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Make or Buy Entscheidung
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Ratgeber

Die Make or Buy Entscheidung – die passende Lösung für Gegenwart und Zukunft

Sogenannte Make or Buy Entscheidungen können einem Unternehmen erhebliche Vorteile bringen – zugleich aber erhebliche Gefahren auslösen. Gemeint ist damit die Frage, ob Produkte und Leistungen selbst erbracht oder durch externe Anbieter erworben werden. Ein solches Problem kann operative ebenso wie strategische Entscheidungen betreffen.

Viele Unternehmen stehen früher oder später vor der Frage, ob sie bestimmte Produkte selbst herstellen oder sie kaufen möchten. Gleiches gilt für Dienstleistungen, die ebenso eigene Mitarbeiter wie externes Personal erfüllen können. Eine solche Make or Buy Entscheidung ist dabei gründlich zu durchdenken, da sie unterschiedliche Anforderungen an den Betrieb stellt. Ratsam ist daher zunächst eine Analyse aller Ressourcen und Strukturen, aus denen das Unternehmen schöpfen kann. Daneben müssen weitere Faktoren einbezogen werden, die sowohl das Hier und Jetzt als auch die nahe Zukunft betrachten, um zu einem Ergebnis zu gelangen.

Make or Buy Entscheidung: Allgemeines zu operativen Entscheidungsgründen

Grundsätzlich kann ein Unternehmen in zwei Situationen auf eine Make or Buy Entscheidung zusteuern. Einerseits gilt der Blick dabei der gegenwärtigen Lage oder einem aktuellen Projekt. Es stellt sich dafür die Frage, ob Leistungen oder Produkte in Eigenregie zu erbringen sind oder ob solche extern zugeführt werden. Meist ist zur Beantwortung eine Betrachtung des Marktes in seinem jetzigen Zustand hilfreich: Wie muss verfahren werden, um einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu erlangen? Wie lange darf an dem Projekt gearbeitet werden, um es immer noch vor den Mitbewerbern in den Wettbewerb einzuführen? Mit welchen Ressourcen lässt sich der Weg abkürzen?

Auch für die langfristige Ausrichtung geeignet

Andererseits muss man neben der gegenwärtigen auch die künftige oder sogar die langfristige Lage betrachten. Hier stellen sich die gleichen Fragen wie bei der operativen Entscheidung. Der Unterschied liegt indes darin, dass nunmehr über deutlich längere Zeitplanungen gesprochen wird, eine akute Notlage also nicht behoben werden muss. Derlei strategische Entscheidungen erfordern genügend Weitsicht für die Vision, sich auf dem Markt zu etablieren oder sogar einen dauerhaften Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu erlangen. Entsprechend sinnvoll ist es, alle Aspekte gegeneinander abzuwägen, soll die Zukunft des Unternehmens in günstige Bahnen gelenkt werden.

Der Kostenfaktor bei der Make or Buy Entscheidung

Egal, ob die Firma vor einer operativen oder einer strategischen Make or Buy Entscheidung steht: In der Regel spielen die Finanzen dabei die wichtigste Rolle. Zu fragen ist also, mit welchem Schritt dem Betriebskonto eher gedient ist: Mit dem Erbringen eigener oder mit dem Erwerben externer Leistungen? Erfahrungsgemäß gilt, dass sich durch das Produzieren von Waren oder das Durchführen von Tätigkeiten viel Geld sparen lässt. Je nach Unternehmen kann es aber vorkommen, dass dafür zunächst die entsprechende Infrastruktur geschaffen, eventuell eine Produktion aufgebaut und das benötigte Personal eingestellt werden muss. Maßnahmen, die nicht ohne Anfangsinvestition auskommen.

Die Zeit als wichtiges Kriterium der Make or Buy Entscheidung

Der Aufbau der Infrastruktur mag sich finanziell gesehen immer noch lohnen. Nicht selten hängt die Make or Buy Entscheidung aber auch an der Zeit als weiterem Faktor. Gerade im operativen Geschäft muss manches akutes Problem sofort behoben werden. In solchen Fällen kann es sinnvoller sein, externe Leistungen oder Waren zu beziehen. Ebenso ist aber die umgekehrte Situation zu betrachten: Vielleicht ist es lukrativer, die absehbare Zeit mit Eigenleistungen zu überbrücken und dafür langfristig nach externen Anbietern zu schauen, mit denen sich attraktive Verträge abschließen lassen. Wie bei den Finanzen, so kann auch vom Kriterium der Zeit die Zukunft des Unternehmens abhängen.

Make or Buy Entscheidung: Die Betrachtung aller eigenen Optionen 

Darüber hinaus ist für die Make or Buy Entscheidung ein Blick in alle Strukturen, Ressourcen und Möglichkeiten erforderlich. Kann das Unternehmen aus genügend Mitteln schöpfen, um eine Eigenproduktion aufzubauen? Oder reichen die vorhandenen Güter nicht aus, sodass auf externe Hilfe zurückgegriffen werden muss? Strategisch gesehen wirft sich dabei natürlich gleichfalls die Frage auf, wie es um alle nutzbaren Ressourcen in der Zukunft bestellt sein wird. Lässt sich mancher aktuell vorliegende Mangel längerfristig beheben? Was bedeutet es für die anderen Teile des Unternehmens, wenn durch die operative Entscheidung wichtige Mittel gebunden werden?

Eine Frage der Qualität

Abschließend ist zu bewerten, welche Qualität das eigene Unternehmen im Vergleich zur externen Leistung erreichen kann. Mitunter zeigt sich hier bereits, dass sich die gewünschte Güte der Produkte oder Leistungen gegenwärtig nicht in Eigenregie umsetzen lässt. In der Gesamtbetrachtung müssen somit unterschiedliche Faktoren analysiert und gegeneinander abgewogen werden. Mag bei der operativen Make or Buy Entscheidung ein schnelles Handeln gefragt sein, so sind bei der strategischen Ausrichtung Geduld und Visionen erforderlich. In beiden Fällen gilt aber, dass falsche Ergebnisse die Zukunft des Unternehmens gefährden können. Entsprechend viel Kompetenz sollte in die Bewertung einfließen.

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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