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Wie Single Family Offices heute investieren – und warum sie ihre Strategien radikal umstellen

Single Family Offices (SFOs) gelten als die diskretesten Kapitalverwalter der Welt. In der DACH-Region existieren nach Schätzungen etwa 1.200 dieser Organisationen, die jeweils das Vermögen einer einzelnen Unternehmerfamilie steuern – häufig weit jenseits der Milliardengrenze. Neue Daten der Privatbank Berenberg zeigen nun, wie sich ihre Anlagestrategien seit 2023 gravierend verändert haben.

Direktbeteiligungen statt Fonds – aber mit mehr Risikostreuung

Traditionell investieren Family Offices konservativ – in Immobilien, Aktien, festverzinsliche Anlagen. Doch die Zahlen zeigen eine klare Trendverschiebung: Direktinvestitionen in Unternehmen sind zu einem zentralen Baustein geworden.

Entwicklung des Anteils von Direktbeteiligungen am Gesamtvermögen:

  • Quoten über 40 Prozent: Rückgang von 30 % (2023) auf 21 % (2025)
  • Quoten zwischen 10 und 20 Prozent: Anstieg von 9 % auf 21 %

Family Offices investieren also weiterhin unternehmerisch, verteilen ihr Kapital aber breiter. Statt großer Einzelbeteiligungen setzen sie verstärkt auf mehrere kleinere Investments. Emotion spielt mit: Viele Unternehmer möchten „weiter unternehmern“, nicht nur Kapital verwalten.

Frühphasen-Investments werden zum Standard

Besonders deutlich verändert sich der Einstiegszeitpunkt:

  • Seed-Investments: 40 % → 53 % (2023–2025)
  • Angel-Investments: 20 % → 27 %

Family Offices rücken damit früher an Geschäftsmodelle heran – lange bevor Venture-Capital-Fonds investieren.

Gründe laut Berenberg:

  • niedrigere Bewertungen, kleinere Tickets
  • Gestaltungsfreiheit in Strategie und Governance
  • steuerliche Vorteile (Beteiligungen < 25 % können erbschaftsteuerlich begünstigt werden)

Branchenrotation: Software dominiert, GreenTech verliert drastisch

Software bleibt oben – kapitalleicht und skalierbar. GreenTech hingegen fällt vom beliebtesten Sektor 2023 auf den letzten Platz. Immobilien verlieren ebenfalls massiv an Attraktivität.

Family Offices wollen Einfluss – nicht nur Rendite

88 Prozent der SFOs nehmen aktiv Einfluss auf ihre Beteiligungen:

  • 23 % sind operativ eingebunden
  • 34 % übernehmen Beirats- oder Aufsichtsfunktionen
  • nur 12 % sind reine Finanzinvestoren

Damit agieren Family Offices näher am Unternehmen als klassische Private-Equity-Fonds.

Exit-Strategie: „Buy and hold forever“ ist ein Mythos

Nur 25 Prozent verfolgen einen reinen Buy-and-Hold-Ansatz.
61 Prozent geben an, keine feste Exit-Strategie zu definieren.

Diese Flexibilität passt zum Selbstverständnis: opportunistisch handeln, langfristig denken, nicht an Fondslaufzeiten gebunden sein.

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