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Akay Kayed
© Suga Agency

Interviews

Akay Kayed im exklusiven Interview (Teil 1): „Die Leute checken, ob du Fake bist!“

Akay Kayed: Früher als Castingshow-Gewinner und Teenie-Schwarm (Bild) bekannt, ist er heute Inhaber einer der erfolgreichsten Influencer-Agenturen. Er erzählt uns im exklusiven Interview, wie er aus Versehen den ersten YouTuber unter Vertrag nahm, welche Fehler angehende Influencer meistens machen und welches Talent sich wirklich durchsetzt.

Akay, dich kennt der ein oder andere ja noch von früher, was machst du aktuell?

2003 bin ich in die Band Overground gekommen, habe bei „Popstars“ mitgemacht, fünf Jahre lang Bandhistorie geschrieben, 2 Millionen Platten verkauft, Gold und Platin und so weiter. Irgendwann, nach maximal fünf Jahren, trennt sich so eine Boyband, weil du halt kein Boy mehr bist. (lacht) Dementsprechend habe ich dann andere Ziele gehabt und andere Sachen gemacht. Meine Party-Reihe „SoulSuga“, die ich aufgezogen und die ich auch während der Band gemacht habe, habe ich weitergeführt. Inzwischen konnten wir 17-jähriges Jubiläum feiern.

Ich habe hier und da immer Musik gemacht, aber mich auch jede Woche um eine Veranstaltung gekümmert und ständig mein Netzwerk weiter ausgebaut. Was immer auch mein Ziel war: Ich war schon immer jemand, der ein großes Netzwerk hatte und auch hat. Was mich dann letztlich auch dazu gebracht hat, meine Agentur aufzumachen.

Wann kam denn der Moment, in dem du gesagt hast, so, ich gründe jetzt meine Agentur? Oder war das schon immer dein Ziel?

Nein, das war ganz und gar nicht mein Ziel. Es war mir eigentlich stets wichtig, selbst als Musiker aktiv zu sein. Aber als ich dann gemerkt habe, wo es in der Musikbranche langgeht, nicht alles immer nur Zuckerschlecken ist und sich auch das Business monatlich verändert, habe ich mal meine Prioritäten anders gesetzt. Ich habe so bei mir gedacht „Hey, jetzt hast du in einer Boyband gespielt, dein Hauptanliegen ist R’n‘B, aber das funktioniert in Deutschland nicht. Guck einfach, dass du den Fokus auf andere Sachen legst.“ Dementsprechend habe ich dann auch weiter mit den Partys gemacht.

Was war denn dann der Auftakt der Suga Agency?

In dieser Zeit habe ich einen Videotrailer für eine meine Party-Reihe gedreht und dabei den Künstler Alberto kennengelernt. Er war damals einer der größten und für mich immer noch talentiertesten Youtuber überhaupt. Er hat in meinem Video mitgespielt und anschließend hat er mich gefragt, ob ich sein Management machen will. Zuerst, ist ungefähr sechs oder sieben Jahre her, habe ich das tatsächlich ein wenig belächelt. Was soll ich jetzt einen Youtuber managen? Das ist doch eher was für Schauspieler und Sänger… Damals hießen die ja noch Youtuber und Facebooker und nicht Influencer. Also erstmal habe ich ihn gefragt: „Was soll ich denn da managen? Ich kenn euer Geschäft gar nicht.“ Aber dann habe ich ihm doch vorgeschlagen, ihn mit meinen Erfahrungen und Tipps einfach mal zu begleiten.

„Mir wurde auch klar, was für eine Macht Alberto durch seine Reichweite hatte.“

Und dabei gesehen, was für interessante Anfragen da reinkommen, die auch echt Spaß gemacht haben und wo auch unsere Kreativität gefragt war. So etwas liebe ich. Wir haben in der Zeit viele Kampagnen auf ihn zugeschnitten, von Gaming bis Mobilfunk. Und ich habe immer mehr gemerkt, wie viel Spaß das macht und dass da auch eine Menge Geld dahintersteckt, für das man aber auch arbeiten muss. Außerdem wurde mir auch klar, was für eine Macht Alberto durch seine Reichweite hatte. Der hat da innerhalb von zwei, drei Tagen einfach mal mehrere Millionen Views geknackt – und das zielgruppengerecht. Dann habe ich gemerkt, das ist ein cooles Geschäftskonzept und da können wir noch andere „Albertos“ reinholen. Ja, und so ist die Suga Agency entstanden.

Ist denn im Moment, auch krisenbedingt, Influencer Marketing überhaupt noch so angesagt oder was macht ihr aktuell?

Kommt immer drauf an, was man darunter versteht. Man muss es gut anpacken. Du brauchst eine Expertise und musst den Markt kennen. Es gibt einfach viele, die ein paar Influencer managen, vielleicht ein paar Comedians und ein Paar Pranker, aber wenn die nicht brandsafe sind, werden die auch nicht lange erfolgreich sein. Du musst schon wissen, wie du deine Leute managst. Letztlich ist eine Influencer-Marketing-Agentur ja nichts anderes als eine Künstleragentur oder eine Plattenfirma. Du hast da Künstler, jeder hat seinen eigenen Charakter und seinen Bezug zu seinen Fans. Wenn du richtig damit umgehst, bist du auch erfolgreich. Das Talent muss unique sein.

Wen sucht ihr denn? Welche Influencer nehmt ihr auf?

Wir suchen, ehrlich gesagt, niemanden. Auch wenn es sich vielleicht etwas arrogant anhört: Wir suchen nicht, wir finden die Leute einfach. Ab und zu sehe ich Talents, von denen ich denke: „Wow, die hat was oder der hat was, dass es so noch nicht gibt.“ Und dann führen wir ein Erstgespräch. Wir akquirieren nicht. Das ist viel zu gefährlich. Es gibt mittlerweile so viele Klone da draußen. Da kann man sehr schwer unterscheiden, was gut ist und was nicht. Ich geh eigentlich immer nach Bauchgefühl. Manchmal kommt jemand zum fünften Mal mit einem viralen Video an mir vorbei und dann schaue ich mal genauer hin. Manchmal sehe ich ein Video zum wiederholten Male und schauen mir das dann genauer an.

„Es gibt mittlerweile so viele Klone da draußen. Da kann man sehr schwer unterscheiden, was gut ist und was nicht.“

So habe ich die meisten entdeckt. Es geht überhaupt nicht um Follower-Zahlen, gar nicht. Wir nehmen auch jemanden mit 3000 Followern und lehnen jemanden mit einer halben Millionen ab. Es kommt auf die Vision an, darauf, wie ich oder wir als Team die Zukunft des Influencers sehen. Und ob er für etwas steht oder stehen kann was Unique und vermarktbar ist.

Was macht ihr mit ihnen, wenn sie bei euch unterschrieben haben?

Ich bin seit 20 Jahren in dem Geschäft, auch als Musiker. Ich hab wirklich alles gesehen, alles gemacht. War auf den großen Bühnen, auf den großen Events – sowohl national als auch international. Das sind alles Erfahrungswerte, die sich keine andere Agentur irgendwo einkaufen kann. Genau solche Punkte machen uns als Agentur aus. Dieses ganze Know-how, wie du auch als Künstler behandelt werden willst, was du anziehen sollst oder nicht, was du machen sollst oder nicht, das kannst du nicht so einfach wissen. Wir bearbeiten auch die Anfragen an die Künstler und gemeinsam stärken wir ihre Corporate Identity, um sie so unique wie möglich zu machen. Das kann auch bedeuten, dass wir ein eigenes Produkt mit ihm auf den Markt bringen.

Welchen Fehler sieht du immer wieder bei Influencern, die vielleicht noch eine kleine Reichweite haben? Welches Mindset haben die, was beobachtest du da?

Der Hauptfehler ist, wenn du sagst „Hey, ich bin Influencer und will damit direkt Geld verdienen.“ Überhaupt, mit Social Media direkt Geld verdienen zu wollen, musst du erst einmal zur Seite stellen. Ansonsten sehe ich auch Leute, die sich Follower kaufen oder sich allein aufgrund ihrer Follower-Zahlen definieren. Das ist natürlich ein Riesenfehler. Und sollte er dann doch mal irgendwann erfolgreich sein, kann er sich hinsetzten und seine 50000 Fake-Follower manuell löschen, um in den Insights sauber zu sein, aber dann kannst du dir einen neuen Daumen kaufen.

Die meisten sind nicht authentisch, wollen irgendwas nachmachen und merken dann, dass es nicht ankommt. Die Leute checken das von Jahr zu Jahr mehr, ob du Fake bist. Letztlich brauchen die Leute auch ein erfolgreiches Konzept, die Basis ist aber immer einfach cooler Content. Bring coolen Content – regelmäßig. Kauf dir keine Follower, dreh kein Video für 20 000 Euro, sondern nimm dein Handy, rapp deine Bars ins Video und wenn’s geil ist, wird jemand auf dich aufmerksam, sonst eben nicht. Das ist das einzige Rezept. Künstler XY sieht viral einen Hit, der ihm gefällt, wo er denkt „Ist das fresh“, lädt den Influencer ein, macht mit ihm eine Studiosession und Bäm, ist er gesigned.

 

Aber ein gewisses Talent müssen die Influencer schon mitbringen oder ihr Talent authentisch rüberbringen können. Das ist ja nicht für jeden was, oder?

Authentizität ist meiner Meinung nach ein Talent, das besitzt leider nicht jeder. Aber ich will jetzt auch nicht hingehen und das Talent eines Influencers mit dem eines Musikers vergleichen. Das sind zwei Paar Schuhe. Was haben Influencer letztlich für Talente? Da komme ich wieder auf Alberto, der war einfach talentiert, seine Konzepte, seine Formate, er war brandsafe für alles. Er konnte beatboxen, er war ein Sportler. Beim Gaming, schauspielerisch und musikalisch, aber auch beim Schreiben von Skripts – er war einfach in vielen Bereichen ein Riesentalent.

„Das ist eben ein echter Künstler und das findet man heutzutage bei fast kaum jemandem mehr.“

Wer mir da noch einfällt, ist Natasha Kimberley, die auch bei mir ist. Sie ist ähnlich, super aktiv, schauspielert, hat ein eigenes Buch geschrieben. Folglich macht sie auch super kreative Placements, die selbst Oliver Pocher begeistert haben. Wenn du als Influencer nur durch deine Reichweite Placements verkaufst oder weil du gut aussiehst, dann hast du es auf Dauer schwer. Es gibt einfach zu viele, die gut aussehen. Es gibt so schnell keinen zweiten Alberto und es wird auch keine zweite Natasha Kimberley geben. Außerdem darfst du das Ganze nicht nur als Job sehen. Denn du kannst nur wirklich etwas gut machen, was dir auch Spaß macht, und dann bist du auch kreativ.

Teil 2 erscheint nächste Woche – stay tuned!

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Ruben Schäfer

Chefredakteur des GEWINNERmagazins, PR-Experte und Gesicht hinter den Content und Blog-Strategien von internationalen Konzernen und erfolgreichen Unternehmern aus ganz Deutschland. Mehr unter rubenschaefer.de

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