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New Work
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Ratgeber

New Work als Arbeitsform der Zukunft und Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt?

Das Konzept des New Work ist ein Sammelbegriff für alternative Arbeitsmodelle, die sich herausgebildet haben, zum Beispiel Remote Work und agile Teams. Denn gerade in Zeiten des Fachkräftemangels reicht es oft nicht, Mitarbeiter durch hohe Gehälter an sich zu binden. Besonders für jüngere Arbeitnehmer sind andere Punkte oft mehr ausschlagebend.

Digitalisierung und Globalisierung haben nicht nur Arbeitsabläufe verändert, sondern auch die Anforderungen und Bedürfnisse der Arbeitnehmer. Für die Generationen Y und Z sind in der Postwachstumsgesellschaft nicht mehr nur harte Werte wie ein möglichst hohes Einkommen oder ein guter Status ausschlaggebend. Arbeit wird daher als sinnstiftender Lebensbereich mit Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung begriffen, der jedem Einzelnen Gestaltungsmöglichkeiten bringen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen soll. New Work lautet hier somit das Stichwort, was dieses Konzept ausmacht, erklären wir in diesem Ratgeber.

Was macht New Work aus?

Flexible Arbeitsmodelle

New Work eröffnet Mitarbeitern die Möglichkeit für flexible Arbeitsorte und Arbeitszeiten. Arbeitnehmer arbeiten im Home Office, in Co-Working-Spaces, als digitale Nomaden sowie in Meetingräumen im Büro. Im Büro wird auf smarte Lösungen zurückgegriffen, die flexible Teambildungen ermöglichen und beste Voraussetzungen für gelungene Co-Creation schaffen. Das Home-Office in den Hochzeiten der Corona-Pandemie hat vielerorts gezeigt: Remote Work kann funktionieren und wird von Arbeitnehmern nun sogar verstärkt eingefordert.

Auch starre Arbeitszeitmodelle zählen beim New Work zur Vergangenheit. Mitarbeiter arbeiten in Gleitzeit oder mit Vertrauensarbeitszeiten.

Unternehmen setzen im Sinne von New Work in ihre Mitarbeiter das Vertrauen, dass diese neuen Freiräume nicht ausgenutzt werden. Das wiederum trägt zur Motivation der Mitarbeiter bei.

Work-Life-Blending

Die Work-Life-Balance wurde abgelöst vom Work-Life-Blending, also dem fließenden Übergang zwischen Arbeit und Privatleben. Alle Mitarbeiter können nun flexibel auf private Umstände reagieren und selbstbestimmt arbeiten. Dies steigert somit die Produktivität. Gerade bei Familien wird die Doppelbelastung von Kind und Job damit reduziert.

New Work bietet agile Arbeitsmethoden

Agile und gemischte Teams sorgen dafür, dass Projekte schneller umgesetzt und innovative Ideen entwickelt werden können. Besonders beliebte Methoden sind SCRUM, Kanban und Design Thinking.

New Leadership

Ein wesentlicher Bestandteil der New Work ist ein Führungsstil, der sich durch flache Hierarchien und eine stärkere Einbeziehung der Mitarbeiter in Entscheidungen auszeichnet. Mitarbeiter sind zur Eigenverantwortung ermutigt. Es wird auf eine Vertrauenskultur und Empathie gesetzt. Mitarbeiter sollen ihr Potenzial entfalten.

Jobsharing

Jobsharing bedeutet, dass sich mehrere Teilzeitmitarbeiter einen Job im Unternehmen teilen. Dies lässt sich auch bei Führungspositionen anwenden und erhöht die Vereinbarkeit von Familie und Karriere.

Erste Schritte zum New Work-Modell

Unternehmen, die auf New Work setzen, müssen in fast allen Arbeitsbereichen an Stellschrauben drehen, um letztlich eine neue Firmenkultur begründen zu können.

  • Technische Voraussetzugen
    Für flexible Arbeitsortmodelle müssen entsprechende technische Voraussetzungen geschaffen werden. Arbeitsgeräte müssen somit gekauft und Mitarbeiter für die Nutzung geschult werden, damit eine ortsunabhängige und effiziente Zusammenarbeit gelingen kann.
  • Neue Bürokonzepte
    Das Büro verliert bei New Work-Konzepten seine Bedeutung als einziger Arbeitsort. Das Büro sollte das Wir-Gefühl der Mitarbeiter stärken und Co-Creation sowie Kollaboration möglich machen. Ein fester Schreibtisch im Großraumbüro ist damit nicht mehr zeitgemäß.
  • Veränderter Führungsstil
    In einer modernen Unternehmenskultur sollten flache Hierarchien etabliert und Mitarbeiter in Entscheidungen miteinbezogen werden.
  • Agile Arbeitsmethoden
    Agile Arbeitsmethoden sind ein wichtiger Faktor beim New Work-Modell und sollten so schnell wie möglich erprobt werden. Hier ist eine steile Lernkurve zu erwarten. Derartige Modelle sind jedoch behutsam einzuführen und zu begleiten, damit eine echte Bereicherung daraus wachsen kann.

Herausforderungen für Unternehmen

New Work-Konzepte können die Produktivität sowie Motivation der Mitarbeiter stark anheben. Dennoch muss man bei der Umstellung einige Punkte beachten.

  • Keine zu rasche Umstrukturierung
    Der Wechsel von einem klassischen Firmenmodell zu New Work-Arbeitsweisen sollte behutsam und mit genügend Zeit erfolgen. Denn gerade ältere Mitarbeiter brauchen unter Umständen eine gewisse Zeit, um sich an dieses neue Mindset zu gewöhnen. Gleichzeitig müssen neue Strukturen erst wachsen und benötigen eine Weile, um sich effizient einzuspielen.
  • Umdenken
    Bei der Umstellung auf New Work muss an vielen Punkten ein großes Umdenken erfolgen: Hierarchien werden flacher, Mitarbeiter zunehmend in Entscheidungen eingebunden, Arbeitsmodelle flexibler. All diese Punkte müssen zu gleichen Teilen bedacht und von allen Mitarbeitern mitgetragen werden. Dies wird sicher nicht ohne Reibungspunkte vonstatten gehen. Denn ein neues Mindset braucht Zeit.
  • Technische und arbeitsrechtliche Standards
    Besonders mobiles Arbeiten und Remote Work bringen viele Herausforderungen mit sich. Unternehmen müssen beachten, welche Arbeitsgeräte sie ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen müssen. Der Datenschutz muss zu jeder Zeit sichergestellt werden. Gerade ältere Mitarbeiter können aufgrund technischer Wissenslücken Probleme bekommen.
  • Zeit- und Selbstmanagement
    Auch Mitarbeiter müssen lernen, mit dem Work-Life-Blending umzugehen. Verschwimmen Arbeit und Freizeit zu sehr ineinander, steigt das Risiko für Burnouts. Für Mitarbeiter ist es daher wichtig, sich einen Feierabend zu setzen.

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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