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Apollo sieht keinen Systemcrash: Jim Zelter widerspricht Bubble-Vorwurf im Private-Credit-Markt

Private Kreditvergabe bleibt trotz makroökonomischer Risiken stabil – so lautet die zentrale Botschaft von Jim Zelter, Co-Präsident von Apollo Global Management, bei der HSBC-Investorenkonferenz in Hongkong. Der Markt sei „nicht in einer Blase“, betonte der Manager und verwies auf strukturelle Unterschiede zu früheren Finanzexzessen.

Zelter widersprach damit Befürchtungen, der rasante Anstieg privater Kreditvergabe könne zu systemischen Verwerfungen führen. Zwar sei die Branche „spät im Zyklus“, aber: „Bubble heißt irrationales Verhalten. Und das sehen wir nicht im breiten Markt.“ Zwar gebe es Investoren mit aggressiver Portfoliostruktur, massive Verluste wie bei geplatzten Blasen der Vergangenheit seien aber nicht zu erwarten.

Apollo zählt zu den dominanten Akteuren im Markt für Private Credit – also Kredite, die nicht über Banken, sondern direkt von Investmentgesellschaften an Unternehmen vergeben werden. Der Bereich ist insbesondere durch das gestiegene Zinsumfeld gewachsen, das Anleger zu kreditnahen Anlagen mit festen Renditen bewegt hat. Apollo selbst betreut in dem Segment Kreditvolumina in Höhe von rund 600 Milliarden US-Dollar – sechsmal mehr als im klassischen Private-Equity-Geschäft des Hauses.

Zelter betonte, dass der überwiegende Teil der privaten Kredite investmentwürdig sei. In seiner Definition umfasse der Sektor „alles, was heute auf Bankbilanzen steht“ – also weit über traditionelle Mittelstandsfinanzierungen hinausreichend. Das weltweite Volumen bezifferte er auf „ein Ozean von 40 Billionen Dollar“.

Die Aussagen Zelters stehen in deutlichem Kontrast zur Einschätzung des Internationalen Währungsfonds. Der IWF hatte im vergangenen Jahr gewarnt, der Sektor könne bei einem ernsthaften Konjunktureinbruch hohe Verluste erleiden, da bisher keine derartige Stressphase in vergleichbarer Größenordnung durchlaufen wurde. Das fehlende regulatorische Monitoring könne potenziell systemische Risiken bergen, so der IWF in seinem „Global Financial Stability Report“.

Auch makroökonomisch sieht Zelter Gegenkräfte am Werk. Während künstliche Intelligenz und Technologie tendenziell deflationär wirkten, dominierten kurzfristig die inflationären Effekte. „In den nächsten sechs bis 18 Monaten erwarten wir, dass inflationäre Kräfte den Ton angeben – erst danach kommt die strukturelle Wirkung der Technologie zum Tragen.“

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