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Malaysia gerät unter US-Druck: Strengere Exportkontrollen für Nvidia-Chips geplant


Malaysia will seine Exportkontrollen für Hochleistungsprozessoren verschärfen, nachdem die USA Bedenken geäußert haben, dass über das Land fortschrittliche Nvidia-Chips nach China gelangen – trotz bestehender Handelsbeschränkungen. Handelsminister Zafrul Aziz bestätigte, dass Washington Malaysia aufgefordert habe, die Lieferketten von KI-relevanter Halbleitertechnik enger zu überwachen.
Besonders im Fokus stehen Grafikeinheiten von Nvidia, die in Rechenzentren zur Entwicklung künstlicher Intelligenz eingesetzt werden. Diese Chips unterliegen US-Exportkontrollen, die verhindern sollen, dass China Zugriff auf strategisch kritische Technologien erhält, die potenziell auch militärisch nutzbar sind.
Die US-Behörden verdächtigen malaysische Zwischenhändler, Server mit Nvidia-Chips über Rechenzentren ins Land zu holen, die später weiterverkauft oder umgeleitet werden. „Die Amerikaner wollen, dass wir sicherstellen, dass jeder Nvidia-Chip dort ankommt, wo er hin soll – und nicht plötzlich auf ein anderes Schiff verladen wird“, sagte Zafrul.
Bereits Anfang März war in Singapur ein mutmaßlicher Fall von Chip-Umleitung aufgeflogen. Dort wurden neun Personen verhaftet, drei davon angeklagt. Die Justiz vermutet hinter dem 390-Millionen-Dollar-Betrug ein Netzwerk, das über Malaysia Server von Dell und Supermicro mit Nvidia-Komponenten nach China verkauft haben soll.
Nvidia, das rund ein Viertel seines Umsatzes über seine Niederlassung in Singapur abwickelt, bestreitet, dass relevante Stückzahlen physisch durch die Stadtstaaten gelangen. Vielmehr handele es sich überwiegend um Rechnungsstellungen für internationale Kunden.
Malaysia zählt unterdessen zu den dynamischsten Standorten für Rechenzentren in Südostasien. In den vergangenen 18 Monaten flossen über 25 Milliarden Dollar an Investitionen nach Johor, unter anderem von Nvidia, Microsoft und ByteDance. In der Region wurde zudem eine Sonderwirtschaftszone mit Singapur vereinbart.
Zafrul betonte, dass Malaysia seine Aufsichtspflichten ernst nehme, die Komplexität globaler Lieferketten aber nicht unterschätzt werden dürfe. Auch US-Firmen stünden unter wachsendem Druck, ihre Vertriebskanäle lückenlos zu dokumentieren. „Jeder Akteur entlang der Wertschöpfungskette ist gefordert – die Durchsetzung klingt leichter als sie ist“, sagte er.

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