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Siemens Healthineers senkt Prognose: Herausforderungen und Chancen für Investoren

Pessimistische Aussichten für Siemens Healthineers

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat seine Geschäftserwartungen für das laufende Jahr aufgrund anhaltender Schwierigkeiten in der Labordiagnostik-Sparte in China sowie steigender Inflation nach unten korrigiert. Diese Faktoren, kombiniert mit dem starken Euro und den US-Zöllen, belasten sowohl Umsatz als auch Gewinn des Unternehmens erheblich.

Am Donnerstag fiel die Aktie von Siemens Healthineers um etwa vier Prozent, was die Erholung vom Vortag zunichte machte. Im bisherigen Jahresverlauf hat das Papier bereits fast ein Viertel seines Wertes verloren, was auf eine besorgniserregende Entwicklung hinweist. Analysten und Händler äußern sich kritisch, da die Erwartungen an das Unternehmen bereits niedrig waren und die jüngsten Zahlen diese nicht erfüllen konnten. Insbesondere die Labordiagnostik-Sparte bleibt ein Sorgenkind, was die Senkung der Prognose nicht überraschend erscheinen lässt.

Finanzvorstand Jochen Schmitz macht die gestiegenen Kosten, die unter anderem durch den Krieg im Nahen Osten beeinflusst werden, für die pessimistische Prognose verantwortlich. „Die größten Treiber dieser Inflation sind Speicher-Chips, Rohmaterialien und Logistikkosten“, erklärte er in einer Telefonkonferenz nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Für das zweite Halbjahr rechnet Schmitz mit zusätzlichen Kosten in der Lieferkette, die das Ergebnis im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich belasten könnten.

Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 wurde auf ein Wachstum von lediglich 4,5 bis 5,0 Prozent gesenkt, nachdem zuvor ein Anstieg von 5,0 bis 6,0 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Diese Anpassung erfolgt ohne Berücksichtigung von Währungs- und Portfolioeffekten. Für das dritte Geschäftsquartal erwartet Schmitz ein Wachstum von „eher“ fünf bis sechs Prozent, was im aktuellen Marktumfeld als eher vorsichtig einzustufen ist.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird nun auf 2,20 bis 2,30 Euro geschätzt, ein Rückgang im Vergleich zur vorherigen Schätzung, die das obere Ende bei 2,40 Euro sah. Analysten hatten bereits im Vorfeld mit einer konservativeren Schätzung gerechnet und lagen am oberen Ende der neuen Prognose.

Im zweiten Geschäftsquartal sah sich Siemens Healthineers einem schwierigen Umfeld gegenüber: Der Umsatz sank um 3,9 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro, während auf vergleichbarer Basis ein Plus von 3,1 Prozent erzielt wurde. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) fiel um fast 15 Prozent auf 836 Millionen Euro, was unter den Erwartungen der Analysten lag. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 512 Millionen Euro, was einem Rückgang von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Trotz der Herausforderungen im Kerngeschäft mit der Bildgebung und Precision Therapy, die zulegten, kämpft die Labordiagnostik-Sparte weiterhin mit einem signifikanten Umsatzrückgang. Die Schwierigkeiten in China erfordern eine Neubewertung der Unternehmensstrategie, weshalb Siemens Healthineers bereits Vorbereitungen für eine mögliche Ausgliederung dieser Sparte getroffen hat. Ein offizieller Zeitplan steht jedoch noch aus, und das Unternehmen möchte sich alle Optionen offenhalten.

Für Investoren stellt sich die Frage, wie sich diese Entwicklungen auf die Wettbewerbsfähigkeit und den langfristigen Shareholder Value auswirken werden. Die aktuellen Herausforderungen könnten sowohl Risiken als auch Chancen für strategische Anpassungen und Innovationen im Unternehmen darstellen. Laut Eulerpool-Daten könnte eine Fokussierung auf die Kernkompetenzen des Unternehmens langfristig positive Impulse setzen.

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Chefredakteur des GEWINNERmagazins, PR-Experte und Gesicht hinter den Content und Blog-Strategien von internationalen Konzernen und erfolgreichen Unternehmern aus ganz Deutschland. Mehr unter rubenschaefer.de

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