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Fed-Direktor Barkin warnt vor Doppelrisiko durch Trumps Zölle: Inflation und Jobverluste zugleich möglich


Die US-Notenbank steht vor einem potenziellen Zielkonflikt: Zölle könnten sowohl die Inflation anheizen als auch die Beschäftigung dämpfen. Tom Barkin, Präsident der Federal Reserve Bank of Richmond, warnte am Dienstag in New York, dass die von US-Präsident Donald Trump angekündigten „reciprocal tariffs“ eine klassische Preis-Schock-Situation auslösen könnten – mit spürbaren Auswirkungen auf Verbraucherpreise und Arbeitsmärkte.
„Es könnte zu einem regelrechten Kräftemessen kommen“, so Barkin, „zwischen einem Verbraucher, der nicht mehr zahlen will, und Anbietern, die glauben, höhere Preise weitergeben zu müssen.“ Ein Teil der erhöhten Importkosten werde unweigerlich in den Konsumentenpreisen landen – ein klar inflationärer Impuls, betonte der Fed-Vertreter beim Council on Foreign Relations.
Gleichzeitig sieht Barkin Risiken für den Arbeitsmarkt. Höhere Preise könnten die Konsumnachfrage belasten, was wiederum Umsätze drücke. Unternehmen, die Preiserhöhungen nicht durchsetzen könnten, sähen sich gezwungen, ihre Margen durch Kostensenkungen zu stabilisieren – meist zulasten der Belegschaft. „Wenn du die Preise nicht anheben kannst, verlierst du Marge. Dann drehst du an der Effizienz – und das bedeutet oft weniger Mitarbeiter“, so Barkin.
Noch herrscht Unklarheit über das genaue Ausmaß der Handelsmaßnahmen. Trump will am Mittwoch die Details seiner Zollstrategie bekannt geben. Die Notenbank hatte zuletzt ihren Leitzins in der Spanne von 4,25 % bis 4,5 % belassen und in ihren Projektionen bereits erste Effekte der angekündigten Wirtschaftspolitik einkalkuliert.
In den aktualisierten Fed-Prognosen wurde das Inflationsziel von 2 % erneut verfehlt – zum fünften Mal in Folge.Sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation wurden nach oben korrigiert. Gleichzeitig erwartet die Fed einen Rückgang des BIP-Wachstums auf 1,7 % sowie einen Anstieg der Arbeitslosenquote.
Fed-Chef Jerome Powell äußerte sich zurückhaltend. Zwar räumte er ein, dass Zölle die Inflation verzögern könnten, betonte jedoch, der Effekt sei vermutlich „transitory“, also vorübergehend. Barkin selbst gehört dieses Jahr nicht zum stimmberechtigten Kreis im geldpolitischen Ausschuss (FOMC), seine Einschätzung reflektiert jedoch zunehmende interne Diskussionen über den künftigen Kurs.

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