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Tages-Nachrichten Wirtschaft & Mittelstand 2025-12-17
### Solaris in der Krise: CEO und Risikochef gehen vorzeitig
Das Berliner Fintech-Unternehmen Solaris erlebt einen dramatischen Vorstandsumbau. CEO Martin Höltkemeyer verlässt das Unternehmen vorzeitig, ebenso der Risikochef. Die Abgänge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Solaris mit regulatorischen Herausforderungen und wachsendem Wettbewerbsdruck kämpft. Höltkemeyer, der das Unternehmen seit 2021 leitete, soll durch einen Interims-CEO ersetzt werden, während die BaFin-Lizenzprüfungen andauern. Experten sehen darin ein Signal für innere Konflikte und Unsicherheiten im Banking-as-a-Service-Sektor. Solaris, das Bankenlösungen für Fintechs anbietet, hatte kürzlich Kapitalerhöhungen durchgeführt, um liquide zu bleiben. Die Personalie könnte Investoren verunsichern und den ohnehin schwierigen Markteintritt erschweren. Für den Mittelstand relevant: Viele KMU nutzen solche Plattformen für digitale Zahlungen – Stabilität ist hier entscheidend.[1]
### Trade Republic als Spitzenreiter: Wertvollstes deutsches Startup
Der Neobroker Trade Republic hat sich zum wertvollsten deutschen Startup gekrönt. Mit einer Bewertung von über 5 Milliarden Euro nach einer Finanzierungsrunde überholt das Münchner Unternehmen alle Konkurrenten. Gegründet 2015, zählt es mittlerweile Millionen Nutzer, die günstige Aktien- und ETF-Handel nutzen. Das rasante Wachstum basiert auf einer App mit niedrigen Gebühren und Sparplänen, die vor allem junge Anleger anzieht. Im Kontrast zu traditionellen Banken setzt Trade Republic auf Automatisierung und EU-weite Expansion. Die Finanzierungsrunde mit Investoren wie Sequoia sichert nun internationale Skalierung. Kritiker warnen vor regulatorischen Hürden durch die BaFin. Für Mittelständler: Die Plattform democratisiert den Börsenhandel und bietet Chancen für Firmenfinanzierung via Crowdinvesting.
### Bayer setzt auf USA: Pharmaboom trotz Risiken
Bayer restrukturiert sein Pharmageschäft und fokussiert sich verstärkt auf den US-Markt. Der Konzern sieht Europa als Bremse und investiert massiv in Onkologie und Kardiovaskuläre Medikamente jenseits des Atlantiks. CEO Bill Anderson plant Kürzungen in der Forschung, um Kosten zu senken und Renditen zu steigern. Drei große Risiken bleiben: Patentabläufe, Rechtsstreitigkeiten um Roundup und Abhängigkeit vom US-Gesundheitssystem. Dennoch wächst das US-Geschäft überdurchschnittlich. Bayer, mit 100.000 Mitarbeitern, zielt auf höhere Margen ab. Für den deutschen Mittelstand signalisiert dies: Globale Konzerne priorisieren profitable Märkte – Lieferanten müssen flexibel folgen.
### CO2-Zoll erweitert: Härte für Haushaltsgeräte
Die EU-Kommission erweitert den CO2-Grenzuzoll auf Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen. Ab 2026 sollen Importe aus Ländern mit laxen Klimastandards mit Strafabgaben belegt werden, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Ziel ist der Green Deal: Reduktion von Emissionen in der Industrie. Kritiker aus der Branche warnen vor Preiserhöhungen für Verbraucher und KMU, die auf Importe angewiesen sind. Die Ausweitung folgt auf Erfolge bei Stahl und Zement. Deutsche Hersteller könnten profitieren, doch asiatische Konkurrenz wird teurer. Mittelständische Produzenten müssen nun Nachhaltigkeitsberichte führen – eine Chance für Zertifizierungen.[2]
### AfD im Mittelstand: Jeder Vierte würde wählen
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist „extrem negativ“, zeigt eine Umfrage: Jeder Vierte in Unternehmen würde die AfD wählen. Wirtschaftsführer klagen über Bürokratie, Energiepreise und Unsicherheit. Der Ifo-Index fiel kürzlich, Konjunktur stagniert. Die AfD gewinnt durch Protest gegen Regulierungen und Migration. Experten sehen Parallelen zu Trump-Wählern. Für Mittelständler: Politische Polarisierung erschwert Investitionen und Fachkräftegewinnung. Die Umfrage unter 1.000 Führungskräften unterstreicht den Frust – Reformen drängen sich auf.
### Bürgergeld ade: Härtere Grundsicherung beschlossen
Das Kabinett hat das Bürgergeld abgeschafft und eine neue Grundsicherung mit Sanktionen eingeführt. Totalverweigerer verlieren Leistungen schneller, Jobcenter erhalten mehr Macht. Ziel: Mehr Eigenverantwortung und 200.000 zusätzliche Arbeitskräfte. Kritiker sprechen von Härtefall für Bedürftige. Die Reform passt in Renten- und Wolfspolitik des Kabinetts. Mittelständler profitieren potenziell von mehr Billiglohnkräften, müssen aber Sozialabgaben prüfen.
### Trade Republics US-Pläne: Ratingagentur Scope expandiert
Scope, die Ratingagentur, plant US-Expansion und Börsengang. Das deutsche Unternehmen will unabhängige Ratings für Mittelstandskredite etablieren. Wachstum durch EU-Regulierungen, Umsatz verdoppelt sich. Der Börsengang soll Kapital für USA sichern. Konkurrenz zu Moody’s hart, doch Nische in ESG-Ratings. Für KMU: Bessere Bonitätsbewertungen erleichtern Kredite.[6]
### 1&1 Drillisch boomt: Viertel der Deutschen erreicht
1&1 Drillisch hat ein Viertel der deutschen Bevölkerung als Mobilfunkkunden. Vom Lästerobjekt zum Player: Netzausbau mit Vodafone gelingt. 20 Millionen Anschlüsse, Umsatz steigt. Preisoffensive zahlt sich aus. Mittelstand profitiert von günstiger Konnektivität für IoT und Homeoffice.
### VW-Batteriefabrik startet: ID. Polo in Sicht
VW eröffnet in Salzgitter die größte Batteriefabrik Europas für ID. Polo. 2 Milliarden Euro Investition, 2.000 Jobs. Fokus auf kostengünstige Akkus gegen chinesische Konkurrenz. Elektrooffensive beschleunigt. Mittelständische Zulieferer gewinnen Aufträge.
### Trump-Ölblockade: Preise steigen durch Venezuela-Sanktionen
USA blockieren venezolanische Öltanker, Ölpreis klettert. Trump erweitert Sanktionen, Angebot sinkt. Europa sucht Alternativen zu Russland. Mittelständler: Höhere Energiekosten drücken Margen – Hedging ratsam.
**Ausblick:** Für Mittelständler drohen 2026 höhere Energie- und Zollkosten, doch Fintechs und E-Mobilität bieten Wachstumschancen – Diversifikation und Digitalisierung sind Schlüssel zur Resilienz.
Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.










