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Indien bleibt von Trumps Zolloffensive weitgehend verschont – Pharmawerte profitieren, Unsicherheit bleibt


Indiens Aktien- und Devisenmärkte haben auf die jüngsten US-Zölle mit vergleichsweise stabiler Kursentwicklung reagiert. Während der MSCI Asia Pacific Index am Donnerstag auf ein Zweimonatstief fiel, konnte der indische Leitindex Nifty 50 seine anfänglichen Verluste von 0,8 % nahezu wettmachen. Auch der indische Rupie zeigte sich widerstandsfähiger als andere asiatische Währungen. Maßgeblich dafür war die Einschätzung, dass die von Präsident Trump verhängten reciprocal tariffs für Indien deutlich moderater ausfallen als etwa für China oder Vietnam.
Analysten von Jefferies Financial Group werteten die Maßnahmen als relativ glimpflich: Die wichtigsten Exportbranchen seien kaum betroffen, und die Höhe der Zölle erscheine „aus relativer Perspektive vernünftig“. Besonders deutlich zeigte sich das an der Kursentwicklung im Gesundheitssektor: Der Nifty Healthcare Index stieg um bis zu fünf Prozent – der stärkste Tagesanstieg seit September 2020. Hintergrund ist, dass indische Pharmaexporte explizit von den neuen US-Zöllen ausgenommen wurden. Europa und die USA machen zusammen rund 55 Prozent der Ausfuhren dieses Sektors aus.
Trotz der positiven Marktreaktion bleibt das Umfeld fragil. Die neuen US-Zölle auf indische Waren belaufen sich auf rund 26 % – deutlich unter den 46 % für Vietnam oder den 54 % für China, aber dennoch ein potenzielles Risiko. Investoren fürchten sekundäre Effekte: So könnten nun verstärkt chinesische oder vietnamesische Exporte in Drittstaaten wie Indien umgelenkt werden – mit Auswirkungen auf lokale Marktanteile und Preise.
Zudem bleiben indische Aktien trotz der jüngsten Stabilisierung empfindlich gegenüber geopolitischen Spannungen. Nach einem sechsprozentigen Kursanstieg im März handelt der Nifty 50 aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 19 – niedriger als in den Vormonaten, aber noch nicht günstig. Der Markt preist derzeit weitere Liquiditätsspritzen der Zentralbank und eine mögliche Zinssenkung in der kommenden Woche ein.
„Für langfristige Investoren bleibt Vorsicht geboten“, sagte Sonam Srivastava von Wright Research. Besonders exportorientierte Sektoren könnten unter schwankender globaler Nachfrage leiden. Der aktuelle Moment sei eher einer für selektive Qualität als für breite Marktwetten.

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