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Peabody bricht 3,8-Mrd.-Dollar-Übernahme von Anglo-Kohleminen wegen Minenschließung ab

Peabody Energy hat seine Vereinbarung zum Kauf von Anglo Americans australischen Kohleminen im Wert von 3,8 Mrd. US-Dollar überraschend beendet. Auslöser war die anhaltende Schließung der Mine Moranbah North nach einer Explosion Ende März, die Peabody als „material adverse change“ wertete. Das Bergwerk gilt als wertvollstes Asset des Pakets und macht Schätzungen zufolge rund die Hälfte des Dealvolumens aus.
Die 90-tägige Frist zur Einigung über mögliche Abhilfen lief ergebnislos aus. „Peabody hat sich entschieden, die Vereinbarung zu beenden“, sagte CEO Jim Grech. Anglo widersprach dieser Bewertung und kündigte an, ein Schiedsverfahren einzuleiten, um Schadensersatz für die „rechtswidrige Kündigung“ zu fordern. Das Unternehmen betont, dass weder die Mine noch die Anlagen bleibende Schäden erlitten hätten.
Für Anglo stellt der Rückzug einen schweren Rückschlag dar. Der Verkauf der Kokskohleminen in Australien galt als Kernstück des Restrukturierungsplans, den CEO Duncan Wanblad im vergangenen Jahr präsentierte, um das Unternehmen nach BHPs 39-Mrd.-Pfund-Übernahmeversuch neu aufzustellen. „Wir sind sehr enttäuscht, dass Peabody den Deal nicht vollzogen hat“, erklärte Wanblad. Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt, dass andere Interessenten gefunden würden – bereits in den vergangenen Monaten habe es unaufgeforderte Angebote gegeben.
Die Unsicherheit rund um Moranbah North trifft auf ein schwächeres Marktumfeld: Der Benchmarkpreis für australische Kokskohle ist seit Jahresbeginn um 11 Prozent gefallen. Laut Berechnungen von Jefferies könnte selbst ein Wiederanlauf der Mine Mitte 2025 den Dealwert um rund 316 Mio. US-Dollar mindern.
Während Peabody-Aktien nach Bekanntgabe in New York um 6 Prozent zulegten und damit ihre Marktkapitalisierung auf gut 2 Mrd. US-Dollar erhöhten, gewannen auch Anglo-Papiere in London rund 3 Prozent.
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