Setze dich mit uns in Verbindung

GEWINNERmagazin.de

Ticker

Tages-Nachrichten Wirtschaft & Mittelstand 2025-11-16

## Schweizer Zollabkommen mit USA: Mittelständler atmen auf, doch Unsicherheit bleibt

Die lang erwartete Einigung zwischen der Schweiz und den USA auf ein verbindliches Zollabkommen bringt erste Erleichterung für betroffene Exportfirmen. Besonders Hersteller von Kaffeemaschinen, Pfannen und anderen Konsumgütern leiden unter den bisherigen 39-prozentigen Zöllen, die für viele zum existenziellen Risiko geworden waren. Der Kaffeemaschinenhersteller Thermoplan etwa hatte bereits begonnen, Standorte in Deutschland zu erkunden – doch kurz nach Ankündigung eines Deals meldeten sich Kunden aus den USA zurück, um Kapazitäten zu sichern. Firmenchef Adrian Steiner sieht damit eine Produktionsverlagerung nicht mehr als notwendig an. Allerdings warnt der Pfannenhersteller Kuhn Rikon vor zu großem Optimismus: Das Grundproblem der Zölle sei damit nicht gelöst, zumal 50-prozentlige Zusatzzölle auf Aluminium- und Stahlprodukte weiterhin bestehen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele amerikanische Importe aus China stammen – und dort wurde gerade ein zusätzlicher 20-prozentiger Zoll eingeführt.[1]

**Relevanz für Mittelständler**: Schweizer Exporteure sollten das Abkommen als Übergangslösung betrachten und ihre Lieferketten diversifizieren, um künftige Zollzyklen zu puffern.

## Energiepreise sinken – Haushalte zahlen ab Januar weniger für Strom und Gas

Gute Nachrichten für Verbraucher: Ab Januar werden viele Haushalte bei Strom und Gas in der Grundversorgung günstiger bedient. Der Grund sind vor allem gesunkene Beschaffungskosten am Energiemarkt, die sich nun in den Endkundenpreisen widerspiegeln.[4] Allerdings flattert nicht allen Haushalten eine Preissenkung ins Haus – einige Regionen könnten noch Erhöhungen erleben, da die Preisgestaltung stark von regionalen Faktoren abhängt. Die sinkenden Energiekosten könnten für kleinere und mittlere Unternehmen eine willkommene Entlastung bedeuten, besonders in energieintensiven Branchen wie Produktion und Logistik. Dennoch bleibt die Lage angespannt: Die Volatilität der Rohstoffmärkte und geopolitische Unsicherheiten könnten jederzeit zu neuen Preissprüngen führen.

**Relevanz für Mittelständler**: Nutzen Sie die Preispause für langfristige Effizienzinvestitionen und Energieoptimierung, um von fallenden Großhandelsbeschaffungskosten zu profitieren.

## EU plant Abgabe auf ungesunde Lebensmittel und Alkopops

Die Europäische Kommission erwägt ein neues Regulierungsinstrument: eine Abgabe auf besonders ungesunde Lebensmittel und zuckerhaltige Getränke wie Alkopops. Das Ziel ist ambitioniert – durch höhere Preise sollen Verbraucher zu gesünderem Konsum bewegt und gleichzeitig die Staatseinnahmen erhöht werden. Für die Lebensmittelindustrie könnte dies erhebliche Umstrukturierungen bedeuten: Rezepturen müssen möglicherweise angepasst, Produktpaletten neu justiert werden. Besonders Getränkehersteller und Snackanbieter dürften betroffen sein. Allerdings ist noch unklar, welche Schwellenwerte genau gelten sollen und wie die Abgabe sich auf die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Drittländern auswirkt. Verbraucherverbände sehen darin einen wichtigen Schritt gegen Übergewicht, während Branchenvertreter von zusätzlichen Kostenbelastungen warnen.

**Relevanz für Mittelständler**: Lebensmittelbetriebe sollten bereits jetzt ihre Produktformulierungen überprüfen und agile Produktionsprozesse für schnelle Anpassungen vorbereiten.

## Butterpreis fällt unter 1,30 Euro – Milchprodukte im freien Fall

Nach Monaten angespannter Märkte sinkt der Butterpreis weiter deutlich unter die 1,30-Euro-Marke.[4][5] Der Einzelhandel senkt flächendeckend die Preise für Milchprodukte, was auf überreichliche Bestände und sinkende Nachfrage nach der sommerlichen Produktionsspitze zurückzuführen ist. Dies ist erfreulich für Verbraucher und Großkunden wie Bäckereien und Restaurants, führt aber bei Molkereien und Milchbauern zu Margendruck. Kleinere Molkereibetriebe, die nicht über die Skalierungseffekte großer Konzerne verfügen, geraten unter Druck. Gleichzeitig könnten sinkende Rohstoffkosten für Backwaren und andere verarbeitete Lebensmittel zu Preisnachlässen führen – eine willkommene Entlastung für die Gastronomie und das Lebensmittelhandwerk.

**Relevanz für Mittelständler**: Handwerksbäckereien können die fallenden Rohstoffkosten nutzen, um Marktanteile zu gewinnen oder Margen zu stabilisieren.

## Riese & Müller bekennt sich zu Deutschland trotz Herausforderungen

Der renommierte E-Bike-Hersteller Riese & Müller bleibt dem Standort Deutschland treu – auch wenn es schwieriger wird. Das Familienunternehmen setzte damit ein klares Zeichen gegen den Trend der Produktionsverlagerung ins Ausland. Gründe für diese Entscheidung sind Fachkräfteverfügbarkeit, bewährte Lieferketten und ein hoher Qualitätsanspruch, der Made-in-Germany-Produkte rechtfertigt. Die Führung betont, dass der Aufwand höher ist, aber die Unternehmenswerte dies rechtfertigen. Dies ist bemerkenswert in einer Zeit, in der viele Hersteller in Länder mit niedrigeren Lohnkosten ausweichen. Allerdings gibt es auch Grenzen: Nur durch kontinuierliche Innovation, Effizienzsteigerungen und möglicherweise Preiserhöhungen kann das Unternehmen seine Position halten. Der Mut zur Heimattreue könnte sich als Wettbewerbsvorteil erweisen, wenn die Marktnachfrage nach europäischen Qualitätsprodukten anhält.

**Relevanz für Mittelständler**: Standorttreue kann als Alleinstellungsmerkmal dienen – deutsche Qualität und Nachhaltigkeit sind in export-orientierten Märkten starke Verkaufsargumente.

## Hyundai und Samsung investieren massiv in Südkorea – Reaktion auf Zolldruck

Angesichts der globalen Zollspannungen kündigen Hyundai Motor und Samsung massive Investitionen in ihrem Heimatland Südkorea an. Diese Strategie ist eine direkte Reaktion auf die Unsicherheiten der internationalen Handelspolitik. Mit großvolumigen Investitionen in Produktionskapazitäten vor Ort möchten die Konzerne ihre Abhängigkeit von Export-Volatilität reduzieren und Zollrisiken minimieren. Gleichzeitig signalisieren sie damit Stabilität und Zuverlässigkeit gegenüber lokalen Stakeholdern und Regierungen. Dies könnte ein Vorbild für europäische und deutsche Mittelständler sein, die ebenfalls mit Zollen und Handelsunsicherheiten kämpfen. Die Investitionen deuten darauf hin, dass große Player die aktuelle Krise nutzen, um ihre strategische Position zu festigen.

**Relevanz für Mittelständler**: Überprüfen Sie Ihre globalen Lieferketten und erwägen Sie, kritische Produktionsschritte geografisch zu diversifizieren, um Zollrisiken zu minimieren.

## Union drängt Fluggesellschaften zu Preissenkungen – Luftverkehrssteuer im Fokus

Unionspolitiker fordern die Fluggesellschaften dazu auf, ihre Ticketpreise zu senken und damit für Verbraucher günstiger zu werden. Konkret geht es um eine mögliche Senkung oder Streichung der Luftverkehrssteuer, die auf jeden Flugschein anfällt und für teurere Tickets und Wettbewerbsnachteile gegenüber ausländischen Carriern sorgt. Flugtickets würden bei einer Entlastung messbarer günstiger, was besonders für Urlaubsreisende relevant ist. Allerdings stehen Umweltschutzaspekte dagegen – die Luftverkehrssteuer ist ein zentrales Lenkungsinstrument der Klimapolitik. Für kleine und mittlere Unternehmen könnte eine Reduktion der Flugkosten Geschäftsreisen erleichtern und damit Mobilität und Flexibilität erhöhen. Die Debatte zeigt typische Zielkonflikte zwischen Wirtschaftsförderung, Verbraucherschutz und Klimawirkung.

**Relevanz für Mittelständler**: Geschäftsreisende sollten davon profitieren – gleichzeitig sollten alternative Kommunikationsmittel und digitale Lösungen weiterhin genutzt werden.

## Ukraine startet umfassende Korruptionsbekämpfung bei Staatsunternehmen

Die Ukraine hat eine umfassende Überprüfung aller Staatsunternehmen zur Korruptionsbekämpfung eingeleitet, wie Regierungschefin Julija Timoschenko mitteilte.[2] Auslöser war eine Anklage gegen das Energieunternehmen Energoatom, bei dem Geschäftsleute und Mittelsleute etwa 100 Millionen Euro in Form von Schmiergeldern à 10–15 Prozent kassiert haben sollen. Die Europäische Kommission würdigt diese Ermittlungen als Beweis, dass die ukrainischen Korruptionsbekämpfungsbemühungen funktionieren. Das Signal ist wichtig für internationale Investoren und EU-Finanzhilfen – Transparenz und Rechtsstaatlichkeit sind zentrale Kriterien. Allerdings zeigt die Affäre auch die Tiefe des Problems: Systematische Vetternwirtschaft hat sich in Strukturen verankert. Die Reform wird langwierig, aber notwendig, um die wirtschaftliche und politische Stabilität der Ukraine zu stärken.

**Relevanz für Mittelständler**: Deutsche und europäische Unternehmen, die in die Ukraine expandieren, sollten die Reformbemühungen beobachten – Governance-Standards verbessern sich, aber Vorsicht ist weiterhin angebracht.

## Chile wählt zwischen Extremen – Rechtspopulist könnte neuer Präsident werden

Bei der Präsidentenwahl in Chile könnte es zu einem Rechtsruck kommen. Der deutschstämmige Rechtspopulist Johannes Kaiser könnte sich durchsetzen und würde damit ein extremes Profil ins Präsidentenamt bringen. Die Wahl wird in einem Klima sozialer Spannungen, Ungleichheit und Frust über die wirtschaftliche Situation ausgetragen. Ein Sieg Kaisers könnte erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik, die Stabilität und internationale Beziehungen haben – insbesondere im Hinblick auf Rohstoffpolitik, da Chile Weltmarktführer bei Kupfer und Lithium ist. Für europäische und deutsche Unternehmen, die in Chile tätig sind oder rohstoffbezogene Lieferketten haben, wäre dies ein signifikanter Unsicherheitsfaktor. Die politische Lage in Lateinamerika bleibt volatil.

**Relevanz für Mittelständler**: Rohstoff- und Mineralexportunternehmen sollten ihre Chile-Geschäfte genau beobachten und politische Szenarien durchspielen.

## Britische Regierung verschärft Asylpolitik drastisch

Großbritannien plant eine drastische Verschärfung seiner Asylregeln. Die Wartezeiten auf ein Asylverfahren sollen von fünf auf bis zu 20 Jahre verlängert werden – eine massive Abschreckung. Die Regierung reagiert auf hohe Migrationszahlen und gesellschaftliche Spannungen. Für Arbeitgeber im Vereinigten Königreich könnte dies kurzfristig zu Engpässen bei qualifizierter Migration führen, langfristig aber ein kostengünstiges Arbeitsangebot reduzieren. Europäische Unternehmen mit Standorten in Großbritannien müssen mit stärkerem Druck auf Personalrekrutierung rechnen. Auch kulturell und politisch signalisiert Großbritannien eine restriktivere Haltung – dies könnte Handelsbeziehungen und das Investitionsklima beeinflussen.

**Relevanz für Mittelständler**: Deutsche Fachkräfte und Unternehmen sollten die neuen Regelungen bei UK-Expansion berücksichtigen – Visa-Anforderungen und Personalverfügbarkeit werden kritischer.

## Geheimgang in Pyramide von Gizeh entdeckt – Tourismussektor im Aufwind

Forschende haben Hinweise auf einen geheimen Eingang in der Pyramide des Pharaos Mykerinos gefunden. Diese Sensation könnte touristischen Anziehungspunkt und Forschung gleichzeitig verstärken und damit Ägyptens Tourismusbranche weiter ankurbeln. Besonders in einer Zeit, in da die Region mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpft, bietet Archäologie ein stabiles und prestigeträchtiges Geschäftsfeld. Hotels, Reiseveranstalter und kulturelle Institutionen profitieren unmittelbar. Für deutsche Tourismusunternehmen und Reiseveranstalter könnte dies eine neue Welle von Ägypten-Buchungen bedeuten. Die Entdeckung unterstreicht auch den Wert von Investitionen in Forschungsinfrastruktur und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Tourismuswirtschaft.

**Relevanz für Mittelständler**: Reiseveranstalter und Tourismusdienstleister sollten schnell neue Angebote rund um die Pyramidenfunde entwickeln und ihre Ägypten-Programme aktualisieren.

Weiterlesen

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

Klicke, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mehr in Ticker

Nach oben