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Heizungsgesetz und Realität: Nick Dietrich verrät, welche Lösungen für Bestandsimmobilien wirklich funktionieren
Steigende Energiekosten und die Unsicherheit rund um das Heizungsgesetz setzen Vermieter, Bestandshalter und Immobilieninvestoren zunehmend unter Druck. Während dabei vielerorts fast ausschließlich über Wärmepumpen gesprochen wird, zeigt die Praxis oft ein deutlich komplexeres Bild. Warum pauschale Lösungen im Gebäudebestand demnach nur selten funktionieren und welche Energiekonzepte stattdessen wirklich tragfähig sind, erfährst Du hier.
Der Großteil des deutschen Immobilienbestands stammt aus einer Zeit, in der Energieeffizienz kaum eine Rolle spielte. Umso mehr stellen veraltete Gas- und Ölheizungen, unzureichend gedämmte Gebäudehüllen und technisch anspruchsvolle Bestandsimmobilien Eigentümer heute vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig verschärfen steigende CO₂-Abgaben und regulatorische Vorgaben den Druck auf Vermieter, Investoren und Projektentwickler. Besonders problematisch: In der öffentlichen Diskussion entsteht häufig der Eindruck, dass Wärmepumpen grundsätzlich die einzig sinnvolle Lösung darstellen. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass jedes Gebäude völlig unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt. „Viele Eigentümer unterschätzen, dass moderne Heiztechnik nur dann effizient funktioniert, wenn das gesamte Gebäude darauf abgestimmt ist. Wird das ignoriert, entstehen oft hohe Kosten bei gleichzeitig schlechter Leistung“, erklärt Nick Dietrich.
„Genau deshalb braucht es endlich mehr technologieoffene Lösungen statt pauschaler Standardempfehlungen. Entscheidend ist nicht, welche Technologie politisch bevorzugt wird, sondern welche Lösung im jeweiligen Gebäude technisch und wirtschaftlich sinnvoll funktioniert“, fügt er hinzu. Nick Dietrich beschäftigt sich seit rund 15 Jahren mit Immobilienentwicklung, Energietechnik und technischen Versorgungslösungen. In dieser Zeit hat er nach eigenen Angaben rund 1.000 Wohnungen entwickelt, saniert und energetisch modernisiert. Bei Unternehmen wie Solvigo, ND Versorgungstechnik und TGA Annaberg verbindet er praktische Projekterfahrung mit technischer Umsetzungskompetenz. Dabei analysiert der Immobilienexperte Gebäude nicht nur aus Sicht eines Investors, sondern auch aus der Perspektive eines technischen Umsetzers. Sein Fokus liegt dabei stets auf einer zentralen Frage: Welche Lösung funktioniert langfristig wirtschaftlich – für Eigentümer ebenso wie für Mieter?
Nick Dietrich von Solvigo, ND Versorgungstechnik und TGA Annaberg: Warum Standardlösungen im Gebäudebestand oft scheitern
Während sich moderne Heizsysteme in Neubauten vergleichsweise unkompliziert integrieren, fällt ein solches Vorhaben im Gebäudebestand grundsätzlich weitaus anspruchsvoller aus. Demnach sorgen unter anderem variierende Dämmstandards und bestehende Wärmeverteilungssysteme dafür, dass sich Gebäude technisch massiv voneinander unterscheiden. Genau deshalb hält Nick Dietrich wenig von pauschalen Empfehlungen. „Eine Wärmepumpe kann hervorragend funktionieren, aber eben nicht in jedem Gebäude und nicht ohne die passenden Voraussetzungen“, erklärt er.

Bei Unternehmen wie Solvigo, ND Versorgungstechnik und TGA Annaberg verbindet Nick Dietrich praktische Projekterfahrung mit technischer Umsetzungskompetenz.
Besonders entscheidend seien dabei die Vorlauftemperaturen der Heizsysteme. Wärmepumpen arbeiten vor allem dann effizient, wenn die Wärme über Flächenheizungen wie Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen verteilt wird. Diese benötigen niedrigere Vorlauftemperaturen und reduzieren dadurch den Energieverbrauch erheblich. In vielen älteren Bestandsgebäuden fehlen solche Systeme jedoch vollständig. Werden Wärmepumpen dort ohne weitere Anpassungen installiert, kann das zu ineffizientem Betrieb und deutlich höheren Kosten führen.
Aus diesem Grund sollten Heizsysteme niemals isoliert betrachtet werden. Stattdessen analysiert der Experte Gebäude immer als Gesamtsystem aus Gebäudehülle, Wärmeverteilung und Energieerzeugung. Neben dem Heizsystem spielen dabei Dämmung, Fenster, Wärmeverluste und vorhandene Infrastruktur eine entscheidende Rolle.
„Technik allein löst keine Probleme. Erst das Zusammenspiel aller Komponenten entscheidet darüber, ob ein Gebäude effizient betrieben werden kann“, betont der Unternehmer.
Hybride Energiekonzepte als individuelle Lösung: Wie sie in der Praxis funktionieren
Die konkrete Lösung von Nick Dietrich besteht dabei in hybriden Energielösungen. Dabei werden verschiedene Technologien miteinander kombiniert, um sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Versorgungssicherheit sicherzustellen. Statt sich ausschließlich auf ein einzelnes Heizsystem zu verlassen, entstehen Lösungen, die sich flexibel an Gebäudezustand, Energiebedarf und bestehende Infrastruktur anpassen lassen.
Ein häufiges Beispiel aus der Praxis ist die Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe und einer Gastherme für Spitzenlasten. Die Wärmepumpe übernimmt dabei den Großteil der Heizleistung und arbeitet besonders effizient bei moderaten Außentemperaturen. Sinkt die Temperatur stark ab oder steigt der Wärmebedarf kurzfristig deutlich an, unterstützt die Gastherme das System gezielt bei den Lastspitzen. Dadurch lassen sich Energieverbrauch und Betriebskosten reduzieren, ohne auf Versorgungssicherheit verzichten zu müssen.

„Eigentümer brauchen keine ideologischen Debatten, sondern praktikable Konzepte, die im Alltag funktionieren“, sagt Nick Dietrich.
Ein weiteres Beispiel ist die Verbindung aus Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Pufferspeicher. Die Photovoltaikanlage erzeugt einen Teil des benötigten Stroms direkt auf dem eigenen Dach. Dieser Strom kann anschließend genutzt werden, um die Wärmepumpe zu betreiben. Überschüssige Energie wird im Pufferspeicher zwischengespeichert und bei Bedarf wieder für Heizung oder Warmwasser genutzt. Dadurch steigt der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms und die Abhängigkeit von externen Energiepreisen sinkt.
Darüber hinaus kommen abhängig von Gebäude und Standort auch Biomasseanlagen wie Pellet- oder Hackschnitzelheizungen zum Einsatz, sofern sie technisch sinnvoll integrierbar sind. Ergänzt werden solche Systeme teilweise durch Solarthermieanlagen, die Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung nutzen und den Energiebedarf zusätzlich reduzieren können. Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Technologie, sondern die sinnvolle Kombination verschiedener Systeme, die langfristig wirtschaftlich und praktikabel funktioniert.
Nick Dietrich: Projekt in Zwönitz zeigt, wie wirtschaftliche Sanierung funktionieren kann
Wie solche Konzepte in der Praxis umgesetzt werden können, zeigt ein umfangreiches Projekt in Zwönitz: Dort entwickelte Nick Dietrich eine Immobilie mit 29 alters- und behindertengerechten Wohnungen, einem Ärztehaus mit vier Facharztpraxen sowie einem Fitness- und Reha-Center. Ausgangspunkt war eine veraltete Gasheizung, die technisch und wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll betrieben werden konnte.

Nick Dietrich analysiert Gebäude nicht nur aus Sicht eines Investors, sondern auch aus der Perspektive eines technischen Umsetzers.
Statt ausschließlich auf eine einzelne Technologie zu setzen, entwickelte er ein kombiniertes Energiekonzept. Die zentrale Wärmeversorgung erfolgt dort über Bio-Fernwärme, ergänzt durch eine Wärmepumpe zur Effizienzsteigerung. Zusätzlich integrierte er eine Photovoltaikanlage, deren erzeugter Strom über ein Mieterstrommodell direkt an die Bewohner weitergegeben wird. Zum Einsatz kamen außerdem intelligente Energiespeicher, die sowohl elektrische Energie als auch Wärme speichern können. Dadurch lassen sich Lastspitzen reduzieren und die Versorgungssicherheit verbessern. Ergänzend wurden intelligente Wohnungsstationen installiert, die Wärme und Warmwasser bedarfsgerecht in den einzelnen Wohneinheiten verteilen.
Parallel dazu wurde die Gebäudehülle umfassend modernisiert: Fassadendämmung, dreifach verglaste Fenster und Zwischengeschossdämmungen senken den Energiebedarf erheblich. Auch eine Fußbodenheizung mit niedrigen Vorlauftemperaturen wurde integriert, die optimal mit der Wärmepumpe zusammenarbeitet. „Erst die Kombination aus energetischer Sanierung, intelligenter Steuerung und passender Heiztechnik sorgt dafür, dass solche Projekte wirtschaftlich funktionieren“, erklärt Nick Dietrich von Solvigo, ND Versorgungstechnik und TGA Annaberg. Das Ergebnis: Trotz zusätzlicher Ausstattung wie Aufzügen zeigen sich im laufenden Betrieb deutlich reduzierte Energiekosten. Das Projekt zeigt damit, dass moderne Energiekonzepte im Gebäudebestand wirtschaftlich tragfähig umgesetzt werden können – vorausgesetzt, die Lösungen werden individuell geplant.
Fazit: Warum das Heizungsgesetz neu gedacht werden muss
„In der Praxis sehen wir weiterhin täglich, dass Gebäude völlig unterschiedliche Anforderungen haben. Deshalb braucht es technologieoffene Lösungen statt pauschaler Vorgaben“, betont der Projektentwickler. Der Unternehmer fordert daher, CO₂-neutrale Technologien gleichberechtigt zu betrachten und Eigentümern mehr Spielraum bei der Umsetzung zu geben. Dabei steht nicht die Verteidigung fossiler Energieträger im Vordergrund. Vielmehr gehe es darum, praktikable Übergänge zu schaffen und Investitionen wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten. Fossile Systeme sollen langfristig ersetzt werden – allerdings mit Lösungen, die sich technisch realistisch umsetzen lassen und gleichzeitig stabile Nebenkosten ermöglichen. „Eigentümer brauchen keine ideologischen Debatten, sondern praktikable Konzepte, die im Alltag funktionieren“, fasst Nick Dietrich von Solvigo, ND Versorgungstechnik und TGA Annaberg zusammen.
Hier geht es zur Website von Solvigo
Samuel Altersberger ist Redakteur beim GewinnerMagazin. Vor seiner Arbeit beim DCF Verlag war er bereits sechs Jahre als freier Autor tätig und hat während dieser Zeit auch in der Marketing Branche gearbeitet.














