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US-Zölle auf Schweizer Luxusuhren – Prestige bleibt unerschütterlich

Mit Exporten im Wert von 5,4 Mrd. US-Dollar in die Vereinigten Staaten zählen Schweizer Luxusuhren zu den begehrtesten Exportgütern des Landes. Marken wie Rolex, Patek Philippe oder Audemars Piguet verkaufen Produkte, deren Attraktivität mit steigendem Preis oft zunimmt – ein klassisches Beispiel für ein Veblen-Gut. Sollte Präsident Donald Trump tatsächlich Strafzölle auf diese Uhren verhängen, wäre die Branche wohl deutlich weniger anfällig für Nachfragerückgänge als andere Exporteure.
Der politische Nebeneffekt könnte Trump gelegen kommen: Anders als Zölle auf Massenware aus Bangladesch träfen Abgaben auf hochpreisige Accessoires vor allem Vermögende – und stützten so das Image eines Präsidenten, der sich als Anwalt des „Everyman“ inszeniert. Für die Uhrmacher entfiele damit das „Horrorszenario“ umfassender Lieferkettenverlagerungen, wie es derzeit etwa Auto- oder Halbleiterhersteller beschäftigt. Die Branche ist seit Jahrhunderten fest in der Schweiz verankert, und die Fertigung lässt sich kaum ins Ausland verlegen.
Gleichwohl hat die Industrie auch eigene Krisen erlebt: Die Quarzkrise der 1970er, ein starker Franken, steigende Goldpreise und zuletzt eine Abkühlung im Luxussegment. Nach den Pandemie-Jahren, in denen fehlende Reisemöglichkeiten und eingeschränkte Freizeitangebote den Absatz antrieben, liegen die Verkäufe wieder unter den damaligen Spitzenwerten. Laut dem Marktbeobachter ChronoPulse sind viele Modelle am Zweitmarkt weniger wert als vor einem Jahr.
Dennoch bleibt der langfristige Wert erstaunlich stabil. Die erste Royal Oak von Audemars Piguet kostete 1972 rund 2.850 Pfund – ein Modell von 2021 liegt heute beim 50-Fachen. Im Vergleich zu Inflation oder Immobilienpreisen in London ist das eine Rendite, die selbst Strafzölle überdauert.
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