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Immer weniger Selbstständige: Warum das eine gute Nachricht ist

Das Statistische Bundesamt bestätigt: Immer weniger Erwerbstätige sind in der Selbstständigkeit. Von den rund 45,3 Millionen Personen, die im Jahr 2019 in Deutschland Erwerbstätig waren, sind nur rund 4,15 Millionen Menschen selbstständig im Beruf.

Im Vergleich zum Vorjahr liegt der Rücklauf bei -1,7 % – das sind 73000 Selbstständige weniger, als es noch 2018 waren. Noch weniger Selbstständige hatte es zuletzt im Jahr 2003 gegeben. Damals lag die Zahl bei 4,13 Millionen selbstständig Erwerbstätigen.

Die Zahl aller Erwerbstätigen steigt

In den Jahren von 2007 bis 2011 stagniert die Zahl der Selbstständigen und seit 2012 verringert sie sich, während insgesamt die Zahl aller Erwerbstätigen seit 14 Jahren stetig steigt. Alleine im Jahr 2019 sind 402000 mehr Menschen erwerbstätig gewesen als im Vorjahr 2018. Das ist ein Anstieg von 0,9 % – dabei waren die Jahre 2017 und 2018 mit einem Zuwachs von 1,4 % noch erfolgreicher für die deutsche Wirtschaft.

Forscher Karl Brenke bilanzierte bereits 2015 in einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dass offenbar die Selbstständigkeit an Attraktivität eingebüßt habe. Angesichts der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt dürfe die Aufnahme einer abhängigen Beschäftigung häufig als die bessere Alternative angesehen werden – zumal nicht wenige selbstständige, insbesondere unter den Alleinunternehmern, nur spärliche Einkünfte erzielten.

Zwei Euro weniger Stundenlohn für Selbstständige ohne Mitarbeiter

Die Verlockung der Freiheit, selbst entscheiden zu können, wann und wie gearbeitet wird, frei von betrieblichen Zwängen, stehe der finanziellen Unsicherheit gegenüber. Wie die WirtschaftsWoche in einem Artikel von 2017 berichtet, seien die Alleinunternehmer schlechter aufgestellt als die Selbstständigen mit Mitarbeitern. Der Unterschied beliefe sich auf zwei Euro pro Stunde weniger Verdienst für die Solo-Selbstständigen.

Ein Auf und Ab in der Auftragslage sorgt für schwankendes Einkommen, was die Unsicherheit vergrößert, die einen davon abhält, sich selbstständig zu machen. Da ist es für den ein oder anderen sicherer, eine Festanstellung mit sozialer Absicherung anzutreten, als sich ins Ungewisse zu stürzen. Dann bleibt für alle, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, mehr vom Kuchen übrig. Weniger Konkurrenz dürfte so in Summe zu mehr Aufträgen für den einzelnen Selbstständigen führen.

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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