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Fink warnt vor Dollar-Verlust – Bitcoin als alternativ Währung, Europa als Gewinner


Larry Fink schlägt Alarm. Der CEO des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock warnt in seinem jährlichen Brief eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen einer unkontrollierten US-Verschuldung. Sollte Washington seine Ausgaben nicht in den Griff bekommen, sei der Status des US-Dollar als globale Leitwährung ernsthaft gefährdet. „Das ist nicht garantiert auf Dauer“, schreibt Fink – und nennt Bitcoin als potenziellen Profiteur.
Die Fakten wirken ernüchternd. Allein in diesem Jahr übersteigen die Zinszahlungen der US-Regierung 952 Milliarden Dollar – mehr als das gesamte Verteidigungsbudget. Bis 2030, rechnet Fink vor, könnten Pflichtausgaben und Schuldendienst die gesamten Bundessteuereinnahmen verschlingen. Die Folge wäre ein strukturelles Defizit ohne Spielraum für fiskalische Steuerung. Für den Dollar, jahrzehntelang weltweiter Anker, wäre das ein Risiko mit Systemrelevanz.
Kryptowährungen gewinnen parallel an Bedeutung. Der Bitcoin sei technologisch gesehen eine „außergewöhnliche Innovation“, so Fink, gleichzeitig aber auch ein potenzieller Dollar-Konkurrent. Seit Jahresbeginn hat Bitcoin rund 20 % an Wert verloren, doch institutionelle Integration schreitet voran. Blackrocks eigener Bitcoin-ETF verwaltet derzeit ein Volumen von 48 Mrd. Dollar – trotz 7 % Verlust im laufenden Jahr.
Trump spielt mit dem Vertrauen in die Währungspolitik. Die Einführung einer staatlichen Bitcoin-Reserve Anfang März hat in der Branche Hoffnungen geweckt, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück: Die Reserve wird lediglich mit beschlagnahmten Coins befüllt, ein Kaufprogramm existiert nicht. Parallel belastet Trumps erratische Handelspolitik den Dollar zusätzlich. Seit Jahresbeginn hat die US-Währung gegenüber dem Euro rund 5 % verloren.
Ökonomen warnen vor gezielter Abwertung. Unter dem Stichwort „Mar-a-Lago Accord“ wird in Washington eine Strategie debattiert, die an den Plaza-Akkord von 1985 erinnert – jedoch ohne multilateralen Konsens. Stattdessen sollen Notenbanken gedrängt werden, US-Staatsanleihen in hundertjährige Nullkuponbonds zu tauschen. Laut Jan Viebig (Oddo BHF) käme dies einer faktischen Enteignung gleich. Trump verfolge damit einen „Deal auf US-Bedingungen“ – zur Not auch mit Drohungen.
In Europa hingegen keimt Hoffnung. Fink sieht erstmals seit Jahren „enorme Chancen“ auf dem Kontinent. Strukturelle Reformen, ein Kurswechsel in der deutschen Fiskalpolitik und das 500-Milliarden-Euro-Paket zur Infrastrukturmodernisierung wecken laut Blackrock-Chef wirtschaftliches Potenzial. Der IWF schätzt, dass ein Abbau innereuropäischer Handelsbarrieren die Produktivität um bis zu 7 % steigern könnte.
Auch die Märkte reagieren. Im ersten Quartal 2025 entwickelten sich europäische Aktien besser als ihre US-Pendants – gemessen in US-Dollar übertraf der Stoxx 600 den S&P 500 um rekordverdächtige 17 Prozentpunkte. Ein Signal, dass Investoren das Potenzial Europas nicht länger ignorieren.
Finks zentrale Warnung bleibt: Wenn der Dollar seinen Status verliert, füllt jemand anderes das Vakuum. Und dieser Jemand könnte erstmals nicht eine Nation, sondern ein Algorithmus sein.

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