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Rückzug vom Rückkauf – US-Unternehmen bremsen Aktienrückkäufe angesichts wachsender Handelsrisiken


Mit nur 39,1 Milliarden US-Dollar im März erreichten Aktienrückkäufe amerikanischer Unternehmen den niedrigsten Monatswert seit Oktober 2020. Das geht aus Daten von Birinyi Associates hervor. Für einen März ist das der schwächste Stand seit sechs Jahren – ein klares Warnsignal. Rückkäufe gelten traditionell als Stütze für US-Aktienkurse. Dass Unternehmen in dieser Hinsicht so deutlich auf die Bremse treten, verweist auf tiefer liegende Unsicherheiten.
Treibende Kraft hinter der Zurückhaltung ist die drohende Eskalation im Welthandel. Die Regierung Trump will am Mittwoch neue Importzölle verkünden. Viele Unternehmen wissen derzeit schlicht nicht, was sie erwartet. „Niemand kann sagen, wie sich die Zölle konkret auswirken“, sagt Jeffrey Yale Rubin von Birinyi. „Dividenden zu kürzen, ist ein starkes Signal – da ist es leichter, bei Rückkäufen flexibel zu agieren.“
Dabei hatten sich Rückkäufe 2024 gerade erst deutlich erholt. Nach Jahren der Zurückhaltung griffen Konzerne wieder kräftig zu, unterstützt durch steigende Margen und überraschend robuste Gewinne. Das vergangene Jahr brachte den zweithöchsten Gesamtwert an Rückkäufen überhaupt. Dass nun der Umschwung folgt, ist Ausdruck wachsender Skepsis in den Vorstandsetagen.
Der konjunkturelle Gegenwind kommt von mehreren Seiten: Neben der Zollpolitik bremsen auch die Zinssignale der US-Notenbank die Investitionsfreude. Die Fed will laut jüngsten Aussagen mit weiteren Zinssenkungen warten, bis sich die Inflation nachhaltig abschwächt. Das erhöht den Druck auf Unternehmen, Kapitaldisziplin zu wahren.
Gleichzeitig werfen die ersten Quartalszahlen der Großkonzerne ihren Schatten voraus. JPMorgan Chase macht am 11. April den Anfang. Marktbeobachter erwarten, dass die Ergebnisse einen Fingerzeig liefern, ob die Unternehmen trotz geopolitischer Unsicherheiten an ihren Kapitalplänen festhalten – oder sich weiter in Richtung Liquiditätssicherung bewegen.

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