Ticker
Welt ohne Ausnahmen: Warum der US-Markt 2025 kaum Rendite bringen wird – und China zurück auf der Agenda steht


Der US-Aktienmarkt wird Investoren im kommenden Jahr „so gut wie nichts“ bieten – davon zeigt sich Edward Cole, Leiter der Multi-Strategy Equities bei Man Group, überzeugt. Als einer der führenden Köpfe beim größten börsennotierten Hedgefonds der Welt warnt er vor zu hoher Konzentration und überbewerteten Wachstumswerten an den US-Börsen. Die Fantasie für überdurchschnittliche Renditen sei weitgehend erschöpft, sagt Cole in der aktuellen Folge von Merryn Talks Money.
Dabei sei das US-Börsenumfeld durch eine gefährliche Einseitigkeit geprägt: „Die dominanten Titel werden von denselben Treibern beflügelt – und die Bewertungen spiegeln das längst wider.“ Anleger sollten sich daher von der Idee verabschieden, dass Märkte wie die USA dauerhaft „exceptional“ und andere wie China dauerhaft „uninvestierbar“ seien. Wer diese Grundannahme akzeptiere, könne die gegenwärtige Marktrotation besser verstehen – weg von den USA, hin zu vergessenen Regionen mit neuem Potenzial.
Für Cole ist China derzeit ein klarer Überzeugungstitel. Trotz geopolitischer Risiken und struktureller Schwächen habe der Markt eine Bodenbildung erreicht. Die Phase der Deflation sei weitgehend überwunden, zugleich gebe es zunehmend Unternehmen mit Bewertungsabschlägen, die hohe Qualität und Wachstumsperspektiven vereinen. Auch in Europa sieht Cole Chancen – insbesondere in Deutschland, wo der strukturelle Umbau hin zu einer effizienteren Industrie neue Dynamik entfalten könnte.
Der entscheidende Faktor bleibt jedoch die Inflation. Jahrzehntelang profitierten Anleger von einem Umfeld, in dem Aktien und Anleihen negativ korreliert waren – klassische 60/40-Portfolios lieferten verlässlich stabile Erträge. Mit dauerhaft über dem Zielwert liegender Inflation könnten sich diese Zusammenhänge jedoch fundamental ändern. „Wachstumswerte funktionieren in so einem Umfeld schlechter. Die Korrelationen brechen auf“, warnt Cole.
Anleger seien daher gut beraten, ihre Portfolios breiter aufzustellen. Liquid Alternatives – also liquide, nicht-traditionelle Anlagen wie marktneutrale Strategien – könnten als Hedge dienen. Gleichzeitig gelte es, gezielt nach unterbewerteten Qualitätswerten zu suchen. Davon gebe es mehr, als der Markt momentan wahrnehme.
Cole plädiert damit für eine Abkehr von der US-Zentrierung vieler Portfolios. Wer auf mittlere Sicht denkt, sollte Regionen wie China und Europa auf dem Radar haben – und sich auf ein neues Kapitalmarktregime einstellen, das nicht mehr von US-Technologiewerten dominiert wird.

Bei Nachrichten von Eulerpool handelt es sich um extern erstellte Tickermeldungen. Ihre Einbettung erfolgt automatisch. Sie werden von uns nicht überprüft oder bearbeitet.
