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Aktienportfolio
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Ratgeber

Gibt es ein optimales Aktienportfolio?

Wer es sich bequem machen will, kauft ein paar Fonds oder einen ETF, der zum Beispiel die Performance des Dax nachbildet, wartet paar Jahre und kann sich dann mit etwas Glück über einige Prozentpunkte Gewinn freuen. Es ist aber auch möglich, sein Aktienportfolio selbst zusammenzustellen, wobei dies mit einer gewissen Qual der Wahl verbunden ist.

Gäbe es für diese Frage ein allgemeingültiges Rezept, würden sämtliche Anlageberater auf einen Schlag arbeitslos. Es gibt aber ein paar wichtige Kriterien, die jeder Anleger beachten sollte, um sein Aktienportfolio so aufzustellen, dass es seinen individuellen Bedürfnissen, was seine Anlagestrategie anbetrifft, möglichst deckungsgleich entspricht.

Aktienportfolio: Die technischen Voraussetzungen  

Zunächst einmal ist ein Aktien-Depot bei einem Geldinstitut, also ein spezielles Konto für Wertpapiere für ein Aktienportfolio erforderlich. Fast jede Bank richtet ein solches Depotkonto ein. Entweder in direkter Verbindung mit einem bestehenden Girokonto, das sogleich als Verrechnungskonto fungieren kann. Oder es wird ein dem Depot unterlegtes Verrechnungskonto eröffnet, auf dem die Käufe und Verkäufe der Aktien oder Fondsanteile übersichtlich geführt werden.

Das klassische Markowitz-Portfolio

Die Markowitz-Methode für ein Aktienportfolio basiert auf dem logischen Gedanken beziehungsweise Anlegerwunsch, dass eine gute Geldanlage maximale Rendite bei minimalem Risiko erzielen sollte. Insofern stellt diese Anlagestrategie eine Basis oder Standard für die Asset Allokation dar. Wobei darin auch immer die individuellen Bedürfnisse und vor allem die begrenzten Möglichkeiten des Anlegers einfließen müssen.

Deshalb beinhaltet ein klassisches Markowitz-Portfolio stets zu einem großen Anteil sogenannte Bluechips wie die Allianz-Versicherung, VW, Henkel oder Procter & Gamble, also Aktien von großen Konzernen, die seit Jahrzehnten zuverlässig angemessene Dividenden zahlen. Hoch spekulative Hebelprodukte wie Optionsscheine auf einen fallenden Dax sind dagegen keine adäquaten Elemente eines Aktienportfolios, das sich an Markowitz ausrichtet.

Was verbirgt sich hinter dem Zauberwort Diversifizierung im Aktienportfolio?

Gerade dann, wenn sich der Anleger eher für chancenreiche Wertpapiere im Aktienportfolio entscheidet, die immer mit einem erhöhten Verlustrisiko verbunden sind, wie es zum Beispiel bei der Wirecard-Aktie der Fall war, sollte das Aktiendepot einen hohen Diversifikationsgrad aufweisen. Das bedeutet, dass das Anlagekapital im Aktienportfolio auf viele Aktien verteilt wird, die von ganz unterschiedlichen Unternehmen aus mehreren Branchen ausgegeben wurden.

Das hat einen einfachen Grund. Die Börse wechselt gern ihre Kleider, soll heißen, es gibt immer wieder sich gegenseitig abwechselnde Phasen beziehungsweise Wirtschaftszyklen. Das wirkt sich so aus, dass beispielsweise monatelang die Autowerte eine gute Performance hinlegen können. Dies kann aber ziemlich abrupt enden, weil nun die Chemiewerte im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen. Sind diese nicht mehr en vogue, sind plötzlich die Banken und Versicherungen an der Reihe.

Es gibt also ständig Branchen, die gerade gut laufen und Höchstkurse am Aktienmarkt produzieren, die zum Verkauf motivieren. Das frische Geld, was dadurch ins Verrechnungskonto gespült wird, kann direkt verwendet werden, um in jenen Branchen Aktien einzukaufen, die gerade eher schwach dastehen. Auf diese Weise kann jeder den Gesamtwert seines Depots mit der Zeit steigern, ohne einen einzigen Spargroschen dorthin zu überweisen. Wer mit einem Aktienportfolio geschickt vorgeht, erzielt ganz beachtliche Renditen.

Wichtiger Hinweis: Jeder Einzelposten sollte wenigstens um 1000 Euro ausmachen, weil ansonsten die Transaktionskosten die Kursgewinne „auffressen“.

Die richtige Mischung machts bei Aktienportfolio

Wer alles auf eine Karte setzt, läuft Gefahr, sein Geld zu verlieren, wenn dieses eine Unternehmen in Insolvenz geht. Deshalb ist es so wichtig, sein Aktienportfolio zu diversifizieren. Ein ETF ist daher eine gute Lösung. Die Buchstaben stehen für exchange-traded fund. Hierbei handelt man die Entwicklung eines Aktienindex. Dies entspricht der Situation, als würde man alle Aktien gekauft haben, die den jeweiligen Index bilden. Dies hat einen glättenden Effekt. Geht es einer Branche nicht so gut, werden möglicherweise in einer anderen Kursgewinne verzeichnet, sodass der Index insgesamt nur moderat verliert.

Diese Überlegung lässt sich dahingehend ausweiten, dass man nicht ausschließlich auf deutsche Aktienwerte setzt. Sondern auch Papiere aus den USA, Japan oder China in sein Aktienportfolio mit aufnimmt.

Auf die Dividende beim Aktienportfolio achten

Unternehmen erwirtschaften in aller Regel Gewinne, jedenfalls sollte das ihr Ziel schon sein. Ein Teil dieser Gewinne wird an die Aktionäre als Dividende ausgeschüttet. Das macht oft mehrere Prozente des eingesetzten Kapitals des Anlegers aus, was in Anbetracht der jahrelangen Nullzins-Politik zu einem wahren Börsenboom geführt hat.

Bei schwierigem wirtschaftlichen Fahrwasser, wenn ein Unternehmen durchaus auch mal Verluste verschmerzen muss, kann auf der Hauptversammlung das Aussetzen oder zumindest die Kürzung der Dividende beschlossen werden. Wenn also Daimler heute knapp sieben Prozent Dividende ausweist, kann dieses Versprechen schon morgen auf die Hälfte schrumpfen. Ein Grund dafür könnte möglicherweise sein, dass  Lieferketten für Ersatzteile aus China unterbrochen sind.

Viele Anlageberater empfehlen ihren Kunden mit Aktienportfolio, nur in jene Unternehmen zu investieren, deren Geschäftsmodell sie zumindest im Ansatz verstehen können. Hätte jeder Kleinanleger, der nicht so ganz genau wusste, womit Wirecard sein Geld verdiente, lieber die Finger davon gelassen, wären viele Tränen der Enttäuschung nicht geflossen. Darüber hinaus muss man bei der Anlagewahl stets die aktuellen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen antizipieren.

Nicht immer mit der Mode gehen

Es gibt ständig Wertpapiere, die in aller Munde sind. Von manchen Medien werde sie geradezu gepusht, welche Interessen auch immer dahinter stehen. Bei solchen „sexy Titeln“ gilt es, besonders vorsichtig und kritisch zu sein. Bei Apple, Puma oder Netflix hat sich der frühe Einstieg so richtig gelohnt. Es gibt aber auch die anderen Modeaktien wie Fantastic oder Lucent, an die sich heute kaum noch jemand erinnert. Weil diese im Nirwana verschwunden sind.

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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