Ticker
Tages-Nachrichten Wirtschaft & Mittelstand 2025-11-13
# Wirtschafts-News des Tages: Die wichtigsten Meldungen vom 13. November 2025
## Deutschlands Wirtschaft stagniert – Konsumklima bricht ein[1]
Die deutsche Wirtschaft zeigt sich weiterhin angeschlagen. Im dritten Quartal verharrte das Bruttoinlandsprodukt auf Stagnationskurs, während die Industrieproduktion nur bescheidene Zuwächse verzeichnete. Zwar legte die Fertigung im Vormonatsvergleich um 1,9 Prozent zu – gestützt durch kräftige Investitionsgüterproduktion mit plus 3,8 Prozent – doch im Quartalsvergleich fällt die Bilanz düsterer aus. Das Baugewerbe schrumpfte um 0,9 Prozent. Besonders besorgniserregend ist der Einbruch beim Konsumklima: Der GfK-Index fällt im November um 1,6 Punkte auf minus 24,1 Punkte. Grund hierfür sind deutlich gesunkene Einkommenserwartungen, die um 12,8 Punkte eingebrochen sind. Für Mittelständler bedeutet dies sinkende Nachfrage und erhöhte Vorsicht bei Investitionsentscheidungen.
**Ausblick:** Mit anhaltenden geopolitischen Unwägbarkeiten bleibt die Auftragslage fragil – Unternehmen sollten ihre Liquidität im Blick behalten.
## Lieferkettengesetz wird gelockert – Was ändert sich für Unternehmen[1]
Das EU-Parlament hat sich für eine Abschwächung des umstrittenen Lieferkettengesetzes ausgesprochen. Mit einer rechten Mehrheit wurden Bestimmungen verabschiedet, die europäische Unternehmen von strengeren Compliance-Anforderungen teilweise entlasten. Die bisherigen Regeln hätten zu erheblicher Bürokratie geführt, besonders für kleine und mittlere Betriebe. Die Lockerungen adressieren insbesondere die Anforderungen zur Sorgfaltsprüfung entlang von Lieferketten, ohne dabei die Grundziele des Gesetzes vollständig zu gefährden. Damit reagiert die EU auf Kritik von Wirtschaftsverbänden, die eine zu rigide Regulierung beklagten. Für exportorientierte deutsche Mittelständler könnte dies eine spürbare Erleichterung bedeuten, ohne dabei ihre Reputation bei nachhaltiger Beschaffung zu gefährden.
**Ausblick:** Unternehmen sollten ihre Compliance-Prozesse neu bewerten, um von den lockeren Vorgaben zu profitieren.
## Google muss dreistellige Millionensumme an Idealo zahlen[1]
Der Suchmaschinenriese Google muss sich auf erhebliche Schadensersatzzahlungen gegenüber dem Preisvergleichsportal Idealo einstellen. Ein Gericht würdigt damit jahrelange Vorwürfe illegaler Wettbewerbspraktiken durch Google. Idealo argumentierte überzeugend, dass Google seine marktbeherrschende Stellung missbräuchlich genutzt habe, um Konkurrenten zu benachteiligen. Die Klage beziffert die Forderung auf etwa 3,3 Milliarden Euro. Das Urteil signalisiert Regulierungsbehörden und Konkurrenten weltweit, dass selbst Tech-Giganten für unlautere Praktiken haften müssen. Für mittelständische Plattformen und E-Commerce-Anbieter bedeutet dies potenziell fairer Wettbewerb und bessere Chancen, in Suchergebnissen sichtbar zu werden.
**Ausblick:** Das Urteil dürfte weitere kartellrechtliche Verfahren gegen Tech-Konzerne nach sich ziehen – ein Signal für mehr digitalen Wettbewerb.
## Red Bull unter kartellrechtlicher Lupe der EU[1]
Die Europäische Kommission leitet eine formale Kartelluntersuchung gegen den Energydrink-Hersteller Red Bull ein. Der Vorwurf: Wettbewerbswidriges Verhalten im Vertriebssystem, das kleinere Konkurrenten beim Marktzugang benachteiligt. Die EU prüft, ob Red Bull seine Marktposition missbraucht, um Distributionskanäle zu blockieren. Die Untersuchung betrifft Preisabsprachen und exklusive Vertriebsverträge, die dem Wettbewerb zuwiderlaufen. Besonders für kleinere Getränkehersteller und regionale Anbieter ist dies eine Hoffnungsbotschaft: Die Kartellbehörden zeigen, dass auch etablierte Marktführer in Konsumgüterbranchen nicht unantastbar sind.
**Ausblick:** Das Verfahren könnte europäischen Herstellern neuen Marktzugang ermöglichen – ein Katalysator für Marktbelebung im Energy-Drink-Segment.
## Telekom verdient mit Glasfaser nicht genug – Kritik wächst[1]
Die Telekom benötigt für ihre Glasfaser-Investitionen offenbar stärkere Anreize. Insgesamt verdient der Konzern nach eigener Aussage nicht ausreichend mit dem Breitbandausbau in Deutschland. Diese Problematik betrifft Millionen von Bürgern und Unternehmen, die auf schnelles Internet warten. Der Staat und regulatorische Behörden werden damit herausgefordert, Investitionsanreize zu schaffen, ohne die Wettbewerbsfähigkeit anderer Anbieter zu gefährden. Für Mittelständler, insbesondere in ländlichen Regionen, ist schnelles Internet ein Wettbewerbsfaktor. Die Kritik der Telekom könnte zu Preissteigerungen oder verzögertem Ausbau führen.
**Ausblick:** Regulatoren müssen einen Weg finden, private Investitionen in Infrastruktur rentabel zu gestalten – sonst drohen weitere Verzögerungen beim digitalen Wandel.
## Illegale Beschäftigung im Visier – Barbershops in der Lupe[1]
Die Bundesregierung verstärkt ihren Kampf gegen Schwarzarbeit und illegal beschäftigte Arbeitskräfte. Neu ins Visier geraten dabei Branchen wie Barbershops, die lange als Grauzone galten. Kontrollen sollen zukünftig intensiviert werden, um unlautere Konkurrenz zu bekämpfen. Für seriöse Betriebe, die ihre Mitarbeiter korrekt anmelden und Steuern zahlen, bedeutet dies mehr Chancengleichheit. Gleichzeitig steigt der Druck auf Unternehmer in diesem Sektor: Sie müssen ihre Compliance-Standards erhöhen. Die Maßnahmen sind Teil einer breiteren Offensive gegen informelle Wirtschaftsstrukturen, die reguläre Betriebe unterbieten.
**Ausblick:** Betriebe sollten ihre Personalabrechnungen überprüfen – verstärkte Kontrollen werden messbar zunehmen.
## Wehrdienst-Reform beschlossen – Was Arbeitgeber wissen müssen[1]
Union und SPD haben sich auf eine neue Regelung des Wehrdienstes geeinigt. Die Reform sieht eine verpflichtende Musterung vor, während die Wehrpflicht bedarfsabhängig umgesetzt wird. Für Unternehmen bedeutet dies Planungsunsicherheit bei der Personalrekrutierung, insbesondere bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen. Junge Männer könnten zeitweise zum Wehrdienst eingezogen werden, was Fachkräftepools belastet. Die genauen Implementierungsdetails müssen noch geklärt werden, doch bereits jetzt sollten Betriebe ihre HR-Strategien anpassen. Besonders in kritischen Infrastruktur- und Fachkräftesektoren wird dies zu Engpässen führen können.
**Ausblick:** Mittelständler sollten verstärkt in Personalentwicklung investieren – der Fachkräftemangel wird sich durch Wehrdienst-Regelungen verschärfen.
## Rentenpaket der Regierung unter Beschuss[1]
Wirtschaftsverbände üben scharfe Kritik am geplanten Rentenpaket der Bundesregierung. Die Organisationen warnen vor massiven Kostensteigerungen und Belastungen für Arbeitgeber und Beschäftigte. Das Paket sieht erhebliche Rentensteigerungen vor, die durch höhere Rentenbeitragssätze finanziert werden müssen. Für Mittelständler bedeutet dies steigende Lohnnebenkosten und reduzierte Wettbewerbsfähigkeit, besonders beim Export. Zudem droht eine Beschäftigungsbremse, wenn Lohnkosten deutlich steigen. Die Kritik zielt darauf ab, dass Leistungsträger übermäßig belastet werden, während das Anreizmodell der Erwerbstätigkeit leidet.
**Ausblick:** Regierungsverhandlungen zum Rentenpaket werden sich verschärfen – Unternehmen sollten auf Kompromisse hoffen.
## KfW-55-Förderung kehrt zurück – Bauboom könnte neuen Schub erhalten[1]
Gute Nachrichten für Bauwirtschaft und Immobilienbranche: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) reaktiviert die Förderung für KfW-55-Effizienzhäuser. Diese Häuser erfüllen höhere Energieeffizienzstandards und werden durch günstige Darlehen unterstützt. Das Comeback dieser Förderung dürfte Nachfrage nach Neubau und Sanierungen ankurbeln und damit Architekten, Handwerksbetrieben und Baustofflieferanten zugute kommen. Allerdings bleibt unklar, wie großzügig die Förderung ausfällt. Für Immobilienentwickler und mittelständische Baubetriebe könnte dies ein Konjunkturimpuls sein, der die lange stagnierenden Bauzahlen wieder bewegt.
**Ausblick:** Der Förderaufruf sollte schnell erfolgen, um Bauvorhaben zu reaktivieren – Betriebe sollten sich zeitig vorbereiten.
## Boeing zahlt Millionen für 737-MAX-Absturz[1]
Der Flugzeughersteller Boeing muss der Familie eines Absturzopfers der 737 MAX eine Entschädigung von 28 Millionen Dollar zahlen. Dies unterstreicht die anhaltenden Reputations- und Haftungsrisiken des Konzerns nach den katastrophalen Unfällen der 737-MAX-Serie. Das hohe Schadensersatz-Urteil signalisiert, dass Boeing auch Jahre nach den Vorfällen mit erheblichen Rechtskonsequenzen rechnen muss. Für deutsche Zulieferbetriebe der Luftfahrtindustrie bedeutet dies Druck auf ihre Geschäftspartner Boeing und möglicherweise Zahlungsverzögerungen oder verschärfte Qualitätsanforderungen.
**Ausblick:** Zulieferer sollten ihre Vertragsbedingungen mit Boeing überprüfen – weitere Schadensersatzzahlungen sind wahrscheinlich.
## Siemens feiert Rekordgewinne – Stellenabbau geht trotzdem weiter[1]
Der Technologiekonzern Siemens meldet Rekordgewinne, kündet aber gleichzeitig einen weiteren Stellenabbau an. Dieses Paradoxon zeigt, wie Konzerne Effizienzgewinne durch Rationalisierung erzielen, statt Personal zu halten. Der Abbau belastet Arbeitsmärkte und verstärkt Unsicherheit bei Fachkräften. Für Mittelständler im Siemens-Ökosystem (Zulieferer, Partner) bedeutet dies ein gemischtes Signal: Einerseits floriert das Geschäft, andererseits schrumpft die Workforce, was Aufträge für externe Spezialisten bringen kann. Die Strategie zeigt auch, dass selbst wirtschaftlich erfolgreiche Konzerne unter Druck stehen, ihre Kostenstrukturen zu optimieren.
**Ausblick:** Siemens-abhängige Betriebe sollten ihre Geschäftsbeziehungen absichern – der Druck auf Lieferketten wird steigen.
Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.














