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Tages-Nachrichten Wirtschaft & Mittelstand 2023-01-23

**Irans Krieg, Europas Märkte, deutsche Reformen: Das sind die 10 Themen mit der größten Relevanz für Wirtschaft und Mittelstand**

**Energie neu gebündelt**

Enercity will erneuerbare Erzeugung zu einem Großkraftwerk zusammenfassen und damit Wind, Sonne und weitere grüne Kapazitäten wie eine einzige, steuerbare Einheit vermarkten. Der Konzern setzt auf langfristig staatlich abgesicherte Verträge, um Investitionen planbarer zu machen und den Ausbau abzusichern. Für die Energiewende ist das ein wichtiger Schritt, weil volatile Einspeisung besser in ein belastbares Geschäftsmodell übersetzt wird.[1]

**Irlands BIP bricht ein**

Irlands Wirtschaftsleistung ist stark geschrumpft, was in der Euro-Zone aufmerksam verfolgt wird. Solche Schwankungen sind bei Irland wegen der stark internationalisierten Konzernbilanzen zwar nicht ungewöhnlich, können aber die Wahrnehmung der Konjunktur im Euroraum verzerren. Für Unternehmen in Deutschland ist vor allem relevant, dass statistische Ausschläge politische Debatten über Wachstum, Steuern und Standortqualität beeinflussen können.[5]

**Dax verliert an KI-Dynamik**

Der Dax hat zwar leicht zugelegt, doch an den Märkten wächst die Frage, ob die KI-Rally ihren Schwung verliert. Nach einer Phase starker Kursfantasie rücken nun wieder Bewertung, Zinsen und die echte Ertragskraft der Technologietreiber in den Vordergrund. Für mittelständische Unternehmen mit Kapitalmarktbezug ist das ein Hinweis, dass die Börsenstimmung weniger einseitig riskant, aber auch selektiver wird.[6]

**Pflegebeitrag soll steigen**

Pflegeministerin Warken will den Pflegebeitrag offenbar anheben und damit vor allem Gutverdiener stärker belasten. Hintergrund ist der steigende Finanzdruck in der Sozialversicherung, der sich ohne neue Einnahmen kaum schließen lässt. Für Arbeitgeber und Beschäftigte bedeutet das: Die Lohnnebenkosten könnten weiter steigen, was gerade im Mittelstand die Kalkulation von Personalkosten zusätzlich erschwert.[7]

**Pakete aus Nicht-EU werden teurer**

Ab 1. Juli werden Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern offenbar spürbar teurer, weil neue Regeln für Pakete greifen. Betroffen sind vor allem Onlinekäufe aus Drittstaaten, bei denen zusätzliche Abgaben oder strengere Abwicklungen anfallen können. Für Handelsunternehmen und Endkunden ist das relevant, weil sich Preisvorteile internationaler Plattformen verringern und der europäische Binnenmarkt gestärkt werden könnte.[8]

**Moskau spürt den Öldruck**

Russland räumt erstmals eine gesunkene Ölförderung ein. Das ist politisch und wirtschaftlich bedeutsam, weil Rohstofferlöse für den russischen Staatshaushalt zentral sind und der Krieg gegen die Ukraine die Energiemärkte weiter belastet. Sollte der Rückgang anhalten, könnte das den Druck auf Moskau erhöhen und zugleich Folgen für globale Energiepreise und Versorgungsketten haben.

**Deutschland verliert Patente**

Deutschland verliert laut Bericht viele Patente ins Ausland. Das ist mehr als ein Forschungsthema: Es berührt direkt die Innovationskraft des Standorts und damit die künftige Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Mittelstand. Wenn Schutzrechte und damit auch Wertschöpfung zunehmend außerhalb Deutschlands landen, wird es schwerer, aus Ideen skalierbare Geschäftsmodelle und neue Arbeitsplätze zu machen.

**Glasfaser für jeden zweiten Haushalt**

Das Digitalministerium nennt als Ziel, Glasfaser für jeden zweiten Haushalt verfügbar zu machen. Der Ausbau bleibt ein zentraler Standortfaktor, weil digitale Infrastruktur inzwischen genauso über Produktivität entscheidet wie Straßen oder Stromnetze. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das besonders wichtig, da schnelle Anschlüsse Homeoffice, Cloud-Anwendungen und datenintensive Prozesse erst zuverlässig ermöglichen.

**EU kippt Kürzungen bei Asylleistungen**

Der Europäische Gerichtshof hat Deutschlands Kürzung von Asylleistungen als EU-rechtswidrig bewertet. Die Entscheidung zwingt die Politik zu einer Neubewertung, wie nationale Steuerung und europäisches Recht zusammenpassen. Für Kommunen und Verwaltung bedeutet das zusätzlichen Anpassungsdruck, während die Migrationsdebatte weiter an Schärfe gewinnt und praktische Fragen der Umsetzung in den Mittelpunkt rücken.

**Abschaffung der Rente mit 63?**

Ökonomen halten die Abschaffung der „Rente mit 63“ für einen Hebel, um Milliarden zu sparen. Der Vorschlag zielt auf eine Reform der Frühverrentung und damit auf längere Erwerbszeiten in einer alternden Gesellschaft. Für den Mittelstand wäre das doppelt relevant: Einerseits könnte der Arbeitskräfteengpass etwas gedämpft werden, andererseits steigt der Reformdruck auf das gesamte Rentensystem weiter.

Für Mittelstandsleser hängen mehrere dieser Themen direkt zusammen: Energiepreise, Fachkräfte, Sozialabgaben und Digitalisierung bestimmen die Kosten- und Wachstumsperspektiven der nächsten Monate. Besonders aufmerksam sollten Unternehmen auf Infrastruktur, Arbeitsmarkt- und Rentenreformen sowie auf die Folgen geopolitischer Spannungen für Finanzierung und Lieferketten schauen.

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Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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