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Konjunkturindikatoren
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Ratgeber

Die Konjunkturentwicklung immer im Blick: Diese Konjunkturindikatoren geben Aufschluss

Die Konjunkturindikatoren geben als volkswirtschaftliche Indikatoren verlässliche Aussagen und Informationen über die konjunkturelle Entwicklung. Sie werden amtlicherseits vom Statistischen Bundesamt und in der freien Wirtschaft von Wirtschaftsforschungsinstituten ermittelt.

Konjunktur bedeutet die gesamtwirtschaftliche Situation eines Staates mit ihren verschiedenen Entwicklungstendenzen. Der Indikator ist das statistisch verwertbare Merkmal für die Entwicklung eines in der Vergangenheit eingetretenen oder in der Zukunft zu erwartenden Ereignisses.
Nach einem Verfahren des US-amerikanischen National Bureau of Economic Research, dem NBER werden die ökonomischen Zeitreihen in drei Gruppen zusammengefasst. Diese Konstruktion der Konjunkturindikatoren mit der vorlaufenden, der gleich- und der nachlaufenden Reihe haben die Ökonomen Burns und Mitchell entwickelt.
Der vergangene Konjunkturverlauf lässt sich mit dem Konjunkturindikator sehr genau messen. Anders hingegen ist die Prognosequalität von vorlaufenden Konjunkturindikatoren.

Die drei chronologischen Konjunkturindikatoren

Frühindikatoren

Der Sinn und Zweck dieser Konjunkturindikatoren ist die möglichst genaue Einschätzung der zukünftigen Entwicklung einer Volkswirtschaft. Diese Indikatoren sind eher trendbestimmt mit einem gewissen, wenn auch kalkulierbaren Maß an Unwägbarkeit und Unsicherheit.
Ein Beispiel sind die prognostizierten Umsatz- und Gewinnerwartungen von Unternehmen in Handel und Industrie als Anhaltspunkt für den voraussichtlichen Verlauf der Konjunkturkurve.

Konjunkturindikatoren, die zu den Frühindikatoren zählen, erschließen sich aus Aktienindizes und Auftragseingängen, von Einzelhandelsumsätzen, Geldmengenwachstum, Geschäftsklimaindizes und Gewinnerwartungen oder von Lagerbeständen.
Der eher allgemein gehaltene Geschäftsklimaindex beruht auf Umfragen unter Managern und Führungskräften über Erwartung und Stimmung mit Blick auf die zukünftige Marktentwicklung Stichwort: Geschäftsklimaindex während der Corona-Pandemie nach den bisherigen Lockdowns.

Präsenzindikatoren

On top steht als wichtigster Präsenzindikator das Wirtschaftswachstum. Ermittelt wird dieser Konjunkturindikator anhand des realen Bruttoinlandsproduktes, kurz BIP.
Weitere Konjunkturindikatoren, die zu den Präsenzindikatoren zählen sind Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung, Lagerbestände, offene Stellen und Stellenangebote, Preise für Handel und Endverbraucher sowie die Sparquote. Dargestellt wird die jeweils aktuelle wirtschaftliche Entwicklung.

Das BIP ist der Gesamtwert sämtlicher Dienstleistungen, Güter und Waren, die nach Abzug aller Vorleistungen innerhalb eines Jahres von der Wirtschaft als Endprodukte hergestellt worden sind. Als wichtigster Präsenzindikator wird das BIP von der Politik oft und gern in Relation zum Schuldenstand der öffentlichen Hand gesetzt.

Spätindikatoren

Sie sind eine entscheidende Grundlage zur nachträglichen Erklärung und Beschreibung der konjunkturellen Entwicklung und zählen damit zu den wichtigsten Konjunkturindikatoren. Spätindikatoren ändern sich erst dann, wenn sich die makroökonomischen Bedingungen bereits geändert haben.
Zu den gängigen Beispielen gehören die Arbeits- und Erwerbslosenquote, Inflationsrate und Insolvenzen, die Preis- und die Zinsniveauentwicklung, Steuereinnahmen sowie auch hier das BIP.

Eine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt mit ihrem wirtschaftlichen Aufschwung zeigt sich erst einige bis mehrere Monate später. Umgekehrt verhält es sich vergleichbar mit dem Ansteigen von Arbeitslosenzahlen. Die Wirkung dieses Konjunkturindikators ist in beiden Fällen dieselbe sie zeigt sich immer erst mit einer mehrmonatigen Verzögerung im Nachhinein. Mit den Spätindikatoren wird die Konjunkturentwicklung in ihrer Gesamtheit nochmals reflektiert.

Weitere drei wichtige Indikatoren

Arbeitsmarkt

Mit ihren turnusmäßigen Auswertungen liefert die Agentur für Arbeit verlässliche Zahlen, Daten sowie Fakten rund um den Arbeitsmarkt und die daraus resultierende volkswirtschaftliche Entwicklung. Dies sind wichtige Kennzahlen für die Konjunkturindikatoren.

Wachstumstreiber ist bei diesem Konjunkturindikator immer der private Konsum mit seiner Kaufkraft. Eine abkühlende Wirtschaftskonjunktur als Phase des Abschwunges zieht mit einigem Zeitversatz steigende Arbeitslosenzahlen sowie eine sinkende Kaufkraft nach sich. Im Umkehrschluss kann Arbeitslosigkeit jedoch auch auf einen Wirtschaftsaufschwung hinweisen, der zu einer Hochkonjunktur führt. Indikatoren sind die geleisteten Arbeits- und Mannstunden oder die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Der Arbeitsmarkt ist im weitesten Sinne ein Marktplatz, auf dem sich Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage treffen. Beide Seiten brauchen einander, wenngleich die jeweiligen Interessen recht unterschiedlich sind.

Inflation

Sie hat mit ihrer Kaufkraft in der jeweiligen Währung innerhalb der Konjunkturindikatoren eine besondere Bedeutung. Im Euroraum gilt die bis zu zweiprozentige Inflation als Zielwert. Bei einer Überschreitung des Zielwertes wird die Konjunktur als überhitzt bezeichnet. Entweder ist dann zu viel Geld im Umlauf oder das im Umlauf befindliche Geld wird entwertet. Eins wie das andere ist das Indiz auf eine instabile Konjunktur.

Eine gesunde Entwicklung der Volkswirtschaft ist ausschließlich innerhalb dieser Toleranzgrenze möglich. Inflation ist gleichbedeutend mit einem stetigen Anstieg des Preisniveaus der Volkswirtschaft. Dieser Preisanstieg reicht vom Hersteller bis hinunter zum Endverbraucher.

Wirtschaftswachstum

Jede positive Veränderung des BIP ist gleichbedeutend mit einem Wirtschaftswachstum und zählt somit zu den Konjunkturindikatoren. Es ist ein Vergleichswert, der monatlich, pro Quartal und jährlich auf der Basis des BIP ermittelt wird. Vergleichswert ist immer das reale BIP es setzt gleichbleibende Preise voraus und ist somit auch inflationsbereinigt der aussagefähigste Wert.

Reales Wirtschaftswachstum ist gleichbedeutend mit dem Ansteigen von Produktion, Gütern und Dienstleistungen. Es ist ein vielzitierter Gradmesser für den Wohlstand der Gesellschaft wächst die Wirtschaft, dann geht es dem Bürger gut. Wirtschaftswachstum wird sowohl durch Quantität als auch durch Qualität generiert. Auch die Zunahme von Bildung oder von Gesundheitsversorgung wirkt sich zudem positiv auf das Wirtschaftswachstum aus.

Ana Karen Jimenez ist Trainee-Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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