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Lieferengpässe bei 500 Medikamenten – warum das Problem einfach nicht verschwindet

Preisdruck und Abhängigkeit von China

Der Grund ist ein altbekannter: Die Produktion vieler Wirkstoffe lohnt sich hierzulande kaum noch. Durch Rabattverträge der Krankenkassen verdienen Hersteller an gängigen Präparaten oft nur wenige Cent. Viele Firmen verlagerten deshalb die Fertigung nach China oder Indien. Kommt es dort zu Produktionsproblemen, steht Deutschland ohne Nachschub da. Der Verband Pro Generika warnt: „Ein Lieferstopp aus China würde große Lücken reißen.“

Gesetz ohne Wirkung

Zwar hat der Bundestag bereits vor zwei Jahren ein Gesetz verabschiedet, das Preisdruck und Engpässe abmildern sollte – doch die Erfolge sind überschaubar. Experten betonen, dass nicht jeder Engpass automatisch eine Versorgungslücke bedeutet, doch die Warnsignale häufen sich.

Zu viele Lager, zu wenig Koordination

Neben der globalen Abhängigkeit spielt auch Ineffizienz im Verteilungssystem eine Rolle. Laut Redcare-Pharmacy-Chef Olaf Heinrich gebe es in Deutschland „zu viele Läger und zu wenig Transparenz“. Medikamente seien oft verfügbar, „nur eben nicht dort, wo sie gebraucht werden“.

Vier Großhändler – Phoenix, Sanacorp, Alliance Health und Noweda – dominieren den Markt. Sie betonen, dass sie über 100 Standorte und zusätzliche Vorräte verfügen. Doch trotz dieser Strukturen kommt es regional immer wieder zu Engpässen.

Zentrale oder dezentrale Lagerung – Streit um die Lösung

Während Versandapotheken wie Shop Apotheke mit zentralisierten Lagern werben, setzen klassische Apotheken auf ihr dichtes Netz und direkten Kontakt zu Großhändlern. Sempora-Berater Ulrich Zander sieht beide Ansätze mit Vorteilen: „Starke Präsenz-Apotheken können sich über den Großhandel oder direkt beim Hersteller besser bevorraten.“

Fazit:
Das Problem der Medikamentenengpässe ist komplex – und selbstverschuldet. Kostendruck, Produktionsverlagerung und Logistikchaos greifen ineinander. Ohne eine strategische Neuaufstellung bei Preisbildung, Bevorratung und Lieferketten bleibt die Lage angespannt – und das Risiko für Patienten wächst mit jedem Winter.

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