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Yakup Erkus
Dubai-Coach Yakup Erkus

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Wie Dubai-Coach Yakup Erkus junge Menschen in teure Programme ködert

Schnell Geld nebenbei verdienen mit KI und TikTok: Dafür steht Coach Yakup Erkus. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Erfahrungen gibt es kaum, ein Anwalt spricht gar von möglichem Betrug, Kunden fordern fünfstellige Summen zurück. Wem nutzt Erkus Coaching also wirklich?

“5.000 bis 10.000 Euro nebenbei verdienen” – mit diesem Versprechen wirbt Yakup Erkus auf TikTok und Telegram für sein KI-Influencer-Coaching. Die Zielgruppe: Sehr junge Menschen, oft noch Schüler und Studenten, die vom schnellen Geld träumen. Sein Haupt-Testimonial ist gerade einmal 19 Jahre alt.

Doch die Realität hinter dem vermeintlichen “Moneyglitch” sieht düster aus: Rund 100 Kunden verlangten offenbar ihr Geld zurück, das Geschäftsmodell funktioniert nach Einschätzung von Experten selten bis gar nicht, und statt Einnahmen fühlen sich Teilnehmer an ein Schneeballsystem erinnert.

 

Das Geschäftsmodell von Yakup Erkus bringt Probleme mit sich

Der versprochene Weg zum Reichtum: Teilnehmer sollen mit KI-Tools wie Sora virtuelle Influencer erstellen, die auf Social Media Werbung machen. Doch die Realität zeigt: Das Modell funktioniert nur selten. Menschen lehnen KI-generierten Content zunehmend ab, Plattformen wie Instagram und TikTok verschärfen ihre Richtlinien gegen künstliche Profile.

“KI-Influencer sind für Verbraucher erkennbar und werden als unecht abgelehnt”, so Rechtsanwalt Michael Metzner. “Die Engagement-Raten sind minimal, die Plattformen markieren oder sperren solche Accounts.”

„Ein nachhaltiges Geschäftsmodell sieht anders aus.“

Statt mit den virtuellen Avataren Geld zu verdienen, sollen die Teilnehmer deshalb das Coaching selbst bewerben – und dafür Provisionen kassieren. Das erinnert wohl manchen Profi an ein Schneeballsystem, bei dem nur die obersten Ebenen profitieren. Diesem Vorwurf widerspricht Erkus: Es handle sich nicht um ein Schneeballsystem, sondern um ein Franchise. Er habe damit vielen Alleinerziehenden geholfen, so der Coach weiter.

Stimmt das wirklich? Statt vielen glücklichen Kunden finden wir weder funktionierende KI-Influencer aus dem Coaching noch unabhängige Testimonials oder Fallstudien. In einer geschlossenen Telegram-Gruppe zeigt Erkus gelegentlich Screenshots angeblich zufriedener Kunden – immer dieselben zwei bis drei Personen.

 

Fake-Bewertungen bei Yakup Erkus: 4,9 Sterne, die es nicht gibt

Auf seiner Website yakuperkus.com wirbt Erkus prominent mit “4,9 Sternen auf Trustpilot”. Ein Qualitätssiegel, das Vertrauen schaffen soll. Das Problem: Ein Trustpilot-Profil für Yakup Erkus oder sein AI-Glitch-Coaching existiert nicht. Die Bewertung ist frei erfunden. Auch auf „Expertenmarkt“ findet man keine Bewertungen.

4,9 Sterne auf Trustpilot? Offenbar frei erfunden

Stattdessen gibt es Anzeichen, die für hohe Quote unglücklicher Kunden sprechen. Der Zahlungsanbieter Ablefy, über den Erkus sein Coaching zunächst verkaufte, erstattete eine mittlere fünfstellige Summe an unzufriedene Kunden zurück. Bei einem Mindestpreis von 300 Euro pro Coaching entspricht das über 100 Rückerstattungen. “Wenn ein Zahlungsdienstleister in diesem Umfang Geld zurückerstattet, ist das ein klares Indiz dafür, dass die versprochene Leistung nicht erbracht wurde”, erklärt Rechtsanwalt Michael Metzner, der auf Coaching-Fälle spezialisiert ist. “Solche Quoten sehen wir normalerweise nur bei offensichtlichen Betrugsfällen.” Erkus wollte sich dazu nicht äußern.

 

Erfundene Medienpartnerschaften und TikTok-Lüge

Die Täuschung geht weiter: Auch auf aiglitch.de schmückt sich Erkus mit den Logos etablierter Medien und Bewertungsportale – Gründer.de, GewinnerMagazin, ProvenExpert. Der Eindruck: Ein seriöser, in den Medien präsenter Geschäftsmann. Die Realität: Auf keinem dieser Portale finden sich Informationen über Yakup Erkus oder sein Coaching. Die Logos sind dort ohne Erlaubnis platziert, um Seriosität vorzutäuschen.

Yakup-Erkus-Erfahrungen-Seriös

Logos? Geklaut. Erkus wirbt auf mehreren Webseiten mit vertrauenswürdigen Marken

Besonders dreist: Erkus bezeichnet sich als “Official TikTok Shop Partner” und behauptet, “direkt mit TikTok zusammenzuarbeiten”. Auf Presseanfrage konnte TikTok diese Partnerschaft nicht bestätigen. “Die unbefugte Nutzung von Markenlogos und die Behauptung nicht existierender Partnerschaften erfüllt eindeutig den Tatbestand der irreführenden Werbung”, sagt Anwalt Metzner. “Das ist nicht nur wettbewerbswidrig, sondern kann auch strafrechtliche Konsequenzen haben.”

Yakup-Erkus-Seriös

TikTok konnte uns keine Partnerschaft bestätigen

Junge Zielgruppe, große Versprechen, bittere Enttäuschung

Erkus’ Marketing richtet sich gezielt an eine sehr junge, unerfahrene Zielgruppe auf TikTok und Telegram. Mit Clips, die “10.000 Euro in 30 Tagen” versprechen, und Formulierungen wie “die Milliarden-Chance” wird der Traum vom schnellen Reichtum verkauft. Sein wichtigstes Testimonial: Ein 19-Jähriger, der angeblich durch das Coaching erfolgreich wurde. Schon im vergangenen Jahr wurde Erkus für seine Zielgruppenansprache kritisiert, der Schweizer „Blick“ bezeichnete ihn als Online-Abzocker.

Was die jungen Käufer dann erwartet, hat mit den Versprechungen wenig zu tun. Statt eines funktionierenden Geschäftsmodells landen sie in einem System, bei dem sie vor allem eines tun sollen: Weitere Teilnehmer für das Coaching rekrutieren. “Das ist die klassische Struktur eines Schneeballsystems”, erklärt Metzner. “Junge Menschen werden mit unrealistischen Gewinnversprechen geködert und dann selbst zu Rekrutierern gemacht. Die meisten verlieren dabei wohl ihr Geld.”

 

Künstliche Verknappung und versteckte Preise

Die Verkaufstaktiken sind klassisch manipulativ: Auf Digistore24 wird die Teilnehmerzahl auf 20 limitiert dargestellt, um Dringlichkeit zu erzeugen. Tatsächlich hat Erkus selbst bestätigt, dass bereits etwa 80 Personen teilgenommen haben. Die Preise – mindestens 300 Euro, teilweise deutlich mehr – sind auf der Website nicht transparent einsehbar.

“Intransparente Preisgestaltung, künstliche Verknappung und nicht nachprüfbare Erfolgsversprechen sind massive Warnsignale”, warnt Metzner. “Bei seriösen Anbietern ist das nicht üblich. Wer so arbeitet, scheint etwas verbergen zu wollen.”

 

Viel Schweigen auf Presseanfragen

Auf eine detaillierte Presseanfrage mit neun konkreten Fragen zu allen Vorwürfen reagierte Erkus nur knapp und weist den Vorwurf, ein Schneeballsystem zu betreiben, von sich. Gefragt wurde unter anderem nach der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells, den falschen Werbeaussagen, den massiven Rückerstattungen und der nicht existierenden TikTok-Partnerschaft. Dazu wollte er sich nicht äußern.

TikTok-Screenshots

Erkus ist auf TikTok sehr laut unterwegs. Auf unsere Fragen antwortete er kaum

Erkus operiert von Dubai aus und rechnet über Digistore24 ab. Eigene Allgemeine Geschäftsbedingungen existieren nicht – ein weiteres Zeichen mangelnder Seriosität. “Wer keine eigenen AGB hat und aus Dubai heraus operiert, macht es Geschädigten bewusst schwer, ihre Rechte durchzusetzen”, erklärt Metzner. “Das ist ein bewährtes Muster bei unseriösen Online-Coaches.”

 

Was Betroffene bei Yakup Erkus tun können

Der Anwalt rät jungen Menschen und deren Eltern zur Vorsicht: “Wenn unrealistische Gewinnversprechen gemacht werden, wenn es keine transparenten Preise gibt und wenn man selbst hauptsächlich weitere Teilnehmer werben soll – Finger weg.” Wer bereits gezahlt hat, sollte seine Rechte prüfen lassen. “Bei Irreführung und nicht erbrachter Leistung bestehen oft Ansprüche auf Rückerstattung.”

Die Verbraucherzentralen warnen seit Jahren vor solchen Coaching-Angeboten. Der Fall Yakup Erkus zeigt exemplarisch, wie moderne Technologie-Trends wie künstliche Intelligenz für fragwürdige Geschäftsmodelle missbraucht werden. Hinter dem Versprechen vom schnellen Geld steht ein System, das vor allem einem nutzt: Dem Anbieter selbst.

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Chefredakteur des GEWINNERmagazins, PR-Experte und Gesicht hinter den Content und Blog-Strategien von internationalen Konzernen und erfolgreichen Unternehmern aus ganz Deutschland. Mehr unter rubenschaefer.de

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