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Drei Billionen Dollar Verlust: Trumps neue Zölle stoßen US-Börsen in tiefsten Einbruch seit 2020

Die Ankündigung umfassender US-Importzölle hat die globalen Finanzmärkte am Donnerstag in den stärksten Abverkauf seit der Pandemie gestürzt. Der Dow Jones verlor 1679 Punkte oder 4 %, der S&P 500 sackte um 4,8 % ab. Besonders heftig traf es den technologielastigen Nasdaq, der um 6 % einbrach. Insgesamt wurden laut Bloomberg binnen eines Handelstags rund 3,1 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung ausgelöscht – das größte Minus seit März 2020.

Auslöser war die Enthüllung der neuen Zollstrategie der Trump-Administration am Mittwochabend. Alle US-Importe sollen ab dem 5. April mit einem Grundzoll von 10 % belegt werden, einige Länder – darunter China, die EU und Japan – müssen mit deutlich höheren Sätzen rechnen. Für China summieren sich die Zölle auf bis zu 54 %, die EU trifft ein Aufschlag von 20 %, Japan wird mit 24 % belegt. Ausnahmen gelten für ausgewählte Energieprodukte, industrielle Vorleistungen sowie einige Medikamente und Impfstoffe. Kanada und Mexiko bleiben von den „reciprocal tariffs“ weitgehend verschont, müssen jedoch weiterhin mit pauschalen 25 %-Zöllen auf viele Warengruppen rechnen.

Die Aussicht auf einen umfassenden Handelskrieg ließ Anleger in sichere Häfen flüchten. Die Renditen für US-Staatsanleihen fielen, der Dollar brach laut WSJ Dollar Index um 1,3 % ein – der stärkste Tagesverlust seit 2023. Auch Öl verlor über 6 %, Gold wurde nach seiner starken Rally der vergangenen Monate abgestoßen. Analysten bei JPMorgan erhöhten die Rezessionswahrscheinlichkeit für die USA auf 60 %.

Neben Schwergewichten wie Apple, Nvidia und Amazon, die zweistellig verloren, waren auch Konsumwerte wie Nike, HP und Target stark unter Druck. Der Autobauer Stellantis kündigte an, wegen der Zölle die Produktion in Kanada und Mexiko vorübergehend zu stoppen. Händler bezeichneten die Verkäufe bislang als geordnet, warnten jedoch vor einem längerfristig instabilen Marktumfeld – vor allem, wenn internationale Vergeltungsmaßnahmen folgen.

Diese ließen nicht lange auf sich warten: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stellte Strafmaßnahmen gegen US-Techkonzerne in Aussicht, Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte spiegelbildliche Zölle auf US-Autos an. Währenddessen zeigte sich Trump unbeeindruckt: „Ich denke, es läuft sehr gut“, sagte er am Donnerstag. Weitere Zölle auf Pharmazeutika und Halbleiter seien bereits in Vorbereitung – ebenso wie potenzielle Ausnahmen, falls sich andere Länder kooperationsbereit zeigen.

Die Märkte stehen damit vor einem Belastungstest, wie ihn selbst die pandemiegetriebene Krise nur in Ansätzen andeutete. Ob Trumps Strategie auf wirtschaftliche Autarkie und politisches Kalkül aufgeht, wird sich nicht an den Exportquoten messen lassen – sondern an der Risikobereitschaft einer zunehmend nervösen Anlegergemeinschaft.

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