Setze dich mit uns in Verbindung

GEWINNERmagazin.de

Ticker

Goldman Sachs erwartet Yen-Rally – Währung als Absicherung gegen US-Wachstumsrisiken im Fokus

Die Analysten von Goldman Sachs rechnen mit einem spürbaren Anstieg des japanischen Yen und prognostizieren für die US-Dollar-Parität einen Kurs von „low 140s“ noch in diesem Jahr. Das entspräche einer Aufwertung um rund sieben Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau und liegt deutlich unter dem Marktkonsens von 145, wie eine Bloomberg-Umfrage zeigt.

Die Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die US-Konjunktur durch steigende Zölle und rückläufige Arbeitsmarktzahlen zunehmend unter Druck gerät. Kamakshya Trivedi, Leiter der globalen FX-, Zins- und Schwellenländerstrategie bei Goldman Sachs, sieht im Yen die attraktivste Währungsabsicherung für den Fall einer Rezession in den USA: „Der Yen performt am besten, wenn US-Realzinsen und Aktien gleichzeitig fallen“, sagte Trivedi in einem Interview in New York.

Unterstützung erhält diese Sichtweise durch schwächere US-Arbeitsmarktdaten. So sorgten sinkende Job-Opening-Zahlen bereits am Dienstag für eine temporäre Yen-Stärke. Trivedi betont, dass der Arbeitsmarkt für die Märkte momentan ein zentraler Frühindikator für das Wirtschaftswachstum sei – und damit auch ein Treiber für Bewegungen im Devisenmarkt.

Die Einschätzung steht im Kontext einer umfassenderen Neubewertung durch Goldman Sachs: Die US-Wachstumsprognose wurde gesenkt, ebenso wie das Ziel für den S&P 500. Zudem rechnet das Institut nun mit drei Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr – zuvor waren es zwei.

Während der Yen mittelfristig von den aktuellen Unsicherheiten profitieren könnte, bleiben strukturelle Risiken bestehen. Die japanische Währung hat seit 2021 stark an Wert verloren und notierte im vergangenen Sommer mit 161,95 auf dem tiefsten Stand seit 1986. Der Hauptgrund bleibt der markante Zinsunterschied zwischen Japan und den USA.

Trotzdem, so Trivedi, spricht der zunehmende Rezessionsdruck für eine Erholung. Bereits 2023 hatte sein Team einen Rückgang des Dollar-Yen-Kurses auf 145 über zwölf Monate prognostiziert – eine Marke, die inzwischen wieder in Sichtweite liegt. Unterstützung erhält diese Einschätzung auch von Bloomberg-Strategen wie Mark Cranfield, die mit einer Verengung der Renditespreads rechnen, nachdem die Bank of Japan angekündigt hat, ihre Käufe langlaufender Anleihen zu reduzieren.

Hedgefonds zeigen sich bislang skeptisch: Zwar wurden Short-Positionen auf den Yen reduziert, die Mehrheit bleibt jedoch weiterhin negativ eingestellt gegenüber der japanischen Währung. Sollte sich die globale Konjunkturschwäche allerdings vertiefen, dürfte der Yen seine Rolle als sicherer Hafen wieder voll ausspielen.

Weiterlesen

Bei Nachrichten von Eulerpool handelt es sich um extern erstellte Tickermeldungen. Ihre Einbettung erfolgt automatisch. Sie werden von uns nicht überprüft oder bearbeitet.

Klicke, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mehr in Ticker

Nach oben