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JP Performance: Erfolgreicher Influencer und Unternehmer veröffentlicht Biografie

Jean Pierre ist DER Influencer im Automobilsektor. Über seinen YouTube-Kanal hat er sich eine große Bekanntheit im deutschsprachigen Raum aufgebaut. Nun hat er seine Biografie veröffentlicht – und er spricht so offen und emotional wie nie über sein bewegtes Leben.

Jean Pierre Kraemer, kurz JP, wuchs in Dortmund auf, wo er nach dem Abitur zunächst eine Lehre zum Automobilkaufmann bei Porsche absolviert hat. 2007 gründete er mit Sidney Hoffmann die Five Star Performance GmbH in Dortmund. Zusammen starteten sie außerdem eine Doku-Soap auf DSF (heute Sport1) – “Die PS-Profis – Mehr Power aus dem Pott”. Nach der Trennung von seinem Geschäftspartner gründete JP 2012 seine eigene Werkstatt, die bis heute besteht: Die JP Performance GmbH, die unter anderem Kfz-Tuning anbietet. Im selben Jahr ging auch Jean Pierres YouTube-Kanal JP Performance online, der steil durch die Decke ging und aktuell 1,96 Millionen Abonnenten hat. 

Die Biografie, die alles offenlegt

Mit seinem Buch möchte JP erklären, warum er so ist, wie er ist. Laut ihm ein längst überfälliger Schritt. “Der Weg, den ich bis jetzt gegangen bin, der war sehr extrem. Und ich habe auch nicht gewusst, wie extrem er war, bis ich das Buch angefangen habe. Auf dieser Reise habe ich gespürt, wie schmerzhaft mein Leben bis jetzt war.”

Was ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er ist, darüber hat der vierzigjährige Unternehmer bisher nie richtig gesprochen und das ist ihm bewusst: “Ich habe so viel preisgegeben über mich in den Videos. Aber immer nur 30 bis 40 Prozent. Und es war so dumm von mir, euch nicht ganz zu erklären, wie ich bin. Denn dann kann ich verstehen, warum manche denken, ‘Warum ist der so ne Memme‘, ‚Warum ist das so‘, ‚Warum dies?‘ Jetzt kommt diese Erklärung.”

In seiner Biografie spricht JP über alle Stationen seines Lebens. Es geht unter anderem um Depressionen, Krankheiten, Hater, Kritik und andere emotionale Ereignisse seiner Vergangenheit. Dabei verzichtet Jean Pierre bewusst darauf, das Buch in den Handel zu bringen. Schließlich wolle er, dass nur die wirklichen Interessenten das Buch erhalten und sich darum bemühen, es zu kaufen. Erhältlich ist es allein über seinen Shop.

Leseprobe: Einstieg aus dem Buch: 

Die Frau, die ich kennen sollte 

Die alte Frau fiel mir sofort ins Auge. Krass, dachte ich, das ist aber ein bitteres Los, in dem Alter noch bei Saturn in der Kleingeräteabteilung stehen und Promotion für Bügeleisen machen zu müssen. Die Frau wirkte mit ihrem weißblonden Haar und ihrer gebückten Haltung wie ein Mensch jenseits des Rentenalters. Ihr Gesicht war schmal und verkümmert. Sie sah gebrochen aus. Und irgendwie tat sie mir leid. Wie sie dort stand und uninspiriert einigen höchstwahrscheinlich gelangweilten Kundinnen die Vorzüge verschiedener Bügeleisen zu erklären versuchte. Ich liebe es, bei Saturn in Dortmund in der Innenstadt Fernseher anzuschauen. Das mache ich oft und ich hatte es auch an jenem Tag vor zehn Jahren getan.

Nun war ich auf dem Rückweg und schon auf der langen Rolltreppe in Richtung Erdgeschoss, als ich die Frau sah. Und noch während ich darüber nachdachte, warum ein Mensch in dem Alter noch solche Jobs machen muss, durchschoss mich eine Kälte und ich bekam schlagartig Puls. Die Frau, die dort stand, war meine Mutter. Acht Sekunden hatte es gedauert, bis ich sie erkannte. Acht Sekunden, in denen ich nicht gemerkt hatte, dass der Mensch, der mich auf die Welt gebracht hatte, mir durch Zufall so nah war, wie in vielen Jahren nicht mehr. In diesem Moment kam alles zurück. Der ganze Wahnsinn meines Lebens, meiner Kindheit, meines Aufwachsens. All die Schmerzen, die meine Mutter als Narben auf meiner Seele hinterlassen hatte, spürte ich, während mein Herz raste und ich versuchte, nicht die Fassung zu verlieren.

Vor allem aber war da eine tiefe Traurigkeit. Ich schämte mich dafür, dass ich meine eigene Mutter nicht erkannt hatte. Selbst wenn ich heute darüber nachdenke, ist es ein Gefühl des Ekels. Denn ganz egal, was passiert, man hat nur eine Mutter und es sollte nicht so sein, dass man sie nicht erkennt. Dass ich der Typ bin, der diese Geschichte erzählen muss, ist einfach nur hart. Aber ich hatte sie aus meinem Gedächtnis gelöscht. So wie man im Pc das Mülleimersymbol klickt und die Frage bejaht, ob die Dateien für immer gelöscht werden sollen, so hatte ich meine Mutter von der Festplatte meines Lebens entfernt. 

Sie war für mich nicht mehr existent. Und als ich auf dieser Rolltreppe stand, wurde mir das bewusst. Es schmerzte, weil ich wusste, wie schlimm das Leben gelaufen sein muss, wenn ein junger Mann seine eigene Mutter so weit aussperren kann, dass er sie nicht mehr erkennt. Dennoch habe ich mich geschämt, dass es so weit gekommen war. Es war ein krasser Reality Check, den ich in den Sekunden auf der Rolltreppe durchlebte. Einmal durch die Hölle und wieder zurück innerhalb weniger Sekunden. Ich musste mich sammeln, aber es kam überhaupt nicht in Frage, dass ich meine Mutter ansprechen würde. Sie hatte mich nicht gesehen, also ging ich am Ende der Rolltreppe nach links und ließ meine Mutter rechts unbeachtet stehen. Ich schaute mich nicht einmal mehr nach ihr um. Es war das letzte Mal, dass ich meine Mutter lebend gesehen habe. 

Das Video zur Buchverkündung findet ihr hier. 

Anne Kläs

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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