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Markus Baulig: „Wer im Leben verkaufen kann, kann alles schaffen!“

Markus Baulig ist der Geschäftsführer der Baulig Consulting GmbH und für das operative Geschäft zuständig. Auf dem Coachingmarkt gibt es niemanden, der in eineinhalb Jahren so viele Sales-Calls gemacht hat, wie er. Im Interview verrät er uns nicht nur, wie er eine Schablone für Verkaufsgespräche erstellt hat, sondern auch, wie effektives Zeitmanagement aussieht und warum jeder dank seines Mindsets erfolgreich werden kann und was das richtige Mindset eines Verkäufers ausmacht.

Markus Baulig ist 25 Jahre alt und Experte in Verkaufsgesprächen. Sein Business startete gemeinsam mit seinem Bruder als Online-Studentenberatung. Damit hatten sie einen so großen Erfolg, dass sogar Unternehmen auf sie aufmerksam wurden. Sukzessive haben sie sich auf die Unternehmensberatung fokussiert und ihre Marke Baulig Consulting aufgebaut. Aus seinen langjährigen Erfahrungen heraus hat Markus Baulig das Verkaufsgespräch systematisiert. Er weiß ganz genau, welche Eigenschaften es braucht, um einen so großen Erfolg zu haben.

Der 25-Jährige leitet jeden Tag ein Unternehmen mit über 40 Mitarbeitern und hat den Monat-März mit über 2 Millionen Euro Auftragsvolumen beendet. Für sein Unternehmen ist aktuell Hochsaison: Die Baulig Consulting GmbH ist eine digitale Unternehmensberatung und zeigt Selbstständigen sowie gestandenen Unternehmern, wie sie ihr Unternehmen digitalisieren – und lebt diese Prinzipien selbst. Uns hat Markus Baulig im Interview viele Details verraten.

 

Markus Baulig im Interview

Wie habt ihr die letzten Wochen empfunden?

Markus Baulig: Sehr gut! Wir haben das große Glück, dass wir für Digitalisierung stehen und schon immer alles darüber erledigt haben, beispielsweise über Zoom-Calls oder Video-Telefonie. Andreas, Arben und ich haben das Business so aufgebaut, dass die Mitarbeiter in jedem Fall miteinander reden müssen. Demnach merken wir gar nichts von der Corona-Krise, außer, dass wir mehr Umsatz machen als vorher.

Was ist der Grund dafür?

Die Erreichbarkeit der Leute ist aktuell höher. Das kann ich sogar statistisch nachweisen, da wir das tracken. Außerdem stehen viele Unternehmer gerade wegen Corona vor der Frage, wie sie Kunden gewinnen können. Wegen der Ausgangssperre und da öffentliche Veranstaltungen entfallen, ist der einzige Weg online.

Wie werden sich die nächsten Wochen entwickeln?

Die Quarantäne endet, was für die Wirtschaft dringend notwendig ist. Langsam, aber sicher werden die Umsätze der Unternehmen wieder steigen. Wie sich Corona jedoch zukünftig auf Events auswirken wird, weiß niemand. Wir müssen uns überraschen lassen.

Markus-Baulig

So startete die Geschichte von Markus Baulig

Markus, wie hat euer Business begonnen?

Ursprünglich haben wir mit einem ganz anderen Business als unserem heutigen begonnen – Einserkandidat.de. Das war eine Webseite, die Andreas, mein Bruder, 2012 neben seinem Job als Wirtschaftsinformatiker erstellt hat. Das Ziel war es, Studenten zu coachen, damit sie bessere Noten schreiben. Es ging allerdings nicht um klassische Nachhilfe in einem Fach.

Vielmehr lag der Fokus auf der Persönlichkeitsentwicklung: Wie werde ich selbst disziplinierter, wie entwickele ich ein Arbeitsethos, wie kann ich mich selbst motivieren, um Gas zu geben. Dieses Persönlichkeitstraining hat Andreas in Form von Online-Infoprodukten verkauft. Ein Training kostete ungefähr 200 bis 300 Euro. Am Anfang waren wir noch nicht sehr bekannt, was sich allerdings schnell geändert hat. Wir hatten irgendwann sogar um die 10.000 Kunden. Diese Strategie haben wir bis 2015 betrieben.

Ihr habt Einserkandidat.de modifiziert. Wie und warum habt ihr euch dazu entschlossen?

Was uns an den Infoprodukten gestört hat, war, dass die Leute es nicht umsetzten. Arben, Andreas und ich haben uns dann überlegt, wie wir das Problem lösen können und sind zu der folgenden Idee gekommen: Wir wollten keine Infoprodukte mehr anbieten, sondern Coachings, bei denen wir mit den Kunden online eins zu eins zusammenarbeiten. Über wöchentliche Video-Calls konnten wir sie einerseits motivieren; andererseits mussten sie uns Rechenschaft ablegen, was die Umsetzung erfolgreicher machte.

Der Preis für ein Coaching betrug 2.000 Euro, womit wir gleichzeitig unsere Zielgruppe änderten. Statt auf weniger gut betuchte Studenten konzentrierten wir uns auf Studenten von Elite-Universitäten, die kaufkräftiger waren. Diese Umorientierung hat uns letztlich nur Vorteile gebracht: Wir bedienten weniger Kunden, hatten weniger Stress, geilere Ergebnisse und mehr Geld. Gleichzeitig waren wir deshalb motiviert, weil wir unsere Kunden wirklich kannten und es nicht rein mit Datensätzen zu tun hatten.

 

Von Studenten zu Unternehmen

Wie habt ihr den Sprung von der Gruppe der Studenten zu Unternehmen geschafft?

Nachdem unser Konzept eine Weile so erfolgreich lief, ist etwas Seltsames passiert. Unternehmen sind auf uns aufmerksam geworden. Die haben uns gefragt, wie wir es schafften, auf dem eher kaufschwachen B2C-Markt solche Umsätze zu fahren, während sie selbst im B2B-Markt viel weniger Erfolg hatten. Und so sind wir immer mehr in den Bereich der Unternehmensberatung hineingekommen.

2016 haben wir Andreasbaulig.de gestartet, erste Unternehmen beraten und damit schon richtig krasse Resultate erzielt. Dadurch, dass wir Online-Marketing in der Champions-League, also auf dem Studentenmarkt, erlernt hatten, war es leicht, die Strategien in der Unternehmensberatung zu implementieren. In den letzten Jahren haben wir die Marke Baulig aufgebaut, haben heute 40 Mitarbeiter, geben Werbebudgets im Wert von 150.000 bis 180.000 Euro aus und haben schon Tausenden von Unternehmen dazu verholfen, ihr Geschäft weiter auszubauen und zu skalieren.

Wir haben schon Tausenden von Unternehmen dazu verholfen, ihr Geschäft weiter auszubauen und zu skalieren.

Eigentlich ist die Baulig Consulting GmbH ein Familienunternehmen

Wie ist es, mit seinem Bruder zusammenzuarbeiten?

Mein Bruder wohnt sogar über mir. Das ist mega geil. Als wir jünger waren, hatten wir eigentlich gar nicht so viel miteinander zu tun. Andreas ist 31 und ich 25 Jahre alt. Erst als Andreas mit 24 Jahren Einserkandidat.de gegründet hat, bekamen wir immer mehr Kontakt. Ich habe ihm am Anfang zum Beispiel geholfen, Videos zu schneiden. Andreas war quasi mein Mentor und hat mir erklärt, wie Online-Marketing funktioniert.

Seit 2017 bin ich Geschäftsführer bei Baulig Consulting GmbH und manage das operative Geschäft, seit 2018 sieht man mich auch vor der Kamera. Was viele vielleicht nicht wissen – unser Unternehmen ist wie ein Familienunternehmen. Meine Mutter arbeitet in der Buchhaltung, mein kleiner Bruder David ist Team-Leiter im Backoffice. Auch Arben gehört dazu, da er das Business von Beginn an mit aufgebaut hat und er hat wiederum seine Verwandten in die Firma gebracht. Das ist der Lebensinhalt von uns allen und macht Spaß, auch wenn es Momente gibt, in denen wir uns kritisieren.

Markus-Baulig

Wie der junge Erfolg von Markus Baulig bei anderen ankommt

Ihr seid noch relativ jung. Wie akzeptiert fühlt ihr euch auf dem Markt?

Natürlich nehmen uns manche am Anfang nicht ernst. Wir haben allerdings eine eigene Strategie gefunden, zu glänzen und das Problem zu lösen. Viele kennen uns ja mittlerweile aus unseren Videos und manche kritisieren uns zum Beispiel dafür, teure Accessoires zu tragen. Das liegt überhaupt nicht daran, dass wir diese unbedingt brauchen. Es soll aber dazu dienen, den Leuten im Gedächtnis zu bleiben, um ein Statement zu setzen.

Wenn ich zum Beispiel auf einem Event von Dirk Kreuter bin und mit Menschen spreche, die seit zwanzig Jahren Unternehmer sind, dann nehmen sie mich mit meinen 25 Jahren nicht gleich ernst. Wenn die Person aber sieht, „oh der trägt ja eine Rolex“, ist er perplex und interessiert und will wissen, wie man das in so jungem Alter geschafft hat. Solche Accessoires sind richtige Gesprächs-Opener.

Warum sollten Kunden gerade euch beauftragen?

Die Ergebnisse sind ausschlaggebend. Wir hatten das Gefühl, dass die Kunden, bevor wir in den Markt eingeschlagen sind, nicht so selbstverständlich geile Resultate erzielt haben. Wenn du es schaffst, Kunden von einem Monatsumsatz von 10.000 auf 150.000 Euro zu bringen, dann empfehlen die dich weiter und es wird leichter, neue Kunden zu finden.

 

Was Markus Baulig über Neider und Hater denkt

Markus, du hast gewiss viele Neider. Wie gehst du damit um?

Es interessiert mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Außerdem verstehe ich diese Leute sogar, weil ich früher auch so war. Meistens hat dies nichts mit der Person an sich zu tun. Sie kann nichts dafür, wie sie aufgewachsen ist und wie ihre Einstellung ist. Das Hauptproblem der meisten ist ihr Mindset. Die Menschen denken, sie könnten so etwas wie wir niemals erreichen. Oder dass wir es nur dank dubioser Strategien geschafft haben. Sie können sich auch überhaupt nicht vorstellen, dass man das durch die eigene Arbeit erreicht.

Das Hauptproblem von Neidern ist ihr Mindset

Ich habe monatelang nur vier bis fünf Stunden geschlafen und hart gearbeitet, um dort hin zu gelangen. Das wird aber von vielen ignoriert, weil keiner ihnen dabei hilft, zu erklären, wie das funktionieren kann. Dabei fehlt ihnen nur ein Impuls, den wir bei Baulig unseren Kunden geben. Interessanterweise haten uns nie Leute, die sich selbst etwas aufbauen mussten.

Du sagtest, dass du früher auch ein Neider warst. Warum?

Ich war früher definitiv auf die Leute eifersüchtig, die erfolgreich waren. Eine Art Schlüsselereignis öffnete mir allerdings die Augen. Damals war ich mit meinem Ford KA über die Landstraße unterwegs und mir kam ein weißer Porsche 911 entgegen. Das war zum ersten Mal der Moment, indem ich mir dachte „okay, auch ich kann das erreichen, wenn ich will“. Mein Spruch ist: Weniger neidisch sein, mehr tun!

Markus Baulig erklärt: Mit den richtigen Skills kann jeder erfolgreich sein

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, damit man erfolgreich wird?

Das Wichtigste ist es, verkaufen zu lernen. Keine andere Fähigkeit ist relevanter. Wer im Leben verkaufen kann, kann alles schaffen. Ich finde meinen Traumjob, kann Dienstleistungen verkaufen, kann sogar Sachen verkaufen, die ich noch gar nicht kreiert habe, aber auch meine Ideen. Wer das nicht gelernt hat, besitzt keine Kontrolle. Was viele nicht wissen: Jeder kann verkaufen lernen! Ich war auch kein Naturtalent darin, sondern habe es Schritt für Schritt durch Arben gelernt.

Wenn ein Unternehmen über zwei Millionen Jahresumsatz macht, werden natürlich auch andere Eigenschaften wichtig. Verkaufen allein ist nicht der magische Schlüssel. Um erfolgreich zu sein, braucht man Prozesse und Strukturen.

Wer nicht gelernt hat, zu verkaufen, besitzt keine Kontrolle.

Verkaufen bedeutet nicht allein, gut reden zu können. Was ist das richtige Mindset eines Verkäufers?

Ein guter Verkäufer muss selbst davon überzeugt sein, dass das, was er macht, das Richtige ist. Ich weiß zum Beispiel, dass mein Coachingprogramm das perfekte Angebot für meine Kunden ist. Außerdem muss jeder Verkäufer ein Pflichtbewusstsein haben. Ich habe die Pflicht, dem Kunden zu einem bestimmten Zeitpunkt mein Produkt zu verkaufen. Vielleicht gibt es ihn ein Jahr später nicht mehr.

Ich kann ruhig beharrlich sein und die Kunden immer wieder kontaktieren und ihnen nachfolgen, bis sie irgendwann doch einkaufen. Allein mit der Frage „Warum bist du noch nicht mein Kunde“ habe ich etliche Kunden gewonnen. Meine Devise: Weniger nachdenken, sondern einfach dreist nachfragen. Wenn ich selbst nicht aufgebe, dann bin ich erfolgreich. Außerdem muss man mit sich im Reinen sein, mehr noch: Ich muss selbst denken, dass ich ein geiler Typ beziehungsweise eine geile Frau bin. Wer sich selbst nicht komfortabel fühlt, kann nichts verkaufen.

Wie kann ich in jungen Jahren ein so großes Selbstbewusstsein wie du aufbauen?

Das ist ganz einfach. Das Selbstbewusstsein kommt mit den Erfahrungen. Auf diesem Coachingmarkt gibt es niemanden, der in eineinhalb Jahren so viel Sales-Calls gemacht hat, wie ich. Ich benutze gerne das Bild einer Ziehharmonika, in der ich diese Erfahrungen zusammenpresse.

Selbstbewusstsein kommt dadurch, dass man etwas macht, was gut funktioniert und genau das nochmal einsetzt. Außerdem sollte man immer nur die positiven Seiten betrachten. Wenn unter mein YouTube-Video 100 Leute positive Kommentare zu Markus Baulig schreiben und einer etwas Negatives, dann fokussiere ich mich natürlich auf das Positive. Wenn jemand mich kritisiert und es ist konstruktiv, dann nehme ich das aber auch gerne an.

 

Wie manage ich meine Zeit effizient?

Auch ein gutes Zeitmanagement ist ausschlaggebend für den Erfolg. Wie sollte das aussehen?

Viele wissen gar nicht, wie viel sie in 24 Stunden erledigen können. Sie respektieren ihre Zeit nicht. Dazu möchte ich kurz meine frühere Situation schildern: Ich habe gleichzeitig eine Ausbildung zum Industriekaufmann in einem Großkonzern gemacht sowie ein duales Studium in Business-Administration. Nebenbei habe ich pro Woche zehn Stunden im Fitnessstudio trainiert und war unternehmerisch tätig. In dieser Zeit habe ich nur vier bis fünf Stunden geschlafen. Natürlich wird es immer eine Zeit geben, in der man viel Freizeit einbüßen muss. Aber wer Erfolg haben möchte, muss das akzeptieren. Heute ist es so, dass ich mir die Zeit zum Ausruhen aktiv nehmen kann.

Erfolgreichen Leuten ist ihre Zeit übrigens mehr wert als ihr Geld. Sie lassen sich zum Beispiel lieber fahren, damit sie währenddessen auf der Rückbank arbeiten oder mit ihrem Kind telefonieren können. Dahin kommst du aber nur, wenn du deine eigene Zeit respektierst und gut investierst. Ich verbringe zum Beispiel gerne Zeit mit meinen Freunden und nicht mit anderem Nonsens.

Viele wissen gar nicht, wie viel sie in 24 Stunden erledigen können.

Hast du einen konkreten Ratschlag für ein gutes Zeitmanagement?

Ich habe einen sehr wertvollen Tipp für alle Unternehmer. Nehmt euch mal an einem Tag ein Blatt Papier und stellt euch ab sechs Uhr morgens alle 15 Minuten einen Wecker. Nach 15 Minuten schaut ihr, was ihr in dieser Zeit erreicht habt. Ihr werdet feststellen, wie hart ihr eure Zeit oft verpulvert und dass ihr viel effizienter arbeiten könntet. In fünfzehn Minuten könnte ich zum Beispiel 30 Personen anrufen.

Mit dem richtigen Mindset zum Erfolg – Tipps von Markus Baulig

Was sind falsche Vorstellungen, die viele Menschen in Bezug auf ihre Arbeitseinstellung haben?

Zunächst einmal ist es vollkommen egal, ob man als Angestellter oder Selbständiger arbeitet. Es ist außerdem irrelevant, ob die Tätigkeit vollends Spaß macht oder gar nicht. Ich muss immer 100 Prozent geben. Nur weil ich eine Sache nicht mag, heißt das nicht, dass ich diese nicht machen muss. Und auch ich persönlich muss heute noch Tätigkeiten ausführen, die mir keinen Spaß machen, zum Beispiel Mitarbeiter kündigen. Aber unangenehme Tätigkeiten werden belohnt.

Ich bin zweitens ein großer Gegner der Aussage „ich mache alles aus Passion“. In dem Moment, in dem du aus Leidenschaft deinen Job machst, wird es nicht mehr deine Leidenschaft sein, weil es immer Tage gibt, die schlecht verlaufen. Optimal ist ein Job, der zu 95 Prozent glücklich macht und bei dem 5 Prozent unbefriedigend sind. Es gibt ein schönes Zitat von Rockefeller: „“Ich bin lieber mein eigener Tyrann, als von einem anderen Tyrannen gelenkt zu werden.“ Das gilt aber für dich selbst: “Du bist der eigene Tyrann deines Lebens“.

Drittens wissen viele gar nicht, wie voll ihre Energiespeicher sind und wie viel sie leisten könnten, wenn sie müssten. Mir stellt sich gar nicht die Frage, ob ich genug Energie habe, ich mache es einfach. Mein Appell an euch: Denkt einfach nicht so viel nach!

Mein Appell an euch: Denkt nicht so viel nach, sondern macht!

 

Wie ich zum Nostradamus von Verkaufsgesprächen werde

Ihr steht für eine Systematisierung im Verkauf: Was heißt systematisierter Verkauf?

Zu jedem Zeitpunkt des Gesprächs weiß unser Mitarbeiter genau, was er sagen muss, weil dieses einem festen Schema folgt. Einige der Schritte sind zum Beispiel die Begrüßung, eine Story, die Selbstpräsentation, die Vorstellung der Dienstleistung oder der Verkaufsabschluss. Dabei arbeiten wir visuell. Auf einer Tafel kann ein Mitarbeiter sogar mit dem Finger nachverfolgen, wie das Verkaufsgespräch verlaufen muss. Sagt der Kunde X, dann folgt man dem X auf der Tafel, hat er danach den Einwand Y, folgt man dem Y. Jeder weiß genau, was er sagen und wie er sich verhalten muss.

Mit unserer Schablone kann jeder verkaufen!

Wir haben sogar Mitarbeiter, die haben vorher nicht mal eine Tür verkaufen können, mit dem Schema sind sie erfolgreiche Verkäufer. Das Erfolgsrezept für ein gutes Verkaufsgespräch ist unser sogenannter Shishabar-Test. Damit meinen wir: Wer eine Dienstleistung verkaufen will, muss sie so erklären, dass jeder Mensch in der Shishabar – und in einer Shishabar können die unterschiedlichsten Menschen sitzen – sie nach der ersten Erklärung versteht. Wichtig sind eine leicht verständliche Sprache und der Einsatz von Metaphern, aber auf keinen Fall eine zu technische Ausdrucksweise. Allein wenn du das schaffst, kannst du schon mehr als 90 Prozent der meisten Verkäufer.

Wie habt ihr diese „Schablone“ für Verkaufsgespräche erstellt?

Das kommt aus der Erfahrung. Ich habe schon so viele Verkaufsgespräche geführt, dass ich irgendwann die Matrix gesehen habe. Man kennt einfach die Reaktionen an verschiedenen Stellen und wird zum Nostradamus der Verkaufsgespräche. An den Reaktionen weiß ich zum Beispiel, wie das Gespräch enden wird und welche Einwände kommen werden – und natürlich, wie ich die Einwände beheben kann.

Brauchen Unternehmen zwingend eine solche Schablone?

Ich möchte dazu ein Beispiel geben: Am Anfang unseres Coachings fragen wir die Kunden immer nach ihren „Symptomen“. Jetzt sagt ein Kunde vielleicht „ich kann mir Verkaufsgespräche nicht leisten“. Das wäre das Symptom. Die Ursache ist meistens anderer Natur, zum Beispiel, dass es dem Kunden an qualifiziertem Personal für Verkaufsgespräche fehlt, oder dass es keine Verkaufsskripte gibt. Wer an dem Punkt angelangt ist, anhand der Symptome die Ursachen zu kennen, kann jedem helfen!

Markus-Baulig

Was empfiehlst du Menschen, denen es jetzt gerade wegen Corona wirtschaftlich schlecht geht und auch für die Zukunft?

Bleibt immer positiv und gebt nicht auf. Lernt aber auch, vorausschauender zu planen! Es gibt im Business immer Phasen, die auf- oder abgehen. Auch in den Auf-Phasen muss man darauf achten, was in Zukunft passieren kann. Hätten die Leute, denen es jetzt gerade schlecht geht, sich vor einem halben Jahr schon Gedanken darüber gemacht, wie sie online zusätzlichen Umsatz generieren können, dann wäre die Corona-Situation für sie kein Problem. Das trifft auf den Coaching-Markt zu, aber auch auf andere Branchen. Es gibt in jedem Fall niemals den Moment, indem man nichts machen kann! Jeder kann irgendwie handeln.

Ich kann dazu zwei Beispiele geben: Unsere Kunden mit Fitness-Studios geben seit der Krise Online-Kurse. Ein anderer Kunde von uns ist ein chinesisches Restaurant. In der Corona-Krise haben sie zum ersten Mal angefangen, Essen zu liefern, haben dafür Werbung geschaltet und machen höhere Umsätze als vorher.

Wir sind wie eine Katze, die ein Marmeladenbrot auf den Rücken gebunden hat.

Wir machen immer den Scherz: Wir sind wie eine Katze, die ein Marmeladenbrot auf den Rücken gebunden hat. Das Marmeladenbrot landet normalerweise immer auf der Marmeladenseite, aber nicht bei uns. Denn unsere Katze landet ja immer auf den Beinen. Wir landen immer auf der richtigen Seite und du kannst das nicht verhindern.

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Anne Kläs

Anne Kläs hat einen Master of Education in Französisch und Religion, ist Expertin für hochwertigen Content und beim Gewinnermagazin für das Führen von Unternehmer-Interviews verantwortlich.

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