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Musk vor Rückzug aus Washington – Tesla-Aktie reagiert mit Kurssprung


Die Aktie des Elektroautobauers Tesla drehte am Mittwoch binnen Stunden ins Plus – ausgelöst durch politische Gerüchte. Berichte von Politico und ABC News zufolge soll Elon Musk seinen Posten als oberster Effizienzbeauftragter der US-Regierung bald räumen. Präsident Donald Trump habe seinem engsten Kreis bereits signalisiert, dass Musks Abschied unmittelbar bevorstehe. Für Investoren ist das ein positives Signal: Viele hoffen seit Monaten, Musk werde sich aus der Politik zurückziehen und Tesla wieder zur Priorität machen.
Noch am Vormittag lag die Tesla-Aktie über sechs Prozent im Minus, belastet durch schwache Absatzzahlen im ersten Quartal. Doch nach Bekanntwerden der Rücktrittsgerüchte legte das Papier am Nachmittag fast vier Prozent zu und notierte bei knapp 280 Dollar.
Musk hatte in den vergangenen Monaten zunehmend Kritik auf sich gezogen – nicht nur wegen politischer Ambitionen, sondern auch durch umstrittene Personalentscheidungen bei Tesla. Die Produktionszahlen für das erste Quartal 2025 fielen enttäuschend aus: Nur rund 337.000 Fahrzeuge wurden weltweit ausgeliefert – ein Rückgang von knapp 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es ist der stärkste prozentuale Rückgang in Teslas Firmengeschichte.
Branchenkenner wie Dan Ives von Wedbush sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Musks politischem Engagement und dem angeschlagenen Tesla-Image. Proteste vor Showrooms, Kundenabwanderung und ein Reputationsverlust in progressiven Märkten seien eine direkte Folge von Musks Nähe zu Trump und seinem Agieren im sogenannten Department of Government Efficiency (Doge), einer von Musk mitgestalteten Regierungsbehörde zur Ausgabenkürzung.
Trump selbst befeuerte die Spekulationen. Er lobte Musk zwar als „Patrioten“, betonte aber, dieser habe große Unternehmen zu führen und werde „irgendwann zurückkehren“. Der Tesla-CEO ist formal nur als „Special Government Employee“ tätig – eine Rolle mit maximal 130 Arbeitstagen pro Jahr, was sein Ausscheiden spätestens im Mai nahelegt.
Hinzu kommt, dass Musks politische Aktivitäten zunehmend juristische Risiken bergen. Zahlreiche Maßnahmen seiner Behörde – darunter die Umstrukturierung von USAID und der Zugriff auf sensible Datensätze – werden aktuell vor US-Gerichten verhandelt. Mehrere Bundesstaaten argumentieren, Musk habe in seiner Position de facto exekutive Macht ausgeübt, ohne demokratische Legitimation. Der Druck wächst – nicht nur aus den Gerichtssälen, sondern auch von der Börse.

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