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soziale Kompetenz
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Ratgeber

Mit sozialer Kompetenz zum gemeinsamen Erfolg im Unternehmen

Die fachliche Eignung und Qualifizierung ist die wohl wichtigste Voraussetzung, wenn man ein Unternehmen erfolgreich führen will. Aber in der Wirtschaft arbeiten heißt immer auch gemeinsames Agieren, mit Kunden, Mitarbeitern oder Konkurrenten in Kontakt treten. Deshalb ist auch die soziale Kompetenz ein wichtiges Element im Geschäftsleben, das von Führungspersonen und auch von Mitarbeitern leider viel zu häufig übersehen wird.

Im Rahmen seiner Ausbildung bescheinigt das Lehrinstitut dem Teilnehmer gewisse Qualifikationen. Zusätzlich erwerben wir alle mit der Zeit Zertifikate, die uns bestimmte Kenntnisse bescheinigen. Darüber hinaus ist aber auch das Verhalten in einem sozialen Gefüge, durch die soziale Kompetenz entscheidend für unseren persönlichen Erfolg und den der Gemeinschaft.

Denn unsere beruflichen Fähigkeiten lassen sich nur in einem sozialen Miteinander realisieren und werden für das Unternehmen allein im interaktiven Kontext relevant. Erkennbar wird die soziale Kompetenz zuallererst in den Bewertungen durch die beteiligten Kollegen. Die soziale Kompetenz beschreibt den Umgang mit einer Person als positiv, bezeichnet jemanden als sympathisch, die Zusammenarbeit als harmonisch und damit konstruktiv.

Diese zunächst nur spontanen Einschätzungen haben ihren Ursprung in der unmittelbaren Erfahrung am Arbeitsplatz. Sieht man genauer hin, besteht die soziale Kompetenz aus verschiedenen Elementen, denen dieser Artikel im einzelnen nachgehen will.

Soziale Kompetenz: Der Nutzen 

Grundsätzlich vereinfacht ein harmonisches Umfeld den Alltag auch im Berufsleben und verbessert dessen Effizienz. Deshalb ist es für eine Führungsperson stets eine wesentliche Aufgabe, die eigenen Ziele mit dem Verhalten und den Ansprüchen der Mitarbeiter in Einklang zu bringen. So kommt es schließlich zu tragfähigen Beziehungen, die allerdings immer wieder zu pflegen und zu entwickeln sind. Für das Führungsverhalten sind besonders diese soziale Kompetenzen wesentlich.

Kritikfähigkeit

Der erste Grundsatz einer autoritären Persönlichkeit ist, dass sie sich jenseits jeder Kritik positioniert. Dies führt jedoch meist zu heftigen Konflikten, die sogar das gesamte Unternehmen ernsthaft gefährden können. Im Gegensatz dazu bedeutet Kritikfähigkeit, eine konstruktiv verstandene Kritik anzunehmen, um ein Produkt oder ein Verhalten zu verbessern. Auch eine Führungskraft sollte mit Kritik oder Fehlern umgehen können, wenn Mitarbeiter sich entsprechend konstruktiv äußern. Wer über diese soziale Kompetenz verfügt, nimmt die Kritik nicht persönlich. Vielmehr erkennt er in ihr eine Chance, persönlich zu wachsen.

Soziale Kompetenz: Anerkennung und Lob

Beim Umgang mit den Mitarbeitern ist nicht nur die Kritik von hohem Stellenwert, sondern auch die positive Reaktion auf ein Ereignis, nämlich das Lob oder die nachhaltig geäußerte Anerkennung. Diese „Fördermittel“ steigern die Motivation der Belobigten oft auf ein beträchtliches Maß, für eine positive Unternehmenskultur sind sie deshalb unverzichtbar.

Aber nicht nur gute Leistungen verdienen lobenden Zuspruch. Der Vorgesetzte sollte seinen Mitarbeitern stets vermitteln, dass er sie wertschätzt. Unabhängig von ihrer Leistung oder dem aktuellen Erfolg stellt er den Beschäftigten seine ungeteilte Aufmerksamkeit zur Verfügung und bekundet sein Interesse an ihrem Arbeitsleben.

Kommunikationsfähigkeit

Wir Menschen sind eben sprachbegabte Wesen, und alles Wesentliche vermittelt sich durch Kommunikation. Das bedeutet aber immer auch, dass ich den anderen anerkenne und respektiere. Wenn der sprachliche Austausch nicht gelingen will, liegt das oft an mangelnder Klarheit und Transparenz der Ansprache. Aber eine Fehleinschätzung der eigenen Person kann ebenfalls eine verminderte kommunikative soziale Kompetenz zur Folge haben. Wer sich selbst nicht schätzt, erwartet keine Anerkennung von anderen und reduziert seinen Ausdruck oft auf das Nötigste.

Die Folge für den Betrieb: Der Sinn einer Aufgabe erschließt sich nicht, oft kommt es zu Fehlentscheidungen. Schließlich leidet das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Motivation nimmt ab und die Identifikation mit dem Unternehmen geht verloren. Auch die Art der Kommunikation entscheidet also über den gemeinsamen Erfolg oder Misserfolg.

Konflikt, Kompromiss und Kooperation als soziale Kompetenz

Ein leitender Mitarbeiter sollte auch Auseinandersetzungen annehmen und immer wieder konstruktiv bewältigen. Voraussetzung ist ein Verständnis für die Position des Gegenübers, inzwischen auch hinlänglich als Empathie bekannt. Ein gesundes Maß an Konfliktbereitschaft kann andererseits in gewissen Situationen durchaus sinnvoll sein. Denn es kann nicht im Interesse der gemeinsamen Aufgabe sein, alles unter den Teppich zu kehren.

Dabei darf es an dem Bewusstsein nicht fehlen, dass die Führungsebene auf eine Kooperation mit den Mitarbeitern angewiesen ist. Beide Parteien sind am Erreichen des gemeinsamen Ziels interessiert, für den Erfolg geradezu aufeinander angewiesen und benötigen dafür die ein oder andere soziale Kompetenz.

Deshalb mündet jede Diskussion, jede Meinungsverschiedenheit und jede noch so kontroverse Debatte am Ende in einem tragfähigen Kompromiss. Dieses Ergebnis der Auseinandersetzung zeichnet sich dadurch aus, dass jeder der vormaligen Kontrahenten etwas von seiner Position aufgibt, aber andererseits auch auf Zugeständnisse rechnen kann. Am Ende ist die Kooperation im Betrieb entscheidend, und alle Beteiligten sollten sich der gemeinsamen Verantwortung bewusst sein.

Soziale Kompetenz: Loyalität

Für einen Mitarbeiter in einer Führungsfunktion bedeutet Loyalität, unter Umständen die eigenen Interessen und Ansprüche im Sinne des Unternehmens zurückzunehmen. Er entscheidet sich dann für die Loyalität gegenüber den Mitarbeitern, auch wenn ihm selber vorübergehend Nachteile entstehen.

Der Umgang mit Fehlern oder einer vorübergehenden Leistungsschwäche zeigen deutlich, ob die Führungsperson über diese soziale Kompetenz verfügt. Loyalität bedeutet in diesen Fällen, dass der Teamleiter oder Abteilungschef zwischen der Person und ihrem Verhalten trennen kann.

Deshalb kritisiert er eine Fehlleistung sachlich, ohne die Person selber, ihre Motive oder Fähigkeiten grundsätzlich zu problematisieren. Besser noch: Loyalität zeigt sich besonders darin, dass der Vorgesetzte seinen Mitarbeiter trotz Fehlern oder Ausfällen unterstützt und an seiner Förderung festhält.

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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