkennen. Wie sieht es da mit der IT-Sicherheit aus und wie stellt ihr sicher, dass die Kamera wirklich nur Brände erkennt?

Stan: Wir nutzen einen modifizierten Sensor – das bedeutet, in dem Bild von diesem Sensor sind nur sehr warme Quellen zu erkennen, wie beispielsweise Feuer. Dadurch sind keinerlei personenbezogene Merkmale oder sensible Daten aus der Umgebung zu sehen. Wird unser System in einem Schlafzimmer verbaut, dann sind keine Menschen zu erkennen. Daher ist unser Produkt auch datenschutzrechtlich unbedenklich. Was die IT-Sicherheit betrifft, arbeiten wir mit Technologien, die die heutigen Standards übertreffen.

Bisher dominieren einige große Anbieter auf dem Brandschutzmarkt. Welche Vorbehalte haben die Menschen eurer sehr innovativen Lösung gegenüber?

Jack: Dadurch dass wir in einer sehr kritischen Branche tätig sind, kommen auch mal Vorurteile auf. Der Brandschutz ist einer der heikelsten und der am schärfsten reglementierten Branchen. Und natürlich sind hier die Erwartungen besonders hoch. Die Rückfragen beziehen sich meistens auf Zertifizierungen, ob die Systeme anerkannt sind oder ob Versicherungen das System akzeptieren. Das sind alles Dinge, an denen wir aktuell arbeiten.

Es kommt auch vor, dass wir belächelt werden, weil Leute nicht verstehen, was an klassischen Brandschutzmitteln auszusetzen ist. Allerdings sehen diejenigen, die die Probleme im Brandschutz kennen und aus dem Bereich kommen, das große Potenzial unserer Technologie.

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Gurpinder Sekhon

Gurpinder Sekhon ist Bachelor of Arts in Global Trade Management und als Junior-Redakteurin zuständig für hochwertigen Content im Gewinnermagazin.

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