Setze dich mit uns in Verbindung
Was sind Indexfonds
© Unsplash

Ratgeber

Was sind Indexfonds, welche Vorteile bieten sie und wann sind sie eher nicht geeignet?

Um an der Börse erfolgreich zu sein, musst du nicht den nächsten Highflyer vor allen anderen entdecken. Auch Profis gelingt das nur im Ausnahmefall. 

Ein wesentlich entspannterer Ansatz besteht darin, in Indexfonds zu investieren. In diesem Ratgeber gehen wir der Frage nach „Was sind Indexfonds?“ und klären über Vorteile, Nachteile und Kosten auf.

Was sind Indexfonds?

Indexfonds sind passiv gemanagte Fonds, die sich an einem bestimmten Referenzindex orientieren. Sie versuchen, DAX, S&P 500 und Co. möglichst genau nachzubilden. Indexfonds geben dir die Chance, kostengünstig in ganze Märkte zu investieren, ohne die enthaltenen Aktien einzeln kaufen zu müssen. Geringfügige Performance-Abweichungen zwischen Indexfonds und Index können immer vorkommen. Ablesen lassen sie sich am Tracking Error. Je niedriger er ist, desto besser hat das Fondsmanagement gearbeitet.

Worin unterscheiden sich diese Fonds von anderen Fonds?

Indexfonds werden passiv verwaltet. Das unterscheidet sie von aktiv gemanagten Fonds. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass das Management fortlaufend versucht, durch gezielten Handel die Rendite zu optimieren. Sein Ziel besteht darin, den Markt zu schlagen.

Mit Exchange Traded Funds (ETFs) haben Indexfonds vieles gemein. Wie diese bilden sie einen bestimmten Index passiv ab. Oft werden die Begriffe sogar synonym verwendet. Es gibt jedoch Unterschiede. Der grundlegende ist, dass ETFs an der Börse gehandelt werden, während sich Indexfonds nur über die Hausbank oder den Fondsanbieter kaufen und verkaufen lassen. Auch die Preisanpassung unterscheidet sich. Parallel zum Referenzindex ändert sich der Preis eines ETFs ständig. Der Preis eines Indexfonds wird hingegen nur einmal täglich nach Börsenschluss festgelegt und werden ausschließlich physisch repliziert. Bei ETFs kann die Replikation auch synthetisch erfolgen. Besonders bei sehr vielen Positionen kommt die synthetische Nachbildung mit Swaps zum Einsatz.

Welche Vorteile bieten Indexfonds?

Einer der größten Vorteile von Indexfonds ist, dass sie eine sehr breite Diversifikation erlauben. Wer einen Indexfonds kauft, investiert nicht nur in ein paar ausgewählte Aktien, sondern kauft ganze Märkte. Ob Bilanzskandale, überholte Geschäftsmodelle oder verheerende Quartalszahlen: Es gibt viele Gründe, die den Kurs eines Wertpapiers massiv einbrechen lassen. Hat man solch ein faules Ei mit hoher Gewichtung im Portfolio, wird darunter die Performance merklich leiden. Die breite Streuung sorgt hingegen dafür, dass die Kurseinbrüche einzelner Aktien weniger ins Gewicht fallen. Gerade auf lange Sicht lässt sich kaum absehen, welche Unternehmen erfolgreich sein werden und welche nicht. Dank Indexfonds braucht man sich keine Gedanken um die Gewinner der Zukunft zu machen – die Wahrscheinlichkeit, dass man von ihren Kurszuwächsen profitieren wird, ist trotzdem ziemlich hoch.

Je länger der Anlagehorizont ist, desto schwerer lassen sich die Risiken abschätzen – das gilt auch für den Indexfonds-Anbieter. Das braucht einen aber nicht um den Schlaf zu bringen. In Indexfonds investiertes Geld gilt als Sondervermögen. Sollte der Emittent des Indexfonds pleitegehen, fällt das Vermögen der Investoren nicht zur Insolvenzmasse, aus der heraus Gläubiger bedient werden. Das macht die Investition in Indexfonds sicher – abgesehen natürlich vom Kursrisiko.

Ein weiterer Pluspunkt von Indexfonds ist ihre große Transparenz. Sie bilden Indizes physisch nach, das heißt, dass der Fonds immer genauso zusammengesetzt ist wie der jeweilige Referenzindex. Gehören bestimmte Aktien nicht mehr zum Index, um durch andere ersetzt zu werden, bildet der Indexfonds diese Veränderungen eins zu eins nach.

Gibt es auch Nachteile?

Nachdem wir geklärt haben was Indexfonds sind und ihre Vorteile erläutert haben, kommen wir nun zu den Nachteilen. Ein Nachteil gegenüber ETFs ist beispielsweise die geringe Flexibilität. Sie lassen sich nicht direkt an der Börse handeln, sondern nur über den Fondsanbieter oder die Bank. Vergleichsweise statisch sind Indexfonds auch insofern, als ihr Preis nur einmal täglich angepasst wird. Liquiditätsengpässe können ebenso auftreten. Für den kurzfristigen Handel sind Indexfonds daher kaum geeignet.

Notiert ein Indexfonds in einer Fremdwährung, können sich grundsätzlich Wechselkursrisiken ergeben. So ist es zum Beispiel möglich, dass du wegen der Aufwertung des Euro nicht komplett von den Kursgewinnen des Dow Jones profitierst.

Da Indexfonds ihre Referenzindizes nur passiv nachbilden, kann es vorkommen, dass Anlegern gute Einstiegschancen entgehen. Ist eine Aktie beispielsweise massiv unterbewertet, ist es dem Fondsmanager nicht möglich, beherzt zuzugreifen und dafür ein anderes Wertpapier zu verkaufen. Die Quote der einzelnen Titel muss immer der des Index entsprechen.

Welche Kosten fallen an?

Die Kosten für Indexfonds setzten sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Zu ihnen gehören beispielsweise Verwaltungsgebühren, Depot-, Lizenz- oder Vertriebskosten. Trotz der vielen Kostenbestandteile ist es vergleichsweise preiswert, mit Indexfonds in Kapitalmärkte zu investieren. Das liegt daran, dass die jeweiligen Posten kaum ins Gewicht fallen. Durchschnittlich belaufen sich die Gesamtkosten auf etwa 0,4 Prozent pro Jahr. Damit sind Indexfonds ähnlich kostengünstig wie ETFs.

Man muss keinen Ausgabeaufschlag bezahlen und auch die laufenden Kosten eines Indexfonds sind überschaubar. Das heißt jedoch nicht, dass es sich nicht lohnen kann, einzelne Angebote genau zu vergleichen. Schon kleinste Kostenunterschiede können zu Renditeeinbußen führen, die umso größer ausfallen, je länger der Anlagezeitraum ist.

Da Indexfonds einen bestimmten Markt nur passiv nachbilden, fallen keine Managementgebühren an, die für aktiv gemanagte Fonds so charakteristisch sind. Diese bewegen sich durchschnittlich im Bereich von 1,5 bis 2,5 Prozent jährlich und zehren damit einen Großteil der Rendite auf.

Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

Klicke, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mehr in Ratgeber

Nach oben