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Einfacher Nebenverdienst? Darauf solltest Du beim Reselling achten
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Ratgeber

Einfach und lukrativ? Darauf solltest Du beim Reselling achten

Allgemein ist mit dem englischen Ausdruck Reselling jede Art des Wiederverkaufs von Waren gemeint. Auch ganz normale Ladengeschäfte betreiben also eine Form des Resellings, indem sie Produkte vom Lieferanten einkaufen und dann an die Endkunden verkaufen. Kein Reselling im eigentlichen Sinne liegt vor, wenn der Artikel in irgendeiner Weise weiterverarbeitet wird. Ein Grenzfall besteht, wenn die wiederverkauften Waren unter einem neuen Namen in den Verkauf gebracht werden.

Neben klassischen Handelswaren werden inzwischen zunehmend auch Serviceleistungen von Resellern verkauft. Typische Beispiele für Reselling sind etwa Mobilfunk- oder Internetanschlüsse. Viele der kleinen Handyshops, die es in fast jeder deutschen Fußgängerzone gibt, werden beispielsweise von Resellern betrieben. Für den Verkauf eines Anschlusses erhalten diese vom Provider Gebühren. Nur in wenigen Fällen unterhalten die Kommunikationsunternehmen tatsächlich noch selbst eigene Shops.

Solche Produkte zu verkaufen ist für Reseller natürlich besonders attraktiv, da abgesehen von den laufenden Kosten des Geschäftsbetriebs keine Vorleistungen zu erbringen sind. Noch mehr lohnt der Wiederverkauf bzw. Reselling von Dienstleistungen über das Internet: Hier fallen schließlich so gut wie keine Kosten für den laufenden Geschäftsbetrieb an.

Auch bei Streckengeschäften (sogenanntem Dropshipping) lassen die Kosten für den Betrieb sich, obwohl tatsächlich physische Güter verkauft werden, stark reduzieren. Der Reseller vermittelt dabei lediglich Kaufverträge zwischen Lieferanten und Endkunden. Das Handling von Paketen, Retouren und Co. wird vollständig outgesourcet. Bei dieser Art des Reselling ist aber dennoch Vorsicht geboten. Denn als Reseller können Händler trotzdem Vertragspartner sein. Bei Nichtlieferung der Ware oder Defekten können sie daher unter bestimmten Umständen in Regress genommen werden. Auch für Dropshipping-Geschäfte empfiehlt es sich also, ein gewisses finanzielles Polster aufzubauen, um bei kleineren Problemen handlungsfähig zu bleiben.

Reselling: Als Reseller zum passiven Einkommen?

Gerade im Internet gilt das Resale-Business als attraktive Möglichkeit, sich ein passives Einkommen aufzubauen. Die geringen Kosten beim Reselling von Dienstleistungen und Waren machen den Einstieg einfach. Doch ganz so simpel, wie viele sich das Geschäft vorstellen, ist es dann leider doch nicht. Denn auch wenn die Kosten für den Betrieb eines eigenen Online-Shops vergleichsweise gering sind, geht er mit viel Arbeit einher. Neben den unvermeidlichen bürokratischen Hürden bei der Gründung des Unternehmens betrifft das vor allem die Bewerbung des Angebots. Gerade bei Produkten, die auf einen bereits gesättigten Markt treffen, ist es schwierig, Kunden für das Reselling zu gewinnen. Das ist beispielsweise bei den oben genannten Internet- und Handyverträgen der Fall. Erfolgversprechender ist es daher, neue Produkte anzubieten, die noch nicht lange am Markt sind.

Klein anfangen

Zudem ist es klug, das Resale-Geschäft zunächst klein aufzuziehen. Insbesondere wenn beim Reselling der Handel mit physischen Waren geplant ist. Es ist sinnvoll, erst einmal Erfahrung mit dem Geschäft und dem Produkt zu sammeln. Das gilt sowohl für angehende Wiederverkäufer, die per Dropshipping arbeiten wollen, als auch für Reseller, die selbst Waren mit Mengenrabatt einkaufen und lagern wollen. Obwohl das Reselling vieler Artikel erst durch den massenhaften Einkauf attraktiv wird, sollten Quereinsteiger, die ohne Vorerfahrungen im Resale-Bereich ihr Glück versuchen wollen, ihr Kapital nicht direkt vollständig in ein Projekt investieren. Zielführender ist es, organisch zu wachsen und so nicht nur die nötige Erfahrung, sondern auch den Kundenstamm beim Reselling aufzubauen.

Automatisierung beim Reselling nutzen

Wie oben beschrieben, ist der Aufwand für den Aufbau eines eigenen Resale-Business nicht gering. Werbung, Kundenkommunikation und die Aktivierung geeigneter Einkaufskanäle sind keine trivialen Aufgaben. Um das Reselling-Geschäft mittelfristig wachsen zu lassen, ist es daher notwendig, von Anfang an auch auf Automatisierungstechniken zu setzen. Während es zu Beginn noch sinnvoll ist, jede Bestellung beim Reselling einzeln im Blick zu behalten, um zu prüfen, ob alles läuft wie geplant, wäre das später zu aufwendig. Um ein erfolgreiches Resale-Business zu starten, muss es skalierbar bleiben. Während eine Handvoll Bestellungen am Tag noch problemlos selbst verpackt und zur Post gebracht werden können, wird das bei höherem Volumen undurchführbar. Auch Nachfragen von Kunden, Reklamationen und vor allem Werbung bedeuten Arbeit.

Eine einfache Möglichkeit, den Aufwand für den Versand selbst eingekaufter Waren zu verringern, ist die Nutzung sogenannter Fulfillment-Center. Fulfillment-Anbieter übernehmen die Lagerung und den Versand der Artikel. Platzhirsch in diesem Bereich ist Amazon. Doch auch andere Firmen bieten vergleichbare Services für das Reselling an. Die Nutzung von Amazon als Versanddienstleister hat dabei Vor- und Nachteile. Denn einerseits besteht bei Inanspruchnahme die Möglichkeit, das eigene Angebot vollständig über Amazon abzuwickeln – einschließlich Zahlung und Verkauf über die Amazon-Website. Andererseits machen Händler sich damit komplett von Amazon abhängig. Für ein Sidebusiness ist das noch hinnehmbar. Wer sein Resale-Geschäft aber zum Hauptberuf machen will, sollte nicht alles auf eine Karte setzen.

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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