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Tages-Nachrichten Wirtschaft & Mittelstand 2025-11-06
**Wirecard-Manager um Marsalek im Fokus der „Operation Chargeback“**
Ermittlungen gegen ehemalige Wirecard-Manager rund um Jan Marsalek weiten sich aus. Im Zuge der „Operation Chargeback“ werden Vorwürfe gegen Verantwortliche wegen Kreditkartenbetrugs untersucht. Dabei geht es um Manipulationen und mögliche betrügerische Handlungen im Zahlungsverkehr des zwangsabgewickelten Zahlungsdienstleisters. Die Behörden überprüfen, wie systematisch Fehlbuchungen und Fälschungen von Zahlungstransaktionen erfolgten, um Verluste zu verschleiern. Diese neuen Erkenntnisse könnten weitreichende Folgen für die noch offenen Verfahren und die bestrittene Verantwortung der Manager haben. Für den Mittelstand unterstreicht der Fall erneut die Bedeutung von Compliance und Wachsamkeit gegenüber digitalen Zahlungssystemen.
**BGH überprüft Schufa-Speicherfristen für erledigte Schulden**
Der Bundesgerichtshof beschäftigt sich aktuell mit der rechtlichen Zulässigkeit der maximalen Speicherfristen für erledigte Schulden bei der Schufa. Dabei steht zur Debatte, ob die bisherige Praxis, Einträge für mehrere Jahre nach Tilgung bestehen zu lassen, noch verhältnismäßig ist. Die Entscheidung könnte gravierende Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit vieler Verbraucher haben, die trotz beglichener Verbindlichkeiten Nachteile beim Zugang zu Krediten erfahren. Für Unternehmer ist das Urteil auch im Hinblick auf Bonitätsprüfungen ihrer Kunden und Geschäftspartner von großem Interesse, da sich die Kreditvergabe- und Risikoabschätzung hierdurch ändern könnte.
**EVG-Chef kritisiert Verkehrsminister Schnieder: „Scheinheilige Politik“**
Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat Verkehrsminister Volker Schnieder scharf kritisiert. Hintergrund sind Spannungen über die Bahnpolitik, insbesondere in Fragen rund um die Arbeitsbedingungen und Finanzierung der Infrastruktur. Die Kritik geht dahin, dass der Minister in der öffentlichen Darstellung vorgeblich für Verbesserungen eintritt, in der Praxis jedoch politische und finanzielle Entscheidungen getroffen werden, die wenig zur Lösung der echten Probleme beitragen. Die Auseinandersetzungen werfen Fragen zur politischen Steuerung der Verkehrswende auf und sind relevant für mittelständische Unternehmen, die stark auf zuverlässige Transportverbindungen angewiesen sind.
**BMW steigert Gewinn – Elektroautos als Wachstumstreiber**
Der Münchner Automobilhersteller BMW konnte im dritten Quartal 2025 seinen Gewinn trotz schwieriger Rahmenbedingungen steigern. Dabei profitiert das Unternehmen von einer klugen Mischung aus Verbrennungs- und Elektrofahrzeugen. Besonders Elektroautos gewinnen weiter an Bedeutung: Aktuell fährt bereits jedes vierte in Europa verkaufte BMW-Modell rein elektrisch. Zugleich wurde in Debrecen ein neues Werk eröffnet, während im Stammwerk Dingolfing Leiharbeitsplätze abgebaut werden. BMWs Strategie, die Elektromobilität weiter auszubauen und zugleich traditionelle Kunden zu halten, könnte als Modell für andere Fahrzeughersteller dienen, die sich im Wandel positionieren müssen.
**Rheinmetall erzielt Rekordumsätze durch Rüstungsaufträge**
Der Rüstungskonzern Rheinmetall verzeichnet einen Rekord bei Auftragseingängen und Umsätzen. Getrieben durch gestiegene Nachfrage nach Panzerfahrzeugen, Artillerie und Munition, profitiert das Unternehmen von den wachsenden Rüstungsausgaben vieler Staaten. Die geopolitischen Spannungen und der Ukraine-Krieg sind wesentliche Faktoren für die hohe Investitionsbereitschaft in Sicherheits- und Verteidigungsbereiche. Mittelständische Zulieferer der Branche sollten die anhaltend hohe Dynamik im Verteidigungssektor als Chance für Kooperationen und Aufträge bewerten.
**EU-Kommission leitet Kartellverfahren gegen Deutsche Börse ein**
Die EU-Kommission hat ein offizielles Kartellverfahren gegen die Deutsche Börse eröffnet. Der Vorwurf betrifft wettbewerbsbeschränkende Praktiken im Börsenbereich, die nach Auffassung der Wettbewerbsbehörden dem freien Wettbewerb schaden könnten. Die Verfahren können weitreichende Konsequenzen für den Handel mit Finanzprodukten und die Markttransparenz haben. Für viele mittelständische Unternehmen, die über Börsen Kapital aufnehmen oder Gelder anlegen, könnten sich aus diesem Verfahren zukünftige Regulierungen und Marktveränderungen ergeben, die es zu beobachten gilt.
**Frankreich fordert härteres Vorgehen der EU gegen Onlinehändler Shein**
Frankreichs Regierung verlangt ein entschiedeneres Eingreifen der EU gegen den chinesischen Onlinehändler Shein. Grund sind Vorwürfe bezüglich unfairer Wettbewerbspraktiken, insbesondere im Bereich der Produktqualität, Händlerbindung und Umweltschutz. Frankreich will dadurch den europäischen Einzelhandel und die Produktion schützen. Dieser Streit verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen europäische Händler und Hersteller angesichts der Globalisierung und des boomenden Online-Handels konfrontiert sind. Mittelständische Unternehmen sollten diesen Trend aufmerksam verfolgen, da Regulierungen und Handelsbarrieren die Wettbewerbsbedingungen erheblich beeinflussen können.
**Polen startet größtes Militärtraining seiner Geschichte**
Polen hat das größte Militärtraining in seiner Geschichte begonnen, um seine Verteidigungsfähigkeit angesichts der Spannungen in Osteuropa zu stärken. Die Übungen dienen der Vorbereitung auf mögliche Krisenszenarien und der Verbesserung der Koordination mit NATO-Partnern. Die gesteigerte militärische Präsenz in der Region wirkt sich auch auf die Sicherheitslage und politische Stabilität aus. Für mittelständische Unternehmen mit osteuropäischen Geschäftsbeziehungen sind solche Entwicklungen wichtig zur Risikoabschätzung und strategischen Planung.
**Post profitiert von Briefportoerhöhung in Deutschland**
Die Deutsche Post verzeichnet dank der im Oktober erfolgten Erhöhung des Briefportos spürbar höhere Einnahmen. Die Preisanpassung unterstützt den Konzern dabei, strukturelle Herausforderungen im traditionellen Briefgeschäft besser zu bewältigen, während der Paketversand weiterhin ein starker Wachstumstreiber bleibt. Dies ist ein Beispiel für strategisch notwendige Preisanpassungen in einem sich wandelnden Marktumfeld. Mittelständische Versender und Dienstleister sollten solche Kostenentwicklungen berücksichtigen und gegebenenfalls anpassen.
**US-Unternehmen bauen im Oktober massiv Stellen ab**
Eine aktuelle Studie zeigt, dass US-Unternehmen im Oktober 2025 signifikant Stellen gestrichen haben. Die Abbauwellen betreffen verschiedene Branchen und weisen auf eine vorsichtigere Haltung in Bezug auf neue Einstellungen hin, unter anderem wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten und globaler Herausforderungen. Für deutsche Mittelständler mit US-Bezug ist diese Entwicklung ein Warnsignal, das auf globale Konjunkturrisiken hinweist und möglicherweise Auswirkungen auf Exportnachfragen und Lieferketten haben kann.
*Der mittelständische Mittelstand sollte diese Nachrichten als wichtige Hinweise auf regulatorische, wirtschaftliche und geopolitische Veränderungen verstehen, die die Geschäftsmodelle, Finanzierungsmöglichkeiten und Märkte nachhaltig beeinflussen können.*
Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.














