Setze dich mit uns in Verbindung

GEWINNERmagazin.de

Ticker

Verbrenner-Aus wackelt: Brüssel verschafft Autobauern Luft

EU prüft Lockerung der CO₂-Flottenziele für 2030

Konkret geht es um die CO₂-Flottenziele für das Jahr 2030. Bislang gilt: Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge soll gegenüber 2021 um 55 Prozent sinken – gemessen in einem einzigen Jahr. Dieses starre System könnte nun aufgeweicht werden.

Diskutiert wird in Brüssel ein sogenanntes „Averaging“-Modell. Hersteller müssten ihre Emissionsziele dann nicht mehr punktgenau in einem Jahr erfüllen, sondern könnten Abweichungen über mehrere Jahre ausgleichen. In der Industrie gelten Zeiträume von drei bis fünf Jahren als realistisch. Für die Autobauer würde das mehr Planungssicherheit bedeuten – und vor allem mehr Luft bei schwankender Nachfrage nach Elektrofahrzeugen.

Elektromobilität kommt langsamer voran als geplant

Der Hintergrund: Der Hochlauf der Elektromobilität verläuft deutlich zäher als von der Politik erhofft. In den ersten zehn Monaten des Jahres lag der Anteil reiner Elektroautos an den Neuzulassungen in der EU bei rund 17 Prozent. Vor allem in Süd- und Osteuropa bremsen hohe Preise, eine dünne Ladeinfrastruktur und eine insgesamt schwache Kaufkraft die Nachfrage.

Für die Hersteller bedeutet das ein Dilemma: Einerseits müssen sie massiv in E-Modelle investieren, andererseits fehlt bislang der breite Markt. Eine flexiblere CO₂-Regelung würde helfen, diese Übergangsphase besser zu managen.

Auch das Verbrenner-Aus ab 2035 steht zur Debatte

Parallel zur 2030-Diskussion rückt auch das geplante Verbrenner-Aus ab 2035 wieder in den Fokus. Bisher sieht die EU vor, dass Neuwagen dann vollständig emissionsfrei sein müssen. Nun kursiert in Brüssel jedoch ein alternatives Ziel: Statt 100 Prozent CO₂-Reduktion könnten künftig 90 Prozent ausreichen.

Das würde bedeuten, dass auch nach 2035 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zugelassen werden könnten – etwa in Kombination mit synthetischen Kraftstoffen oder Hybridlösungen. BMW-Chef Oliver Zipse spricht sich seit Langem für Technologieoffenheit aus. Auch Volkswagen betont, dass Klimaziele regelmäßig an die tatsächliche Marktentwicklung angepasst werden sollten.

Positive Reaktion an der Börse

Die Signale aus Brüssel kommen am Kapitalmarkt gut an. Die Aktien großer deutscher Autobauer legten nach Bekanntwerden der Überlegungen zu. Investoren werten die mögliche Lockerung als geringeres regulatorisches Risiko und als Chance auf stabilere Margen in den kommenden Jahren.

Besonders relevant ist dabei weniger das Jahr 2035 als das Zwischenziel 2030. Schon bei früheren Vorgaben hatte die EU nachjustiert, um hohe Strafzahlungen zu vermeiden. Dass sich dieses Muster nun wiederholt, überrascht Branchenkenner kaum.

Mehr Spielraum statt harter Brüche

Noch ist nichts beschlossen, doch die Richtung ist klar: Die EU scheint bereit, ihre Klimapolitik für die Autoindustrie pragmatischer auszurichten. Für Mercedes, BMW, Volkswagen und Porsche wäre das ein wichtiger Rückenwind – nicht als Abkehr vom Klimaschutz, sondern als Anpassung an die wirtschaftliche Realität.

Das Verbrenner-Aus ist damit nicht vom Tisch. Aber es könnte weniger absolut ausfallen, als bislang geplant. Für die deutschen Autobauer wäre das eine Atempause in einer der größten Transformationen ihrer Geschichte.

Weiterlesen

Bei Nachrichten von Eulerpool handelt es sich um extern erstellte Tickermeldungen. Ihre Einbettung erfolgt automatisch. Sie werden von uns nicht überprüft oder bearbeitet.

Klicke, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mehr in Ticker

Nach oben